Donnerstag, 10. Dezember 2020
Mittwoch, 9. Dezember 2020
Adventsbesinnung: Mittwoch in der zweiten Adventswoche - 9. Dezember
Dienstag, 8. Dezember 2020
Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria - Mariä Empfängnis - 8. Dezember
hast du die selige Jungfrau Maria
schon im ersten Augenblick ihres Daseins
vor jeder Sünde bewahrt,
um deinem Sohn eine würdige Wohnung zu bereiten.
Höre auf ihre Fürsprache:
Mache uns frei von Sünden
und erhalte uns in deiner Gnade,
damit wir mit reinem Herzen zu dir gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
Montag, 7. Dezember 2020
Adventsbesinnung: Montag in der zweiten Adventswoche - 7. Dezember - Hl. Ambrosius von Mailand
darob staune, was das lebt: Also will Gott werden Mensch.
Nicht nach eines Menschen Sinn, sondern durch des Geistes Hauch
kommt das Wort in unser Fleisch und erblüht aus Mutterschoß.
Wie die Sonne sich erhebt und den Weg als Held durcheilt,
so erschien er in der Welt, wesenhaft ganz Gott und Mensch.
Glanz strahlt von der Krippe auf, neues Licht entströmt der Nacht.
Nun obsiegt kein Dunkel mehr, und der Glaube trägt das Licht.
Gott dem Vater Ehr und Preis und dem Sohne Jesus Christ,
Lob sei Gott dem Heilgen Geist jetzt und ewig. Amen.
Sonntag, 6. Dezember 2020
Adventsbesinnung zum 2. Adventssontag - 6. Dezember
Alle Kinder lieben dich, warten schon und freuen sich. Teilst du dann deine Gaben aus, dankeschön, dankeschön, lieber Nikolaus!
Samstag, 5. Dezember 2020
Adventsbesinnung: Samstag in der 1. Adventswoche - 5. Dezember
Der Antwortpsalm der Messe vom Samstag in der 1. Adventswoche ist der Psalm 147, einer der sogenannten 'beschreibenden Lobpreispsalmen':
Ja, gut ist es, unserem Gott zu singen und zu spielen,
ja, schön und geziemend ist Lobgesang.
2 Der Herr baut Jerusalem auf,
er sammelt die Versprengten Israels.
3 Er heilt, die gebrochenen Herzens sind,
er verbindet ihre Wunden.
4 Er bestimmt die Zahl der Sterne
und ruft sie alle mit Namen.
5 Groß ist unser Herr und gewaltig an Kraft,
seine Einsicht ist ohne Grenzen.
6 Der Herr hilft auf den Gebeugten,
er drückt die Frevler zu Boden.
„Charakteristisch für beschreibende Lobpreispsalmen, spricht Psalm 147 sowohl von der Größe als auch von der Güte des Herrn. Seine Größe zeigt sich besonders in der Welt der Natur, und seine Güte zeigt sich besonders in seiner Fürsorge für die Menschen. Seine Größe zeigt sich in der Rückführung Israels aus dem Exil nach Jerusalem.
Eine wichtige Lehre aus Psalm 147
ist, dass das, was der Herr in seiner Welt tut, der Maßstab dafür
ist, was er für sein Volk tun kann. Indem sie sich an die großen
und guten Taten des Herrn erinnern und sie artikulieren, entwickeln
sein Volk Vertrauen in ihn, wenn sie sich den Herausforderungen ihres
Lebens stellen und motiviert sind, ihn zu preisen.“
aus:
ESTES, DANIEL J. ; CLENDENEN, E. R. (Hrsg.): Psalms 73–150, New
American Commentary. Bd. 13. Nashville, TN : B&H Publishing
Group, 2019 (übersetzt mit DeepL)
Barmherziger
Gott,
du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt,
um die Menschen
aus der alten Knechtschaft zu erlösen.
Schenke allen, die auf deine Hilfe warten,
die Freiheit des neuen Lebens.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
(Tagesgebet vom Samstag der 1. Fastenwoche)
M. Wetzel
Freitag, 4. Dezember 2020
Das Markusevangelium - Infos und Erklärungen 4
Der erste Vers des Markusevangeliums dient als Überschrift, als Inhaltsangabe und verdient eine nähere Betrachtung:
1 Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn.
Für ‘Anfang’ steht im Griechischen das Wort archē, das einen weiten Bedeutungsumfang hat: es kann für Beginn, Anfang, Grundlage, Prinzip oder Ursache stehen. In Markus 1,1 klingen also verschiedene Aspekte an:
zunächst geht es schlicht um Anfang des Buches
außerdem ist damit die unmittelbar folgende Episode, nämlich die Taufe Jesu durch Johannes, als der Startpunkt des Auftretens Jesu, als Beginn der ‘Frohen Botschaft’ gekennzeichnet
zugleich ist eine Überschrift über das ganze Evangelium gesetzt: alles was in den 16 Kapiteln des Markusevangeliums erzählt wird, von der Taufe Jesu bis zur Kreuzigung und Auferstehung, ist ‘Grundlage’, ‘Prinzip’ der Verkündigung über Jesus als Messias (Christus) und Sohn Gottes
und zuletzt kann man in diesen Eingangsworten des Evangeliums einen Appell des Evangelisten an seine Hörer/Leser sehen: Das Markusevangelium ist nicht ein abgeschlossene Angelegenheit in der Vergangenheit, es steht für einen ‘Anfang’, dem eine Fortsetzung folgen muss: die gläubige Antwort der Hörer des Evangeliums ist der notwendige “2. Band” des Buches. Für diese Sicht des Evangelisten spricht auch der sehr offene Schluss des Evangeliums: der ursprüngliche Schlussvers ist Mk 16, 8, wo es von den Frauen am leeren Grab heißt:
8 Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemandem etwas davon; denn sie fürchteten sich.
