Dienstag, 31. August 2021

 Dienstag der 22. Woche im Jahreskreis


Die Lesung vom Tag:


1 Über Zeiten und Stunden, Brüder und Schwestern, brauche ich euch nicht zu schreiben. 2 Ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. 3 Während die Menschen sagen: Friede und Sicherheit!, kommt plötzlich Verderben über sie wie die Wehen über eine schwangere Frau und es gibt kein Entrinnen. 4 Ihr aber, Brüder und Schwestern, lebt nicht im Finstern, sodass euch der Tag nicht wie ein Dieb überraschen kann. 5 Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis. 6 Darum wollen wir nicht schlafen wie die anderen, sondern wach und nüchtern sein. 

9 Denn Gott hat uns nicht für das Gericht seines Zorns bestimmt, sondern dafür, dass wir durch Jesus Christus, unseren Herrn, die Rettung erlangen. 10 Er ist für uns gestorben, damit wir vereint mit ihm leben, ob wir nun wachen oder schlafen. 11 Darum tröstet einander und einer baue den andern auf, wie ihr es schon tut! 
(1 Thessalonicher 5, 1-6.9-11)


M. Wetzel

Montag, 30. August 2021

 Montag der 22. Woche im Jahreskreis


Die Lesung vom Tag:

13 Brüder und Schwestern, wir wollen euch über die Entschlafenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott die Entschlafenen durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen. 15 Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch übrig sind bei der Ankunft des Herrn, werden den Entschlafenen nichts voraushaben. 16 Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen; 17 dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt zur Begegnung mit dem Herrn. Dann werden wir immer beim Herrn sein. 18 Tröstet also einander mit diesen Worten! 
(1Thessalonicher 4, 13-18)


M. Wetzel

Samstag, 28. August 2021

22. Sonntag im Jahreskreis

Evangelium: Mk 7, 1–8.14–15.21–23

In jener Zeit versammelten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit  ungewaschenen Händen aßen.

Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben; so halten sie an der Überlieferung der Alten fest. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln.

Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also:
Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?

Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesája hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.
Vergeblich verehren sie mich; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen.

Dann rief Jesus die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage! Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.

Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

Gedanken und Informationen zu diesem Evangelium von Pfr. Martin Wetzel finden Sie hier

Ich lade Sie ein, in der kommenden Woche über folgenden Satz aus dem Evangelium nachzudenken:

"Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein."

Was macht mich unrein? Wo kann ich mich verbessern?

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen

Jörg Riebold, Diakon


 



 

 

 

Donnerstag, 26. August 2021

 Donnerstag der 21. Woche im Jahreskreis


Die Lesung vom Tag: 

7 Darum, Brüder und Schwestern, wurden wir beim Gedenken an euch in all unserer Not und Bedrängnis durch euren Glauben getröstet; 8 jetzt leben wir auf, weil ihr fest in der Gemeinschaft mit dem Herrn steht. 9 Wie können wir Gott euretwegen genug danken für all die Freude, die uns um euretwillen vor unserem Gott erfüllt? 10 Bei Tag und Nacht bitten wir inständig darum, euch wiederzusehen und an eurem Glauben zu ergänzen, was ihm noch fehlt. 

11 Gott, unser Vater, und Jesus, unser Herr, mögen unsere Schritte zu euch lenken. 12 Euch aber lasse der Herr wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen, wie auch wir euch lieben, 13 damit eure Herzen gestärkt werden und ihr ohne Tadel seid, geheiligt vor Gott, unserem Vater, bei der Ankunft Jesu, unseres Herrn, mit allen seinen Heiligen. Amen. 
(1 Thessalonicher 3, 7-13)


M. Wetzel

Dienstag, 24. August 2021

 Dienstag der 21. Woche im Jahreskreis


Die Lesung vom Fest des Apostels Bartholomäus:

9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen voll mit den sieben letzten Plagen getragen hatten. Er sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes. 10 Da entrückte er mich im Geist auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, 11 erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis. 12 Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels. 13 Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. 14 Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. 
(Offenbarung 21, 9-14)



M. Wetzel

Montag, 23. August 2021

 Montag der 21. Woche im Jahreskreis


Die Lesung vom Tag:


1 Paulus, Silvanus und Timotheus an die dem Vater, und in Jesus Christus, dem Herrn, Kirche der Thessalonicher, die in Gott, ist: Gnade sei mit euch und Friede! 

