Mittwoch, 8. April 2020

Botschaften vor der Kirche

Botschaften vor der Kirche....

Pessach

Mit dem Sonnenuntergang am Mittwoch beginnt das jüdische Pessach-Fest. Auch für die jüdischen Gemeinden sind in diesem Jahr die üblichen gemeinsamen Feiern nicht möglich; heute abend werden sich aber viele Hausgemeinschaften in jüdischen Familien zum Sedermahl versammeln, bei dem mit Liedern, Lesungen und Gebeten vor allem an den Auszug aus Ägypten gedacht wird. 
In der christlichen Liturgie wird morgen, am Gründonnerstag, an die Einsetzung des Pessachfestes erinnert und an das besondere und für uns bis heute so prägende Mahl, das Jesus am Abend vor seinem Leiden mit seinen Jüngern gefeiert hat. 
Unsere Gebete und unsere guten Wünsche begleiten in den kommenden Tagen auch die jüdischen Gemeinden beim Pessach-Fest.

M. Wetzel

Osterkerzen

In den vergangenen Wochen wurden die drei neuen Osterkerzen für die Kirchen der Seelsorgeeinheit wunderschön gestaltet - ich werde sie Ihnen im Laufe der Osterwoche vorstellen.
Aber auch viele Gemeindemitglieder haben kleine Osterkerzen gebastelt und verziert.
In unseren Kirchen stehen ab heute die gesegneten kleinen Osterkerzen (im Kunststoffbecher) bereit, die wir sonst für den Osternachtsgottesdienst verteilen. Gerne können sie, solange der Vorrat reicht, eine solche Osterkerze mitnehmen.

M. Wetzel

Impuls zum Mittwoch in der Karwoche

Das dritte Gottesknechtslied steht im 50. Kapitel des Jesajabuches:


4 GOTT, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern, / damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. 
Jeden Morgen weckt er mein Ohr, / damit ich höre, wie Schüler hören. 
5 GOTT, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. / Ich aber wehrte mich nicht / und wich nicht zurück. 
6 Ich hielt meinen Rücken denen hin, / die mich schlugen, 
und meine Wange denen, / die mir den Bart ausrissen. 
Mein Gesicht verbarg ich nicht / vor Schmähungen und Speichel. 
7 Und GOTT, der Herr, wird mir helfen; / darum werde ich nicht in Schande enden. 
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; / ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate. 
8 Er, der mich freispricht, ist nahe. / Wer will mit mir streiten? 
Lasst uns zusammen vortreten! / Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit? / Er trete zu mir heran. 
9 Siehe, GOTT, der Herr, wird mir helfen. / Wer kann mich für schuldig erklären? 
Siehe, sie alle zerfallen / wie ein Gewand, das die Motten zerfressen. 

Das 3. Lied vom Gottesknecht gleicht einem Vertrauenspsalm, angewandt auf das Schicksal eines Propheten. Der ideale Erwählte Gottes, von dem in den Gottesknechtsliedern die Rede ist, wird damit in eine Reihe mit Propheten wie Jeremia gestellt. Der Ton wird zunehmend düsterer, die Widerstände werden stärker. Schon ist von 'Schlägen' und 'Schmähungen' die Rede, aber noch sind wir ein ganzes Stück von der Szene des 4. Gottesknechtsliedes entfernt, in dem vom leidenden und sterbenden Knecht Gottes die Rede ist und das dann Teil der Karfreitags-Liturgie sein wird. 

M. Wetzel

Dienstag, 7. April 2020

Fürbitten bei den Nichtöffentlichen Gottesdiensten


Gerne nehme ich Fürbitten von Ihnen mit auf in die nichtöffentlichen Gottesdienste, gerade auch an den österlichen Tagen.
Ich habe hier ein Fürbittbuch angelegt, in das Sie Ihre Fürbitte eintragen können.

M. Wetzel

Misereor-Kreuzweg


Heute hätten wir den Misereor-Kreuzweg im Abschiedsraum des Diakonissenkrankenhauses gemeinsam gebetet:

https://fastenaktion.misereor.de/fileadmin/user_upload_fastenaktion/02-liturgie/kreuzweg-erwachsene-beschreibung-fastenaktion-2020.pdf

Herzliche Einladung an alle!