Dieser ‘unbefriedigende’ Schlussvers ergibt dann einen Sinn, wenn man davon ausgeht, dass im Sinne des Evangelisten alles bis dahin erst der ‘Anfang’ war - jetzt, im Leben der Gemeinde Jesu, geht es mit dem Zeugnis für den Auferstandenen weiter.
M. Wetzel
Adventsbesinnung: Freitag in der 1. Adventswoche - 4. Dezember
17 Ist es nicht nur noch eine kurze Zeit, / dann wandelt sich der Libanon in einen Baumgarten / und der Baumgarten wird als Wald gelten?
18 Die Tauben werden an jenem Tag die Worte des Buches hören / und aus Dunkel und Finsternis werden die Augen der Blinden sehen.
19 Die Gedemütigten freuen sich wieder am Herrn / und die Armen unter den Menschen jubeln über den Heiligen Israels.
20 Denn der Unterdrücker ist nicht mehr da, / der Spötter ist am Ende, / ausgerottet sind alle, die auf Böses bedacht sind,
21 die durch ein Wort Menschen zur Sünde verleiten, / die dem, der im Stadttor entscheidet, Fallen stellen / und den Gerechten mit haltlosen Gründen wegdrängen.
22 Darum – so spricht der Herr zum Haus Jakob, / der Herr, der Abraham losgekauft hat:
Nun braucht sich Jakob nicht mehr zu schämen, / sein Gesicht muss nicht mehr erbleichen.
23 Denn wenn er seine Kinder, das Werk meiner Hände, in seiner Mitte sieht, / werden sie meinen Namen heilig halten.
Sie werden den Heiligen Jakobs heilig halten / und den Gott Israels werden sie fürchten.
24 Dann werden, die verwirrten Geistes waren, Einsicht erkennen, / und die murrten, nehmen Belehrung an. (Jesaja 29, 17-24)
In einem Bibelkommentar zu diesem Abschnitt des Jesajabuches heißt es:
Die
Umkehrung des Schicksals nimmt eine eigenwillige Wendung. Das Urteil
über diejenigen, die sich der Überprüfung durch JHWH entziehen
wollen, ist verständlich. Die Wende des Schicksals, die den Tauben,
Blinden, Sanftmütigen und Demütigen den Sieg beschert, ist in der
Vision zu erwarten, ebenso wie das Ende schlauer Hinterhältigkeit.
Aber das Wort über Jakob kommt überraschend. Gottes fortwährende
Liebe zu Israel und seine unsterbliche Hoffnung auf eine echte
Antwort sind Manifestationen seiner unendlichen Gnade.
aus:
WATTS, JOHN D. W.: Isaiah 1–33, Word Biblical Commentary. vol. 24.
Revised Edition. ed. Nashville : Thomas Nelson, Inc, 2005 (übersetzt
mit DeepL)
Besonders auffällig in dieser Passage ist die 'Armentheologie' des Propheten: nicht durch die Macht eines Königs wird Rettung erwartet, sondern am Ende wird Gottes armes, gedemütigtes Volk das Heil finden. Damit ist ein adventliches Thema angeschlagen, das im 'Magnificat', dem Lobgesang Marias, seinen neutestamentlichen Ausdruck finden wird.
Das
soziale und wirtschaftliche Gefälle zwischen den Armen und den
Arroganten war gravierend und konnte nicht mehr lange andauern. Der
Prophet glaubte, dass eine Umkehr des Schicksals kommen würde. Gott
war im Begriff, für diejenigen zu handeln, die unterdrückt wurden.
Die Niedrigen und Armen werden Freude finden, während die Arroganten
verschwunden sein werden. Wenn die Frommen Gottes Handeln in ihrem
Namen sehen, wird ihr Glaube bestätigt werden, und sie werden zu
einer immer größeren Treue zu Gott geführt werden, denn sie werden
in Ehrfurcht vor Gottes Heiligkeit stehen.
aus: HOPPE, LESLIE
J. ; DURKEN, D. (ed.): Isaiah, The New Collegeville Bible Commentary.
vol. 13. Collegeville, MN : Liturgical Press, 2012 (übersetzt mit
DeepL)
Im Tagesgebet der Messe vom Freitag in der 1. Adventswoche beten wir:
Biete
auf deine Macht, Herr, unser Gott,
und komm.
Entreiße uns den
Gefahren,
in die unsere Sünden uns bringen.
Mache uns frei und
rette uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn,
unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen
Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
M. Wetzel
Donnerstag, 3. Dezember 2020
Das Markusevangelium - Infos und Erklärungen 3
Adventsbesinnung: Donnerstag in der 1. Adventswoche - 3. Dezember - Hl. Franz Xaver
Die
Kirche feiert heute den Gedenktag eines der bedeutendsten Missionare:
des Heiligen Franz Xaver.