2 Wir danken Gott für euch alle, sooft wir in unseren Gebeten an euch denken; 3 unablässig erinnern wir uns vor Gott, unserem Vater, an das Werk eures Glaubens, an die Mühe eurer Liebe und an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung auf Jesus Christus, unseren Herrn. 4 Wir wissen, von Gott geliebte Brüder und Schwestern, dass ihr erwählt seid. 5 Denn unser Evangelium kam zu euch nicht im Wort allein, sondern auch mit Kraft und mit dem Heiligen Geist und mit voller Gewissheit; ihr wisst selbst, wie wir bei euch aufgetreten sind, um euch zu gewinnen. 

8 Von euch aus ist das Wort des Herrn aber nicht nur nach Mazedonien und Achaia gedrungen, sondern überall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, sodass wir darüber nichts zu sagen brauchen. 9 Denn man erzählt sich überall, welche Aufnahme wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen 10 und seinen Sohn vom Himmel her zu erwarten, Jesus, den er von den Toten auferweckt hat und der uns dem kommenden Zorn entreißt. 
(1 Thessalonicher 1, 1-5.8b-10)


M. Wetzel

Freitag, 20. August 2021

 Informationen zum Sonntagsevangelium



M. Wetzel

"Auf welcher Seite stehst du eigentlich?" 21. Sonntag im Jahreskreis

 „Auf welcher Seite stehst du eigentlich?“

So haben wir alle sicher schon einmal diese Frage in unserem persönlichen Umfeld gehört.

Josua formuliert diese Frage an das Volk Israel so:

„Entscheidet euch, wem ihr dienen wollt!“

Und Jesus frägt seine Anhängerschaft mitten ins Herz:

„Wollt auch ihr gehen?“

In den biblischen Lesungen vom Sonntag geht es um Glaubensentscheidung, Konsequenz und Positionierung.

Ein jüdischer Schüler fragte einmal seinen Rabbi: „Warum sagt Gott in der Geschichte vom brennenden Dornenbusch: Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, und nicht: Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs?“ Die weise Antwort des Rabbis: „Weil jede Generation Gott neu suchen und finden muss.“

Ja, das stimmt, jede Generation muss Gott neu für sich suchen und finden.

Ich denke, wir haben alle schon einmal gespürt, getauft sein, genügt nicht, sondern diese Entscheidung meiner Eltern muss ich als Erwachsene:r immer wieder neu treffen.

Gerade in der langen Lockdown-Zeit haben wir alle doch erfahren, wie wir unseren Glauben neu entdecken mussten. Vertraute und selbstverständliche Formen unseres Glaubenslebens sind weggebrochen. 

Ich habe mit vielen Menschen gesprochen. Auch meine Glaubensreflexion war intensiv.

Es tauchten immer wieder gleiche oder ähnliche Fragen auf:

Was ist der Inhalt meines Glaubens?

Ist mir die christliche Botschaft wichtig?

Was macht mein Glaubensleben aus? Einmal in der Woche Eucharistiefeier?

Trägt mein bisheriger Glauben durch solche Krisensituationen?

Was ist mir wichtig? Möchte ich etwas ändern?

Ich denke Unklarheit, Unsicherheit, Infrage stellen, Zweifel ist uns allen in unserer Glaubensbiografie nicht fremd.

Da ist es gut ähnliche Geschichten in der Bibel vorzufinden.

Bei Josua und der Anhängerschaft Jesu steht am Ende eine Entscheidung: An wen glaubt ihr?

Vielleicht können uns die Antworten jeweils bei unserer Entscheidung helfen.