Impuls zum Dienstag in der Karwoche

Das zweite Lied vom Gottesknecht aus Jesaja 49 prägt die Liturgie vom Dienstag in der Karwoche:

 1 Hört auf mich, ihr Inseln, / merkt auf, ihr Völker in der Ferne! 
Der HERR hat mich schon im Mutterleib berufen; / als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt. 
2 Er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert, / er verbarg mich im Schatten seiner Hand. 
Er machte mich zu einem spitzen Pfeil / und steckte mich in seinen Köcher. 
3 Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, / an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. 
4 Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, / habe meine Kraft für Nichtiges und Windhauch vertan. 
Aber mein Recht liegt beim HERRN / und mein Lohn bei meinem Gott. 
5 Jetzt aber hat der HERR gesprochen, / der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht geformt hat, 
damit ich Jakob zu ihm heimführe / und Israel bei ihm versammelt werde. 
So wurde ich in den Augen des HERRN geehrt / und mein Gott war meine Stärke. 
6 Und er sagte: 
Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, / nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten / und die Verschonten Israels heimzuführen. 
Ich mache dich zum Licht der Nationen; / damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht. 

Im zweiten Lied vom Gottesknecht wird fortgesetzt, was man eine 'Idealbiographie' eines von Gott erwählten Heilsbringers nennen kann: mit Rückgriff auf Motive aus der Mosesgeschichte und Anklängen auf die Hoffnungen, die bei der Rückkehr der Israeliten aus dem Exil auf den Perserkönig Kyros gesetzt werden, aber (in Vers 3) auch auf Israel insgesamt bezogen, wird hier entfaltet, was das Ziel der Heilsgeschichte sein soll: die Sammlung des Gottesvolkes, über die Grenzen Israels hinaus, über alles hinaus, was Menschen vollbringen können: ein Zustand, der in Vers 6 'Heil' genannt wird.
Das hebräische Wort yeshuah (= Heil, Erlösung), das hier steht, machte es den frühen Christen zusätzlich leicht, Jesus als die Erfüllung all dieser Erwartungen zu bekennen.

M. Wetzel


Montag, 6. April 2020

Kreuzweg

VIA CRUCIS  MAIOLICHE (1757) ERETTE DALL’ARCICONFRATERNITA DEI TEUTONICI  CIMITERO TEUTONICO   CITTÀ DEL VATICANO

Die meditative Betrachtung des Kreuzwegs gehört zu den traditionellen Formen der Vorbereitung auf Ostern.Die Kreuzwegandacht des Papstes wird dieses Jahr auf dem menschenleeren Petersplatz stattfinden. Die Texte dazu wurden nun vom Vatikan veröffentlicht, sie stammen aus dem Gefängnis in Padua, von Gefangenen und von Menschen aus dem Umfeld der Gefangenen. 

(gepostet von M. Wetzel)

Nichtöffentliche Gottesdienste

Zur Aufgabe eines Pfarrers in dieser Zeit gehört es auch, in nichtöffentlichen Gottesdiensten die österliche Liturgie zu feiern - auch ohne unmittelbare Beteiligung der Gemeinde weiß ich mich dabei in Verbindung mit der ganzen Kirche, besonders aber verbunden mit dem Gebet und der gegenseitigen Fürbitte vieler Menschen in unserer Seelsorgeeinheit.

Nichtöffentlicher Gottesdienst am Palmsonntag in der St. Jakobus Kirche

Einen guten Weg zum Osterfest wünscht Ihnen

M. Wetzel
Das 2. Symbol liegt aus...
 

Impuls für den Montag der Karwoche

An den Wochentagen der Karwoche nimmt die Liturgie Abschnitte aus dem Buch Jesaja auf, die für die Christen von Anfang an besonder wichtig waren, um das Leiden und Sterben Jesu richtig zu deuten: Die Lieder vom Gottesknecht aus dem zweiten Teil des Jesajabuches. Heute, am Montag ist es das Erste Gottesknechtslied aus Jesaja 42:


1 Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; / das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. 
Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, / er bringt den Nationen das Recht.
2 Er schreit nicht und lärmt nicht / und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. 
3 Das geknickte Rohr zerbricht er nicht / und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; / ja, er bringt wirklich das Recht. 
4 Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, / bis er auf der Erde das Recht begründet hat. / Auf seine Weisung warten die Inseln.
5 So spricht Gott, der HERR, / der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, / der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der dem Volk auf ihr Atem gibt /
und Geist allen, die auf ihr gehen. 
6 Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, / ich fasse dich an der Hand. 
Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, / zum Licht der Nationen,
7 um blinde Augen zu öffnen, / Gefangene aus dem Kerker zu holen 
und die im Dunkel sitzen, / aus der Haft. 