Francisco
Javier, einer der Mitbegründer des Jesuitenordens zusammen mit
Ignatius von Loyola, ging als rastloser Missionar nach Indien und
Japan, beim Versuch, auch in China das Evangelium zu verkündigen,
starb er am 3. Dezember 1552 in der Nähe der Stadt Kanton.
Seine Berichte lösten eine Welle der Begeisterung für die Mission aus; im Grunde wurde die katholische Kirche erst in seiner Zeit zur 'Weltkirche' mit Gemeinden in den verschiedensten Regionen.
Im Tagesgebet der Messe beten wir:
Gott, du Heil aller Menschen,
du
hast durch das Wirken
des heiligen Franz Xaver
vielen Völkern
den Weg zu dir gewiesen.
Wecke in deinen Gläubigen
den Sinn
für die missionarische Arbeit
und schenke ihnen Eifer
für die
Ausbreitung des Glaubens,
damit die Kirche überall auf der Welt
erstarke und wachse.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen
Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen
Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
Der Tag des Heiligen Franz Xaver kann uns stärken in der Freude, zu einer weltweiten Gemeinschaft zu gehören. Es ist wunderbar, dass wir uns an jedem Tag gewiss sein können, dass Menschen in allen Kontinenten, in unzähligen Städten und Dörfern, gemeinsam mit uns das Vater Unser beten, die Sakramente empfangen, den Glauben der Kirche bekennen und eine große, weltweite Familie bilden. 'Mission' ist aber nicht nur ein Auftrag für große Gestalten wie Franz Xaver: der Auftrag Jesu gilt uns allen, jedem in seinen besonderen Lebensverhältnissen:
„Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Matthäusevangelium, 28, 19f)
Mittwoch, 2. Dezember 2020
Adventsbesinnung: Mittwoch in der 1. Adventswoche - 2. Dezember
6 Der Herr der Heerscharen wird auf diesem Berg / für alle Völker ein Festmahl geben
mit den feinsten Speisen, / ein Gelage mit erlesenen Weinen,
mit den feinsten, fetten Speisen, / mit erlesenen, reinen Weinen.
7 Er verschlingt auf diesem Berg die Hülle, die alle Völker verhüllt, / und die Decke, die alle Nationen bedeckt.
8 Er hat den Tod für immer verschlungen / und Gott, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen
und die Schande seines Volkes entfernt er von der ganzen Erde, / denn der Herr hat gesprochen.
9 An jenem Tag wird man sagen: / Siehe, das ist unser Gott,
auf ihn haben wir gehofft, / dass er uns rettet.
Das ist der Herr, auf ihn haben wir gehofft. / Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat.
10 Denn
die Hand des Herrn
ruht auf diesem Berg. / Moab aber wird an seiner Stätte zerstampft,
/ wie Stroh in der Jauche zerstampft wird. (Jesaja 25, 6-10a)
Die heutige Lesung ist geprägt von einem besonders eindrucksvollen Bild aus dem Propheten Jesaja: das messianische Festmahl, das Gott auf dem Zionsberg für alle Völker geben wird.
Zum neutestamentlichen Gebrauch dieses Bildes hier ein Zitat aus einem Bibellexikon:
Im Neuen Testament ist das Thema des messianischen Festmahls in der Tradition des Evangeliums besonders prominent. Jesu Vorkehrungen für die Hungrigen in seinen Speisewundern (Mt 14,13-21 = Markus 6,32-44 = Lukas 9,10-17 = Johannes 6,1-15; Mt 15,32-39 = Markus 8,1-10; Johannes 2,1-11) werden durch das Thema der Seligpreisungen parallelisiert: "Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr werdet satt werden" (Lukas 6,21 [= Mt 5,6). In einem der Lieblingsbilder der Gleichnisse wird das Reich Gottes mit einem großen Festmahl verglichen (Mt 22,1-10 = Lk 14,16-24). In der Tat werden die Themen freudiges Mahl, Gericht, Pilgerfahrt der Völker und Gegenwart des Messias in der frühen Tradition auf wunderbare Weise zusammengeführt: "Der Menschensohn kam zum Essen und Trinken, und sie sagen: 'Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder'" (Mt 11,19 = Lk 7,34). Dieses Thema wird dann von den Evangelienschreibern, insbesondere von Lukas, mit zahlreichen Hinweisen auf die Tischgemeinschaft mit Jesus aufgegriffen (Mt 9,10-13 = Markus 2,15-17 = Lukas 5,29-32).
Das Thema der Pilgerfahrt der Völker zu Tisch wird zum Appell für die entstehende Heidenkirche und wird in Verbindung mit dem Thema der göttlichen Umkehrung so interpretiert, dass sie den Platz Israels am Tisch einnehmen werden: "Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen, während die Söhne des Reiches in die äußere Finsternis geworfen werden; dort werden die Menschen weinen und mit den Zähnen knirschen" (Mt 8,11-12 [= Lk 13,28-29]; vgl. Lk 16,19-31; 14,16-24 [= Mt 22,1-10]; 22,28-30; Jeremia 1958: 59-63).