Das Volk Israel ist im verheißenen Land in großer Versuchung den Göttern Kanaans nachzulaufen, die Glück und Wohlstand versprachen?

Wo sind auch wir gefährdet, Göttern unserer Zeit nachzulaufen?

Auch für uns gilt, entscheidet dich, welchem Gott du dienen wollt.

Es war in der Tat eine große Versuchung, Gott untreu zu werden.

In dieser Entscheidungssituation erinnert sich das Volk Israel der Rettung Jahwes aus der Sklaverei und bekennt eindeutig: 

Auch wir wollen dem Herrn dienen, denn er ist unser Gott.

Und Petrus antwortet Jesus: Zu wem sollen wir denn gehen? 

Du hast Worte ewigen Lebens.

Ein starkes Glaubensbekenntnis.

Vorbild für uns?

Ja, wenn wir uns ehrlich fragen, was sind für uns die Worte ewigen Lebens?

Wo entscheide ich mich bewusst für meinen Glauben?

Wie lebe ich ihn?

Die Jüngerinnen und Jünger sind in Kommunikation mit Jesus. Für sie ist klar, dass bei allen Schwierigkeiten in seiner Nachfolge und bei allem Anspruch, der sich aus dieser Nachfolge ergibt, dass bei allen unseren Schwachheiten und Inkonsequenzen, unserer Lauheit die Botschaft Jesu allein zum Leben in Freiheit und Fülle führt.

Jesu Botschaft zeigt auch uns eine neue Welt, neues Leben in Hoffnung und Freiheit – selbst wenn wir nicht jedes Wort von ihm verstehen.

Wir dürfen aufrecht vor ihm stehen, weil er uns annimmt, wie wir sind, ohne Unterschied. 

Die Entscheidung für ihn fällt nicht immer leicht, aber sie macht leicht und frei:

„Welchem Gott willst du dienen?“

Sabine Hansen, Pastororalreferentin

 Papst Franziskus: 'Neustart' lautet die Devise


Mit einer Botschaft, die von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet ist, wendet sich der Papst an das diesjährige große Katholikentreffen in der Adriastadt Rimini.

An Seine Hochwürdigste Exzellenz
Mgr FRANCESCO LAMBIASI
Bischof von Rimini


Hochwürdigste Exzellenz

Der Heilige Vater ist erfreut, dass das Treffen für die Freundschaft unter den Völkern wieder "in Präsenz" stattfindet und sendet Ihnen, den Organisatoren und allen Teilnehmern seine Grüße mit dem Wunsch auf einen fruchtbaren Verlauf.

Der gewählte Titel - "Der Mut, Ich zu sagen" -, der dem Tagebuch des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard entnommen ist, ist in einer Zeit, in der wir mit dem richtigen Fuß aufstehen müssen, um die Chance, die uns die Pandemiekrise bietet, nicht zu verspielen, von großer Bedeutung. "Neustart" lautet die Devise. Aber das geschieht nicht automatisch, denn jede menschliche Initiative ist mit Freiheit verbunden. Benedikt XVI. erinnerte uns daran: "Die Freiheit setzt voraus, dass jeder Mensch in seinen grundlegenden Entscheidungen [...] ein neuer Anfang ist. [Die Freiheit muss immer wieder neu erobert werden, um des Guten willen". (Spe Salvi, 24). In diesem Sinne ist der Mut zum Risiko in erster Linie ein Akt der Freiheit.

Während des ersten Lockdowns rief Papst Franziskus alle zur Ausübung dieser Freiheit auf: "Schlimmer als diese Krise ist nur das Drama, sie zu verschwenden" (Pfingstpredigt, 31. Mai 2020).