Der 'Knecht Gottes' wird hier mit Worten beschrieben, die an Moses und den Exodus aus Ägypten erinnern: er bringt 'Weisung' (Torah) und 'Recht' - nicht nur für Israel, sondern für alle Nationen. In der Auslegung dieser Lieder gibt es viele Theorien, wer mit dem 'Knecht Gottes' gemeint sein könnte: eine Person zur Zeit des Propheten? Der Prophet selbst? Eine zukünftige Gestalt? Ein Einzelner oder ein Kollektiv? - heute gehen viele Exegeten davon aus, dass im Jesajabuch ursprünglich die Idealgestalt eines Friedens- und Heilsbringers geschildert werden sollte. Für uns Christen gewinnt diese Idealgestalt konkrete Züge in der Person Jesu: Er wird - in ganz überraschender Weise - zum 'Bund Gottes' mit allen Menschen, durch ihn kommt die 'Weisung Gottes' in unseren Herzen an.

M. Wetzel

Sonntag, 5. April 2020

Pfarrgemeinderatswahl


Der Wahlvorstand hat das Ergebnis der Pfarrgemeinderatswahl veröffentlicht.

Ein großes Dankeschön dem Wahlvorstand unter dem Vorsitz von Hrn. Klaus Dörsam für die Durchführung der Wahl unter erschwerten Bedingungen!

Allen Gewählten wünsche ich Gottes Segen und eine erfolgreiche Arbeit für unsere Seelsorgeeinheit.


Allen Kandidatinnen und Kandidaten herzlichen Dank! Ob gewählt oder nicht, unsere Seelsorgeeinheit braucht dringend auch weiterhin ihren Einsatz.




Zum Ausklang des Palmsonntags noch ein Gedicht von Gilbert Keith Chesterton:

Bild: Doris Schug
In: Pfarrbriefservice.de


The Donkey


When fishes flew and forests walked
   And figs grew upon thorn,
Some moment when the moon was blood
   Then surely I was born.

With monstrous head and sickening cry
   And ears like errant wings,
The devil’s walking parody
   On all four-footed things.

The tattered outlaw of the earth,
   Of ancient crooked will;
Starve, scourge, deride me: I am dumb,
   I keep my secret still.

Fools! For I also had my hour;
   One far fierce hour and sweet:
There was a shout about my ears,
   And palms before my feet.

G. K. Chesterton

Das Leben wird an der Liebe gemessen


Predigt von Papst Franziskus an Palmsonntag

Jesus »entäußerte sich und wurde wie ein Sklave« (Phil 2,7). Lassen wir uns von diesen Worten des Apostels Paulus in die heiligen Tage einführen, wo Jesus in den Lesungen der Heiligen Schrift wiederholt als Knecht bezeichnet wird: am Gründonnerstag ist er der Diener, der den Jüngern die Füße wäscht; am Karfreitag wird als der leidende und siegreiche Gottesknecht dargestellt (vgl. Jes 52,13); und bereits morgen hören wir die Prophezeiung Jesajas über ihn: »Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze« (Jes 42,1). Gott hat uns gerettet, indem er uns dient. Wir denken im Allgemeinen, dass wir es sind, die Gott dienen. Nein, er ist es, der uns unentgeltlich gedient hat, weil er uns zuerst geliebt hat. Es ist schwierig zu lieben, wenn man selbst keine Liebe erfährt. Und noch schwieriger ist es zu dienen, wenn wir uns nicht von Gott bedienen lassen.