Das messianische Festmahl wird manchmal als Hochzeitsmahl dargestellt. Dieses Thema ist in der biblischen Literatur besonders prominent als Symbol für die Beziehung Gottes zum Volk Israel (Hos 2,1-23; Jes 54,4-8; Hes 16,7-8) oder, im NT, als Symbol für die Beziehung zwischen Christus und der Kirche (Joh 3,29; 2 Kor 11,2; Eph 5,23-32). Das Hochzeitsmahl als Spiegelbild des heiligen Hochzeitsthemas findet sich im Hohelied (2,4; 5,1), aber wichtiger für das apokalyptische Denken ist Jes 54,5-55,5, wo das Thema einer göttlichen Hochzeit (54,5) mit einem freudigen Fest verbunden wird, das sich durch eine Fülle von Speisen (55,1-2), die Rechtfertigung der Gerechten (54,6-17) und die Pilgerfahrt der Völker (55,5) auszeichnet. Dieses Thema wird dann im NT aufgegriffen, wo es zu einem herausragenden Bild für die Freuden des Reiches Gottes in der Tradition des Evangeliums wird, besonders in den Gleichnissen (Mt 9,15 = Markus 2,19-20 = Lukas 5,34-35; Mt 22,1-14; 25,1-13; Lk 14,7-11; vgl. Joh 3,29) und das Wunder zu Kana (Johannes 2,1-11). In der Offenbarung ist es das Hauptmotiv für das messianische Festmahl (19:7-9; 21:2, 9; 22:17).
aus:
SMITH, DENNIS E.: Messianic Banquet, FREEDMAN, D. N. (ed.). The
Anchor Yale Bible Dictionary, 4.
(übersetzt
mit DeepL)
Wir können den Vorgeschmack auf dieses messianische Festmahl überall in unserem Leben wiederfinden: in Mahlzeiten mit Freunden und Verwandten, in einem festlichen Essen an Weihnachten, im heiligen Festmahl der Eucharistie.
M. Wetzel
Dienstag, 1. Dezember 2020
Adventsbesinnung: Dienstag in der 1. Adventswoche - 1. Dezember
Die Tageslesung vom Dienstag in der ersten Adventswoche stammt aus dem 11. Kapitel im Buch des Propheten Jesaja:
1 Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, / ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
2 Der Geist des Herrn ruht auf ihm: / der Geist der Weisheit und der Einsicht,
der Geist des Rates und der Stärke, / der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.
3 Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des Herrn. / Er richtet nicht nach dem Augenschein / und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht,
4 sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit / und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist.
Er schlägt das Land / mit dem Stock seines Mundes
und tötet den Frevler / mit dem Hauch seiner Lippen.
5 Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften / und die Treue der Gürtel um seine Lenden.
6 Der Wolf findet Schutz beim Lamm, / der Panther liegt beim Böcklein.
Kalb und Löwe weiden zusammen, / ein kleiner Junge leitet sie.
7 Kuh und Bärin nähren sich zusammen, / ihre Jungen liegen beieinander. / Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter / und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus.
9 Man tut nichts Böses / und begeht kein Verbrechen / auf meinem ganzen heiligen Berg;
denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, / so wie die Wasser das Meer bedecken.
10 An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, / der dasteht als Feldzeichen für die Völker;
die Nationen werden nach ihm fragen / und seine Ruhe wird herrlich sein. (Jes 11, 1-16)
Lesungen aus Jesaja prägen die Adventszeit, und ganz besonders diese. Sie stellt zwei Bilder vor Augen: der neue Zweig, der aus dem abgestorbenen Baumstumpf wächst, verweist in der Zeit des Jesaja auf den Niedergang des Königtums in Jerusalem (Isai, der Vater des Königs David, steht für diese Dynastie), zugleich aber auf neue Hoffnung. Vielleicht hat der Prophet damit zunächst eine naheliegende Hoffnung gemeint: einen neuen König, der es besser machen soll als seine Vorgänger. Aber das zweite Bild: der umfassende, paradiesische Friede, in der Natur wie unter den Völkern, geht weit über das hinaus, was irgendein irdischer Herrscher bewirken könnte. Hier kommt die messianische Hoffnung Israels, die Hoffnung auf einen göttlichen Erlöser, in den Blick.
Dieser Text könnte uns heute anleiten, darüber nachzudenken, wie sich im eigenen Leben die kleinen, naheliegenden Hoffnungen und die großen, umfassenden Träume zueinander verhalten. Unmittelbare Erwartungen, Hoffnungen für das Nächstliegende sind leicht benannt: Gesundheit, Erfolg im Beruf, Harmonie in der Familie und vieles Andere. Ist das schon alles? Trauen wir uns noch, darüber hinaus zu hoffen, Großes zu erwarten? Umfassender Friede, Gerechtigkeit für alle Völker, Überwindung von Leid und Tod – das scheinen für Viele weltfremde Utopien zu sein. Als Christen bekennen wir uns dazu, dass diese großen Hoffnungen nicht sinnlos sind, dass sie nicht vergessen werden, dass sie im Auftreten Jesu einen konkreten Ort gefunden haben.