In welcher Weise aber hat der Herr uns gedient? Indem er sein Leben für uns gibt. Wir sind ihm lieb und er hat einen teuren Preis für uns gezahlt. Die heilige Angela von Foligno bezeugte, dass Jesus ihr folgende Worte sagte: »Ich habe dich nicht zum Spaß geliebt.« Seine Liebe brachte ihn dazu, sich für uns zu opfern, all unser Böses auf sich zu nehmen. Es fehlen einem die Worte: Gott hat uns gerettet, indem er zuließ, dass unser Böses sich gegen seinen Sohn richtete. Keine Gegenwehr, nur mit Demut, mit Geduld und mit dem Gehorsam des Dieners, allein mit der Kraft der Liebe. Und der Vater hat den Dienst Jesu mitgetragen: Er beseitigte das Böse nicht, das über seinen Sohn hereinbrach, sondern stütze ihn im Leiden, damit unser Böses allein mit dem Guten überwunden wird, damit es durch und durch von der Liebe durchdrungen wird. Durch und durch.

Der Herr hat uns gedient, selbst als er die für einen Liebenden schmerzlichsten Situationen erleben musste: Verrat und Verlassenheit.

Der Verrat. Jesus erlebte den Verrat des Jüngers, der ihn verkaufte, und des Jüngers, der ihn verleugnete. Er wurde von den Menschen verraten, die ihm zuerst zujubelten und dann schrien: »Ans Kreuz mit ihm!« (Mt 27,22). Er wurde verraten von der religiösen Institution, die ihn zu Unrecht verurteilte, und von der politischen Institution, die ihre Hände in Unschuld wusch. Denken wir an die kleinen oder großen Situationen des Verrats, die wir erleben mussten. Es ist schrecklich, wenn man entdeckt, dass das Vertrauen, das man in jemanden gesetzt hat, missbraucht wird.

Eine solche Enttäuschung geht einem so zu Herzen, dass das Leben keinen Sinn mehr zu haben scheint. Dies kommt daher, weil wir geboren werden, um geliebt zu werden und um zu lieben, und am schmerzlichsten ist es, von denen verraten zu werden, die versprochen haben, uns loyal und nahe zu sein. Wir können uns nicht einmal vorstellen, wie schmerzhaft das für Gott war, für ihn, der die Liebe ist.

Blicken wir in unser eigenes Leben. Wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, werden wir unsere Untreue sehen. Wie viel Unaufrichtigkeit, Heuchelei und Doppelzüngigkeit da doch ist! Wie viele gute Absichten wir verraten haben! Wie viele gebrochene Versprechen! Wie viele Vorsätze haben wir aufgegeben! Der Herr kennt unsere Herzen besser als wir selbst, er weiß, wie schwach und unbeständig wir sind, wie oft wir fallen, wie schwer es uns fällt, wieder aufzustehen, und wie schwierig es ist, manche Wunden zu heilen.

Und was hat er getan, um uns zu helfen, um uns zu dienen? Das, was er durch den Propheten gesagt hatte: »Ich will ihre Untreue heilen und sie aus freiem Willen wieder lieben« (Hos 14,5). Er heilte uns dadurch, dass er unsere Untreue auf sich nahm, dass er unseren Verrat hinwegnahm, damit wir uns nicht von Versagensängsten entmutigen lassen, sondern zum Gekreuzigten aufblicken können, uns von ihm umarmen lassen und sagen können: „Schau, meine Treulosigkeit dort, du, Jesus, hast sie mir genommen. Du kommst mir mit offenen Armen entgegen, du dienst mir mit deiner Liebe, du unterstützt mich weiterhin ... So gehe ich weiter!“

Die Verlassenheit. Am Kreuz sagt Jesus im Evangelium des heutigen Tages nur einen Satz: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Mt 27,46). Das ist ein starkes Wort. Jesus hatte die leidvolle Erfahrung machen müssen, dass die Seinen geflohen waren und ihn im Stich gelassen hatten. Der Vater aber war bei ihm geblieben. Nun, in abgrundtiefer Einsamkeit, nennt er ihn zum ersten Mal mit der allgemeinen Bezeichnung „Gott“. Und er ruft ihm mit »lauter Stimme« dieses herzzerreißende „Warum?“ zu: „Warum hast auch du mich verlassen?“ Dies sind eigentlich Worte eines Psalms (vgl. 22,2). Sie sagen uns, dass Jesus auch seine äußerste Trostlosigkeit ins Gebet gebracht hat. Aber die Tatsache bleibt, dass er dies erlebt hat: Er erlebte die größte Verlassenheit, welche die Evangelien bezeugen und mit seinen ursprünglichen Worten wiedergeben: Eli, Eli, lema sabachtani?

Warum all das? Noch einmal für uns, um uns zu dienen. Damit wir dann, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, wenn wir uns in einer Sackgasse befinden, ohne Licht und ohne Ausweg, und wenn es scheint, dass selbst Gott nicht antwortet, uns daran erinnern, dass wir nicht allein sind. Jesus erlebte die totale Verlassenheit, die ihm an sich ganz fremd ist, um mit uns vollkommen solidarisch zu sein. Das hat er für mich getan, für dich, um dir zu sagen: „Hab keine Angst, du bist nicht allein. Ich habe all deine Trostlosigkeit erlebt, um immer an deiner Seite zu sein.“

So weit also ging Jesus in seinem Dienst, dass er in den Abgrund unserer schrecklichsten Leiden hinabstieg, bis hin zu Verrat und Verlassenheit. Heute, in dieser dramatischen Situation der Pandemie, angesichts so vieler Gewissheiten, die zerbröckeln, angesichts so vieler enttäuschter Erwartungen, in diesem Gefühl bedrückender Verlassenheit, sagt Jesus zu einem jeden: „Nur Mut! Öffne dein Herz meiner Liebe. Du wirst den Trost Gottes spüren, der dir beisteht.“

Liebe Brüder und Schwestern, was können wir, die wir vor Gott stehen, tun, der uns bis zur Erfahrung von Verrat und Verlassenheit gedient hat? Wir sollen das nicht verraten, wofür wir geschaffen wurden, und das nicht aufgeben, was zählt. Wir sind auf der Welt, um Gott und unsere Mitmenschen zu lieben. Das bleibt, alles andere vergeht. Das Drama, das wir gerade durchleben, drängt uns, die ernsten Dinge ernst zu nehmen und uns nicht in Belanglosigkeiten zu verlieren; wiederzuentdecken, dass das Leben zu nichts dient, wenn man nicht dient. Denn das Leben wird an der Liebe gemessen.

So stehen wir in diesen heiligen Tagen zu Hause vor dem Gekreuzigten, an dem sichtbar wird, wie sehr Gott uns geliebt hat. Bitten wir den Gottessohn, dessen Dienst bis zur Hingabe seines Lebens geht, um die Gnade, dass wir leben, um zu dienen. Versuchen wir, mit denen Kontakt zu halten, die leiden, die allein sind und bedürftig. Denken wir nicht nur an das, was uns fehlt, sondern auch an das Gute, das wir tun können.

Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze. Der Vater, der Jesus auf seinem Leidesweg gestützt hat, ermutigt auch uns in unserem Dienst. Sicherlich, zu lieben, beten, vergeben und sich um andere zu kümmern, in der Familie wie auch in der Gesellschaft, kann einiges kosten. Es mag wie ein Kreuzweg erscheinen. Aber der Weg des Dienens ist der Weg des Sieges, der uns erlöst hat und unser Leben rettet.

Ich möchte dies besonders den jungen Menschen sagen, an diesem Tag, der ihnen seit 35 Jahren gewidmet ist. Liebe Freunde, schaut auf die wahren Helden, die in diesen Tagen zum Vorschein kommen. Es sind nicht diejenigen, die Ruhm, Geld und Erfolg haben, sondern diejenigen, die in Selbsthingabe anderen dienen. Fühlt euch berufen, euer Leben einzusetzen. Habt keine Angst, es für Gott und die anderen zu geben, ihr werdet dabei gewinnen! Denn das Leben ist ein Geschenk, das einem zuteilwird, wenn man sich selbst hingibt; und die größte Freude besteht darin, Ja zu sagen zur Liebe, ohne Wenn und Aber. So, wie Jesus es für uns getan hat.

(gepostet von M. Wetzel)

Palmsonntag - Beginn der Heiligen Woche

Bild: Christine Limmer
In: Pfarrbriefservice.de

Hier finden Sie einen Impuls zum Palmsonntag.

Und die Kurzpredigt von Pfr. Wetzel zum Evangelium von Einzug in Jesu in Jerusalem: hier als mp3-Audio Datei

Unser Kirchenmusiker, Herr Wolfgang Schubardt, hat das Palmsonntagslied: "Singt dem König Freudenpsalmen" für Sie aufgenommen: hier die Audio-Datei; und auch als Video.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Palmsonntag!