M. Wetzel
Montag, 30. November 2020
Adventsbesinnung: Montag, 30. November,
Fest des Apostels Andreas
Das Evangelium von heute passt gut zum Anfang der Adventszeit und zum Fest des Apostels Andreas, das die Kirche am 30. November feiert:
18 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. 19 Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. 20 Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. 21 Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie 22 und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus nach. (Mat 4, 18-22)
Andreas gehört also zu den ersten Jüngern Jesu; nach dem Johannesevangelium war er sogar der Erste, der von Jesus gerufen wurde und der dann seinen Bruder Simon auch zu Jesus führte. Das Fest des Apostels Andreas hat auch eine ökumenische Bedeutung: es wird gemeinsam von orthodoxen und katholischen Christen am 30.11. gefeiert; Andreas hat (als Patron von Konstantinopel) für die orthodoxen Kirchen eine ähnliche Bedeutung wie Petrus für die römisch-katholische Kirche.
Zu Beginn des Advents lädt der Blick auf die ersten Jüngerberufungen ein, sich persönlich zu fragen: wie steht es mit meiner eigenen Geschichte mit Jesus? Höre ich seine Stimme, seine gute Einladung? Bin ich bereit, mit ihm einen Weg zu gehen? Kann ich vielleicht sogar andere zu dieser Weggemeinschaft einladen?
Allmächtiger Gott,
du hast deiner Kirche
den heiligen Apostel Andreas
als Boten des Glaubens und als Hirten gegeben.
Erhöre unser Gebet
und gib, dass auch die Kirche unserer Tage
die Macht seiner Fürsprache erfahre.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Beginn der ersten Adventswoche.
M. Wetzel
Sonntag, 29. November 2020
Das Markusevangelium - Infos und Erklärungen 2
Warum eigentlich vier Evangelien?
Ist es nicht merkwürdig, dass die frühe Kirche uns gleich vier Berichte über Jesus überliefert hat – die vier Evangelien nach Matthäus, Markus und Johannes? Wäre es der Klarheit und Eindeutigkeit der Glaubensverkündigung nicht zugute gekommen, wenn es nur eine Erzählung über die Taten und Worte Jesu geben würde? Immerhin gibt es ja eine ganze Reihe von Unterschieden und kleinen Abweichungen zwischen den vier Evangelien. Und gerade im Blick auf das Markusevangelium stellt sich die Frage: Wozu braucht es dieses Evangelium? Der größte Teil des Stoffes aus dem Markusevangelium findet sich auch bei Matthäus und Lukas. Und dann gibt es ja noch eine ganze Reihe anderer Evangelienschriften aus der Zeit der frühen Christenheit – das Thomasevangelium, ein Evangelium, das besonders Geschichten vom jungen Jesus berichtet und einige andere. Warum wurden sie nicht ins Neue Testament aufgenommen?
Ich denke, die Christen im ersten Jahrhundert haben heftig über diese Fragen gestritten. Und ich bin froh, dass sie sich entscheiden haben, uns gerade diese vier Evangelien zu überliefern, die wir heute in der Bibel finden. Sie sagen uns damit: es gibt viele Wege, zu Jesus zu finden und von ihm zu erzählen. Es geht nicht um den Buchstaben eines Buches, sondern um die lebendige, faszinierende Gestalt des Jesus von Nazareth. Es kommt nicht darauf an, dass seine Worte und Taten von allen mit dem gleichen Wortlaut erzählt werden, sondern darauf, dass sein Geist uns erfüllt, dass er lebendig bei uns ist. Es ist allerdings keine beliebige Geschichte, die man willkürlich ändern und ausgestalten könnte. Die vier Evangelien geben uns verlässlich den Glauben und die Überlieferung der ersten Christen wieder.
Es ist richtig, dass wir fast jeden Vers aus dem Markusevangelium – oft in etwas anderer Formulierung – auch im Matthäusevangelium finden, und den größten Teil auch bei Lukas. Trotzdem hat es einen guten Sinn, dass uns das Markusevangelium als eigene Schrift überliefert ist. Es hat seine ganz eigene Sicht auf Jesus und seine Jünger und es ist nach nahezu übereinstimmender Ansicht der heutigen Bibelwissenschaftler das früheste Evangelium.
Die Beschäftigung mit einem Buch der Bibel soll nie nur in vergangene Zeiten blicken. Das Markusevangelium macht uns Mut, die eigne, ganz persönliche Geschichte mit Jesus zu entdecken.
M. Wetzel
Adventsbesinnung: Sonntag, 29. November, 1. Advent
Im neuen Kirchjahr werden wir am Sonntag in der Regel Abschnitte aus dem Markusevangelium hören. Am 1. Advent ist es der Schluss des 13. Kapitels, des ‚apokalyptischen‘ Kapitels bei Markus.
In jener Zeit, sprach Jesus zu seinen Jüngern:
33Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit
da ist.
34Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
35Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am
Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
36Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
37Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam! (Mk 13, 33-37)
Im Judentum der Zeit Jesu und der letzten 150 Jahre zuvor gab es eine reich entwickelte apokalyptische Literatur. Dabei ging es immer wieder um die ‚letzten Dinge‘: um das Gericht Gottes, und um die Katastrophen, die diesen großen Tag des Herrn einleiten sollten. Es fällt auf, dass diese apokalyptische Redeweise typisch für die Armen, die Entrechteten war: sie mussten erleben, dass die Mächtigen über sie hinweggingen, dass ihre Nöte keine Beachtung fanden, dass sie ihre Hoffnung allein auf ein wunderbares Eingreifen Gottes setzen konnten.