M. Wetzel

Samstag, 4. April 2020

Frühlingsvollmond
Deutlich und schön ist heute und in den kommenden klaren Nächten der Karwoche
der zunehmende Mond zu sehen - zum ersten Frühlingsvollmond, nach der Osterfesttermin festgelegt wird: am Sonntag danach. Ein hoffnungsvolles Zeichen am Himmel, gerade jetzt.
Einen schönen Palmsonntag und eine besinnliche Karwoche allerseits!
Stefan Mayer

Video-Botschaft von Papst Franziskus zur Karwoche

Impuls zum Samstag in der 5. Fastenwoche

Bild: Hans Heindl
In: Pfarrbriefservice.de

Die Gottesdienstkongregation in Rom hat ein Messformular für eine Messe "In der Zeit der Pandemie" veröffentlicht, dass ich heute bei der nichtöffentlichen Messfeier verwenden werde. 
Das Tagesgebet dieser Messe lautet: 

Allmächtiger und ewiger Gott,
du bist unsere Zuflucht in jeder Gefahr;
an dich wenden wir uns in unserem Schmerz
und bitten dich voll Vertrauen:
Hab Erbarmen mit unserer Not.
Gewähre den Verstorbenen die ewige Ruhe,
tröste die Trauernden,
heile die Kranken.
Schenke den Sterbenden den Frieden,
den Pflegenden Stärke,
den Verantwortungsträgern Weisheit
und ermutige alle, sich einander in Liebe zuzuwenden,
damit wir gemeinsam deinem heiligen Namen die Ehre erweisen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,
unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

M. Wetzel

Freitag, 3. April 2020

Schmerzensfreitag

Der Freitag vor Palmsonntag wird an zahlreichen Marienwallfahrtsorten als "Schmerzensfreitag" begangen, als Gedenken der Schmerzen Mariens, die ihren Sohn Jesus auf seinem Kreuzweg begleitet.

Ávila, Cathedral of the Saviour 082
'Unsere Liebe Frau der Schmerzen', Tizianschule, 16. Jhd., Museum der Kathedrale von Avila

M. Wetzel

Palmzweige

Zu einer Palmprozession an Palmsonntag können wir Sie in diesem Jahr leider nicht einladen. Sie finden aber in den drei Kirchen der Seelsorgeeinheit gesegnete Palmzweige (vor dem Altar), die Sie gerne - soweit der Vorrat reicht - mit nach Hause nehmen können. 
Wenn Sie eigene Palmzweige haben, können Sie diese am Samstag/Sonntag in eine der Kirchen legen; im Laufe des Palmsonntags werde ich die Palmzweige dort segnen.



Und natürlich sind Sie eingeladen, bei Ihrer häuslichen Feier am Palmsonntag selbst ein Segensgebet über die Palmzweige zu sprechen:

Allmächtiger, ewiger Gott,
segne diese Zweige,
die Zeichen des Lebens und des Sieges,
mit denen wir Christus, unserem König, huldigen.
Mit Lobgesängen begleiten wir ihn
in seine heilige Stadt;
gib, dass wir durch ihn zum himmlischen Jerusalem gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

M. Wetzel

Ostergruß von Dekan Karl Jung

Hier finden Sie den Ostergruß von Dekan Jung.

Impuls zum Freitag der 5. Fastenwoche

Der Antwortpsalm der heutigen Messe ist aus Psalm 18 genommen:

3        Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke,

          Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter,
          mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge,
          mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht. 
4        Ich rufe: Der Herr sei gepriesen!,
          und ich werde vor meinen Feinden gerettet.
5        Mich umfingen die Fesseln des Todes,
          mich erschreckten die Fluten des Verderbens. 
6        Die Bande der Unterwelt umstrickten mich,
          über mich fielen die Schlingen des Todes.
7ab    In meiner Not rief ich zum Herrn
          und schrie zu meinem Gott. 
7cd    Aus seinem Heiligtum hörte er mein Rufen,
          mein Hilfeschrei drang an sein Ohr.
20      Er führte mich hinaus ins Weite,
          er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen. 