Diese Hoffnung Israels nimmt Jesus auf. Bei ihm geht es nicht um eine Spekulation über das Datum oder die Umstände des Weltendes, sondern darum, dass die ‚apokalyptische Situation‘ das Leben der Jüngerinnen und Jünger insgesamt prägen soll: sie sollen nicht auf die Pläne der Reichen und Mächtigen vertrauen, sondern den Schrei der Armen hören, sollen wach und aufmerksam leben, immer bereit, dem Herrn zu begegnen. Die nüchterne Bereitschaft, heute das Notwendige zu erkennen, heute so zu leben, als ob morgen Jesus wiederkommt, prägt die christliche Ethik.
Dazu ein Zitat aus einem Bibelkommentar:
Christliche Lehrer und Prediger sind oft erschrocken über Markus 13 und andere apokalyptische Passagen aus dem Neuen Testament. Das ist deshalb so, weil die Begriffe und Bilder sehr fremd erscheinen und weil diese Texte im Laufe der Jahrhunderte von "falschen Messias und falschen Propheten" missbraucht wurden, um Menschen zu manipulieren und sie sogar zu destruktiven Handlungen zu bewegen. Dennoch spielt Markus 13, wie diese Interpretation zu zeigen versucht hat, eine wichtige Rolle in der christlichen Theologie und im christlichen Leben und sollte ernst genommen werden.
Der erste Schritt zum Abbau von Vorurteilen gegenüber der Apokalyptik besteht darin, ihre literarischen Konventionen zu würdigen, insbesondere ihre Wiederverwendung von Bildern und Mythen aus dem Alten Testament im neuen Kontext der zukünftigen Entfaltung von Gottes Plan. Der nächste Schritt besteht darin, die historischen Umstände zu würdigen, unter denen die jüdischen und christlichen Apokalypsen als "Literatur der Enteigneten" verfasst wurden. Der dritte Schritt besteht darin, zu versuchen, die bleibende theologische Bedeutung zu erfassen, die ein apokalyptischer Text wie Markus 13 haben könnte.
Markus 13 wendet sich mit den Konventionen der Apokalyptik an Christen, die um des Namens Jesu willen gelitten haben und noch mehr erwarten können. Diese Menschen stellten im römischen Reich eine winzige Minderheit dar und setzten ihre Hoffnung auf Rechtfertigung notwendigerweise auf Gott. In der apokalyptischen Vision fanden sie einen Grund für Jesu Leiden und ihr eigenes ("es ist notwendig") sowie die Verheißung, dass ihr Leiden bald in Herrlichkeit enden würde (so wie sie glaubten, dass das Leiden Jesu es tat). Die Sprache der jüdischen Apokalyptik - das Reich Gottes, Messias und Menschensohn, Auferstehung, das jüngste Gericht - lieferte viele ihrer wichtigsten theologischen Ideen. Die Überzeugung, dass die Welt verwandelt werden würde und dass sie mit dem auferstandenen Jesus in Herrlichkeit herrschen würden, gab ihnen einen Horizont der Hoffnung, vor dem sie ihre gegenwärtigen Leiden deuten konnten, und das Beharren auf ständiger Wachsamkeit half ihnen, Bedeutung und ethische Ausrichtung ihres Handelns in der Gegenwart zu finden.
Aus: DONAHUE, JOHN R. ; HARRINGTON, DANIEL J. ; HARRINGTON, D. J. (ed.): The Gospel of Mark, Sacra Pagina Series. vol. 2. Collegeville, MN : The Liturgical Press, 2002
Im Tagesgebet der Messe beten wir:
Herr, unser Gott, alles steht in deiner Macht;
du schenkst das Wollen und das Vollbringen.
Hilf uns, dass wir auf dem Weg der
Gerechtigkeit Christus entgegengehen
und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten,
damit wir den Platz zu seiner Rechten
erhalten,
wenn er wiederkommt in Herrlichkeit.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit!
Pfarrer Martin Wetzel
Samstag, 28. November 2020
Das Markusevangelium - Infos und Erklärungen 1
Sonntag, 27. September 2020
26. Sonntag im Jahreskreis
Impuls zum 26. Sonntag im Jahreskreis
Sonntag, 20. September 2020
25. Sonntag im Jahreskreis
Hier finden Sie die Predigt aus der Vorabendmesse in der St. Josefskirche.
Impuls zum 25. Sonntag im Jahreskreis
Am heutigen Sonntag hören wir aus dem Matthäusevangelium das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg:
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
1Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen hinausging,
um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. 2Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denár für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.
3Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sah andere auf dem Markt stehen, die keine Arbeit hatten.
4Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist.
5Und sie gingen.
Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder hinaus und machte es ebenso.
6Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging, traf er wieder einige, die dort standen.
Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig? 7Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!8Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter:
Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten!
9Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denár.
10Als dann die Ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten einen Denár.
11Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn 12und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt.
Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.
13Da erwiderte er einem von ihnen: Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denár mit mir vereinbart? 14Nimm dein Geld und geh!
Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.
15Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will?
Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?
16So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte. (Mat 20, 1-f)
Das Gleichnis nimmt eine Erfahrung aus, die jeder von uns kennt: bei Gott scheint es nicht immer gerecht zuzugehen. Der eine hat mühelos Glück und Erfolg in seinem Leben, ein anderer, der sich vielleicht mehr Mühe gegeben hat und alles richtig machen wollte, wird vom Unglück verfolgt. Das Handeln Jesu, der sich den Sündern, den Zöllnern zuwendet, verschärft dies noch: haben diejenigen, die immer fromm und gerecht waren, nicht Grund, sich zu beklagen? Das Gleichnis warnt davor, auf dieses Verhalten Jesu mit Neid zu reagieren: Böse zu sein, weil Gott gut ist. Aber Jesus belässt es nicht bei einem moralischen Appell: sei nicht neidisch! – er bietet auch eine Therapie gegen den Neid an: Weil wir Gottes überreiche Güte durch Jesus erfahren, weil jeder den vollen Lohn bekommt, der sich von ihm anwerben lässt, haben wir es nicht mehr nötig, neidisch und kleinlich gegeneinander zu sein.
Im Tagesgebet der heutigen Messe beten wir:
Heiliger Gott, du hast uns das Gebot der Liebe
zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen
als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.
Gib uns die Kraft,
dieses Gebot treu zu befolgen,
damit wir das ewige Leben erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
Bitte beachten Sie: am kommenden Sonntag ist in der Maria Hilf Kirche keine Heilige Messe, sondern wir laden am 27.9. ein zum Ökumenischen Gottesdienst um 11.00 Uhr auf dem 48-er Platz.
In der St. Josefskirche ist am 27.9. der 11-Uhr-Gottesdienst eine Erstkommunionfeier, zu der keine Anmeldung möglich ist.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute kommende Woche,
Pfarrer Martin Wetzel
Sonntag, 13. September 2020
24. Sonntag im Jahreskreis
Hier finden Sie die Predigt aus der Vorabendmesse in der Maria Hilf Kirche.
Impuls zum 24. Sonntag im Jahreskreis
Im Sonntagsevangelium hören wir heute das Ende der ‚Gemeinderede‘ Jesu im Matthäusevangelium:
In jener Zeit
21 trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben,
wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?
22 Jesus sagte zu ihm:
Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal.
23 Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen. 24 Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.
25 Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
26 Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.
27 Der Herr des Knechtes hatte Mitleid, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.
28 Als nun der Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denáre schuldig war.
Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du schuldig bist!
29 Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.
30 Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe.
31 Als die Mitknechte das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.
32 Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast.
33 Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
34 Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
35 Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt. (Mat 18, 21-35)
Das, was der Knecht im Gleichnis mit seinem Mitknecht macht, der ihm nur eine geringe Summe schuldig ist, ist eigentlich nichts Besonderes: so geht es eben zu in unserer Welt: Schulden müssen zurückgezahlt werden, jeder sucht seinen Vorteil, wenn es ums Geld geht, hört die Freundschaft auf.
Aber das Verhalten des Königs im Gleichnis – der natürlich für Gott steht – hat eine ganz andere Welt begründet: eine Welt, in der es Vergebung, Erlass von Schuld in unbegreiflichem Maß gibt. Eine Welt, die nicht mehr vom gegenseitigen Aufrechnen von Schuld und Versagen geprägt ist, sondern von großzügig schenkender Liebe. Der Knecht im Gleichnis war in diese Welt schon hineingezogen, der König hatte ihm seine gewaltigen, unbezahlbaren Schulden erlassen. Er scheitert daran, in dieser neuen Wirklichkeit zu leben und im gleichen Geist mit seinen Mitmenschen umzugehen. Die Mahnung, die der Evangelist uns geben will, ist klar: Wir sind als Jüngerinnen und Jünger bereits in die neue Wirklichkeit Gottes hineingenommen. Jeder von uns hat unbegreifliche, überströmende Liebe und Vergebung von Gott empfangen. Die Konsequenz muss sein, diese Liebe und Vergebung auch einander weiterzugeben, zumal in den Kleinigkeiten des Alltags. Wenn wir daran scheitern, wenn wir die neue Wirklichkeit Gottes verlassen, wenn wir untereinander hartherzig bleiben, verspielen wir auch für uns Gottes Barmherzigkeit und Liebe.
Im Tagesgebet der Messe beten wir:
Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge, sieh gnädig auf uns.
Gib, dass wir dir mit ganzem Herzen dienen
und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!
Pfarrer Martin Wetzel
Sonntag, 6. September 2020
23. Sonntag im Jahreskreis - Weltkirchlicher Tag der Gebetes und der Solidarität mit den Leidtragenden der Corona-Pandemie
Hier finden Sie die Predigt aus der Vorabendmesse in der St. Josefs Kirche.
Impuls zum 23. Sonntag im Jahreskreis
Im heutigen Evangelium lesen wir:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
15Wenn dein Bruder gegen dich sündigt,
dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht!
Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
16Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei mit dir,
damit die ganze Sache durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen
entschieden werde.
17Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde!
Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht,
dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.
18Amen, ich sage euch:
Alles, was ihr auf Erden binden werdet,
das wird auch im Himmel gebunden sein,
und alles, was ihr auf Erden lösen werdet,
das wird auch im Himmel gelöst sein.
19Weiter sage ich euch:
Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten,
werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.
20Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen. (Mat 18, 15-20)
Wir wissen es alle: das Doppelgebot der Gottes- und der Nächstenliebe steht im Zentrum der Verkündigung Jesu. Aber manchmal fragen wir uns etwas ratlos: genügt das schon zur Lösung aller Probleme? Brauchen wir Menschen nicht handfestere Regeln und Gesetze? Aber wir würden Jesus missverstehen, wenn wir das Gebot der Liebe nur als eine allgemein gehaltene Aufforderung zur Sympathie ohne reale Konsequenzen verstehen würden. Das heutige Evangelium zeigt, dass Jesus das Liebesgebot in ganz konkreter, handfester Weise versteht: Im Konfliktfall den Anderen nicht bloßstellen, sondern zuerst unter vier Augen, dann mit wenigen anderen versuchen, die Sache zu klären: das heißt für Jesus: den Nächsten lieben. Am Ende, falls jede Einsicht fehlt, muss aber auch die Gemeinschaft vor dem Einzelnen geschützt werden, uns sei es durch dessen Ausschluss.
Diesen Sonntag haben die Deutschen Bischöfe zu einem „Weltkirchlichen Sonntag des Gebets und der Solidarität mit den Leidtragenden“ angesichts der Corona-Pandemie ausgerufen.
Wir beten
für alle Erkrankten – erbarme dich;
für alle im Gesundheitswesen – erbarme dich;
für alle, die Versorgung, Betreuung und Sicherheit gewährleisten – erbarme dich;
für die Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft – erbarme dich;
für alle, die Angst haben und verunsichert sind – erbarme dich;
für die Alten und Kranken – erbarme dich;
für die Kinder – erbarme dich;
für die, die wirtschaftlich gefährdet sind – erbarme dich;
für alle Menschen weltweit und für Solidarität miteinander – erbarme dich;
für die Verstorbenen und Trauernden – erbarme dich.
Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria, aller Seligen und Heiligen bitten wir um deine Hilfe. Wende uns dein Antlitz zu und sei uns gnädig.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.
Wir bitten Sie auch um Ihre Spende für die Hilfe in den Ländern, die von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind
Für die Aktion ist ein Sonderkonto für Spenden eingerichtet (Verband der Diözesen Deutschlands, Stichwort: Corona-Kollekte 2020, IBAN DE53 4006 0265 0003 8383 03, GENODEM1DKM, Darlehnskasse Münster). Mit dem Erlös fördert die Kirche in Deutschland die Arbeit ihrer weltkirchlichen Werke und der Orden, die in der internationalen Corona-Hilfe aktiv sind.:
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!
Pfarrer Martin Wetzel
Sonntag, 23. August 2020
21. Sonntag im Jahreskreis
Impuls zum 21. Sonntag im Jahreskreis
Sonntag, 16. August 2020
20. Sonntag im Jahreskreis
Hier finden Sie die Predigt vom 15. August zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel.
Impuls zum 20. Sonntag im Jahreskreis
Das Evangelium vom heutigen Sonntag erzählt von dem Wunder, das Jesus auf Bitten einer heidnischen Frau wirkt:
In jener Zeit 21 zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.
22Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm
und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids!
Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.
23Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Schick sie fort,
denn sie schreit hinter uns her!
24Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
25Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!
26Er erwiderte:
Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen.
27Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen,
die vom Tisch ihrer Herren fallen.
28Darauf antwortete ihr Jesus:
Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an
war ihre Tochter geheilt. (Mat 15, 21-28)
Am Ende sagt Jesus: „Frau, dein Glaube ist groß.“ Das steht in betontem Gegensatz zum „Kleinglauben“, der öfters den Jüngern bescheinigt wird. Dieses Evangelium kann uns einladen, darüber nachzudenken, wie wir dieses Wort ‚Glaube‘ verstehen können. Im Zusammenhang der Begegnung Jesu mit der heidnischen Frau bedeutet ‚Glaube‘ offensichtlich ganz und gar nicht ein passives Geschehenlassen oder nur eine stille Ergebung in Gottes Willen. Die heidnische Frau lässt sich nicht abweisen: sie argumentiert, ja sie streitet mit Jesus. Und Jesus weist dies keineswegs als unpassend oder ungehörig ab. Man gewinnt den Eindruck, dass er geradezu froh darüber ist, dass sie ihm ein Argument an die Hand gibt, das es ihm erlaubt, ihrer Tochter doch zu helfen.
Für uns kann das bedeuten: ‚Glaube‘ kann auch in unserem Leben viele Formen annehmen. Dazu gehört auch die leidenschaftliche Auseinandersetzung mit Gott, der Ärger und das Unverständnis, das wir vor ihm ausbreiten. Gott weist unsere Argumente nicht zurück. Am Ende erweist sich seine Liebe und Barmherzigkeit immer als größer, als wir für möglich gehalten haben.
Das Tagesgebet der heutigen Messe lautet:
Barmherziger Gott, was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat,
das hast du denen bereitet, die dich lieben.
Gib uns ein Herz,
das dich in allem und über alles liebt,
damit wir
den Reichtum deiner Verheißungen erlangen,
der alles übersteigt, was wir ersehnen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
Ich wünsche Ihnen einen frohen, gesegneten Sonntag!
Pfarrer Martin Wetzel
Christi Himmelfahrt Predigt und Orgelspiel aus der Vorabendmesse M. Wetzel
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