In einem Kommentar zu diesem Psalm ist zu lesen: (vielleicht auch eine Einladung, den Psalm 18 in der Bibel aufzuschlagen und im Zusammenhang zu lesen):

2b-4 Bindung an Gott
Der Psalm beginnt mit einer Beschreibung der Macht Gottes, die sich aus mehreren literarischen Bildern zusammensetzt: "meine Stärke ... / mein Fels, meine Festung, mein Befreier ... / mein Felsen der Zuflucht, / mein Schild, mein rettendes Horn, meine Festung". Menschen, die die Idee eines Gottes der Liebe und des Friedens bevorzugen, werden durch den militärischen Charakter dieser Metaphern beunruhigt sein. Wenn die Menschen jedoch von den Lebensumständen überwältigt sind und befürchten, dass sie nicht überleben können, kann der Gedanke an einen mächtigen Gott, der solche Hindernisse überwindet, sie trösten und ermutigen.

5-7 Die Bedrohung durch den Tod
Der Tod selbst und die Scheol wollen den Psalmisten, der zum im Himmel thronenden Herrn schreit, umgarnen. Der Tod wird als unbändiges Wasser charakterisiert, der Hauptfeind der Ordnung in vielen nahöstlichen Schöpfungsmythen. Wie in diesen alten Mythen hört Gott diesen Hilferuf, hebt die Bedrohung auf und stellt die Ordnung wieder her. Da das Leben des Psalmisten selbst in Gefahr ist, steigt Gott von dem himmlischen Thron herab, der errichtet wurde, als der kosmische Kampf mit dem Chaos gewonnen wurde, und erschüttert die Erde beim Herabsteigen in ihren Grundfesten.

8-20 Kosmischer Sieg über das Chaos
Die zerstörerische Kraft des unkontrollierten Wassers gefährdete die alten Israeliten so sehr, dass es zu einem Symbol des drohenden Chaos wurde. Dieses Chaos konnte persönlicher Kampf, soziale Unordnung oder kosmische Umwälzung sein. Dieses Konzept war so sehr Teil der altorientalischen Weltanschauung, dass die Urschöpfung selbst als der Akt der Neuordnung nach einem kosmischen Kampf zwischen den Kräften der Ordnung und denen des Chaos angesehen wurde. Israel machte sich dieses mythologische Konzept zu eigen und stellte sich seinen eigenen Gott in der Gestalt des triumphierenden Eroberers des Chaos vor. Es war ihr Gott und kein anderer, der auf den Wolken ritt, dessen Stimme im Donner zu hören war und dessen Pfeile die Blitze waren. Es war ihr Gott, der durch die Wasser der Tiefe ging, das unbändige Meer zurückhielt und sanften Regen schickte, um den Durst der Erde und alles, was auf ihr lebte, zu stillen. Dieser furchterregende Gott griff in die Tiefen des Chaos, vereitelte die Pläne der Feinde und zog den gefährdeten Psalmisten heraus.
aus: BERGANT, DIANNE ; DURKEN, D. (ed.): Psalms, The New Collegeville Bible Commentary. vol. 1. Collegeville, MN : Liturgical Press, 2013
(übersetzt mit DeepL.com)

(gepostet von M. Wetzel)

Donnerstag, 2. April 2020

Auf dem Weg zum Osterfest: Einladung zu Buße und Umkehr



(gepostet von M. Wetzel)

Impuls zum Donnerstag in der 5. Fastenwoche

Die Texte der Liturgie vom heutigen Tag stellen uns - kurz vor Beginn der Karwoche - den Bund Gottes mit Abraham vor Augen:

Lesung aus dem Buch Genesis (Kapitel 17)
In jenen Tagen
1aerschien der Herr dem Abram.
3Abram fiel auf sein Gesicht nieder; Gott redete mit ihm und sprach:
4Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern.
5Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham - Vater der Menge - wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt.
6Ich mache dich sehr fruchtbar und lasse Völker aus dir entstehen; Könige werden von dir abstammen.
7Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein.
8Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu Eigen, und ich will ihnen Gott sein.
9Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation.

Das Gedenken an den Tod und die Auferstehung Jesu, auf das wir zugehen - die österlichen Tage - das wird hier in einen großen Zusammenhang gestellt: Gott schließt einen Bund mit den Menschen. Er begleitet Israel auf dem Weg in die Freiheit, auf dem Weg in ein gutes Land. Er will, dass das Leben der Menschen gelingt. Seine Gebote sollen das Leben in Freiheit ermöglichen und schützen. 
Der Leidensweg Jesu und seine Auferstehung vollenden diesen Willen Gottes zum Bund mit den Menschen: alle werden nun einbezogen, Gottes vorbehaltlose Liebe offenbart sich in dem leidenden Jesus und Gottes vorbehaltloses Bekenntnis zum Leben und zum Heil offenbart sich in der Auferstehung Jesu. 
An uns ist es nun, in diesen Tagen persönlich wieder Ja zu sagen zum Bund mit Gott, in den wir durch die Taufe hineingenommen sind. Jeden Tag haben wir Gelegenheit, durch Taten der Mitmenschlichkeit die großen Worte von Heil und Leben in unseren Alltag zu übersetzen.

M. Wetzel

Mittwoch, 1. April 2020

Impuls zum Mittwoch in der 5. Fastenwoche


Der Antwortgesang in der heutigen Messe ist ein Loblied aus dem Buch Daniel (Kapitel 3):

53      Gepriesen bist du im Tempel deiner heiligen Herrlichkeit.
           Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
54      Gepriesen bist du, der in die Tiefen schaut und auf Kerubim thront.
          Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
55      Gepriesen bist du auf dem Thron deiner Herrschaft.
          Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
56      Gepriesen bist du am Gewölbe des Himmels.
          Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Ein Loblied auf Gott, geht uns das in mitten in der Corona-Krise über die Lippen, in einer Zeit, in der Menschen krank werden, sterben, verängstigt sind? Ja, gerade auch in dieser Zeit! Gott braucht unsere Loblieder nicht - für uns Menschen ist es dringend notwendig, dass wir die Augen aufmachen für alle seine Geschenke und für die Geschichte, die er schon lange mit uns hat. Gott zu loben und zu preisen: das heißt, mit offenen Sinnen zu leben, das ganze Bild der Wirklichkeit zu sehen und in den Ängsten der Gegenwart nicht unterzugehen.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen

M. Wetzel

Dienstag, 31. März 2020

Seit dem 20. März brennt jeden Tag meine Kerze für euch /für uns. Bleiben wir verbunden in Gedanken und im Gebet


Auch bei uns : Gebete in der Corona-Zeit. ... zum Mitnehmen!
Ab heute zum Mitnehmen in unseten Kirchen. Kleine Symbole und rin Text dazu. Damit wir sinnenfältig diese Zeit bestehen.

Sabine Hansen

Liebe Schwestern und Brüder,

ich wähle bewusst diese Anrede, da es in diesen Zeiten darauf ankommt, dass wir uns als Menschheitsfamilie verstehen. Als Menschheitsfamilie, die Verantwortung füreinander hat und trägt.

Vieles haben wir auf den Weg gebracht, um mit Euch in Verbindung zu bleiben, um Hilfen für den (geistlichen) Alltag zu geben.
Wir – Gemeindereferentin Gerda Hofmann, Gemeindereferentin Sandra Nitsche, Pfarrsekretärin Corinna Hess und ich, Pastoralreferentin Sabine Hansen – werden ab sofort für Euch/für uns hier im Pfarrbüro Maria Hilf (jede in ihrem Büroraum bei geöffneten Türen) die Laudes beten.

Das Stundengebet ist eigentlich nicht unsere bevorzugte Gebetsform, aber wir wollen uns bewusst in dieses Gebet der Kirche von alters her einschwingen. Wir wissen uns in eine weltweite Gebetsfamilie hineingenommen.

In der Laudes gibt es Klagen, Bitten, Lobpreis – all das ist wichtig in dieser Zeit.

Wir beten auch für alle stellvertretend, die aus den verschiedensten Gründen nicht beten können.

Wer möchte, kann sich von zuhause aus mit in unser Gebet einklinken.
Wir werden täglich um 9.30 Uhr die Laudes beten.

Ihr seid herzlich eingeladen mitzubeten.

Die Gebetstexte findet Ihr hier: https://stundenbuch.katholisch.de/kalendertag.php

Sabine Hansen

 

Botschaften vor der Kirche

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