Während die Pandemie eine physische Distanzierung erzwingt, hat sie die Person, das "Ich" jedes Einzelnen, wieder in den Mittelpunkt gerückt und in vielen Fällen dazu geführt, dass grundlegende Fragen nach dem Sinn des Daseins und der Nützlichkeit des Lebens, die zu lange geschlummert oder, schlimmer noch, zensiert worden waren, wieder aufgeworfen wurden. Sie hat auch ein Gefühl der persönlichen Verantwortung geweckt. Viele haben dies in verschiedenen Situationen erlebt. Angesichts von Krankheit und Schmerz, angesichts des Auftauchens einer Notlage, sind viele Menschen nicht zurückgewichen und haben gesagt: "Hier bin ich".

Die Gesellschaft braucht unbedingt Personen, die eine verantwortungsvolle Rolle spielen. Ohne konkrete Personen gibt es keine Gesellschaft, sondern eine zufällige Ansammlung von Wesen, die nicht wissen, warum sie zusammen sind. Der einzige Klebstoff, der übrig bliebe, wäre der Egoismus der Berechnung und des Eigennutzes, der uns gleichgültig gegenüber allem und jedem macht. Außerdem ziehen es die Götzen der Macht und des Geldes vor, sich mit Individuen statt mit Personen zu befassen, d. h. mit einem "Ich", das sich auf seine eigenen Bedürfnisse und subjektiven Rechte konzentriert, statt mit einem "Ich", das für andere offen ist und danach strebt, das "Wir" der Brüderlichkeit und sozialen Freundschaft zu bilden.

Der Heilige Vater wird nicht müde, diejenigen, die öffentliche Verantwortung tragen, vor der Versuchung zu warnen, die Person zu benutzen und sie wegzuwerfen, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, anstatt ihr zu dienen. Nach dem, was wir in dieser Zeit erlebt haben, ist es vielleicht für jeden offensichtlicher, dass die Person der Punkt ist, von dem aus alles neu beginnen kann. Sicherlich müssen Mittel und Wege gefunden werden, um die Gesellschaft wieder in Bewegung zu bringen, aber vor allem braucht es jemanden, der den Mut hat, mit Verantwortung und nicht mit Egoismus "Ich" zu sagen und mit seinem eigenen Leben zu kommunizieren, damit der Tag mit verlässlicher Hoffnung beginnen kann.

Aber Mut ist nicht immer eine spontane Gabe und niemand kann ihn sich selbst schenken (wie Manzonis Don Abbondio zu sagen pflegte), vor allem in einer Zeit wie der unseren, in der die Angst - die eine tiefe existentielle Unsicherheit offenbart - eine so entscheidende Rolle spielt, dass sie so viel Energie und Impulse für die Zukunft blockiert, die vor allem von jungen Menschen zunehmend als ungewiss empfunden wird.

In diesem Sinne hat der Diener Gottes Luigi Giussani vor einer doppelten Gefahr gewarnt: "Die erste Gefahr [...] ist die Zweifelhaftigkeit. Kierkegaard stellt fest: "Aristoteles sagt, dass die Philosophie mit dem Staunen beginnt, und nicht, wie in unserer Zeit, mit dem Zweifel". Der systematische Zweifel ist gewissermaßen das Symbol unserer Zeit. [...] Der zweite Einwand gegen die Entscheidung des Egos ist die Borniertheit. [...] Zweifel und bequemes Mitläufertum, das sind unsere beiden Feinde, die Feinde des Selbst" (In cammino 1992˗1998, Mailand 2014, 48˗49).

Woher kann dann der Mut kommen, "Ich" zu sagen? Sie entspringt dem Phänomen der Begegnung: "Nur im Phänomen der Begegnung wird dem Ich die Möglichkeit gegeben, sich zu entscheiden, sich fähig zu machen, zu empfangen, zu erkennen und zu empfangen. Der Mut, "Ich" zu sagen, wird im Angesicht der Wahrheit geboren, und die Wahrheit ist eine Gegenwart" (ebd., 49). Von dem Tag an, an dem er Fleisch wurde und unter uns wohnte, hat Gott dem Menschen die Möglichkeit gegeben, die Angst zu überwinden und die Kraft des Guten zu finden, indem er seinem Sohn folgt, der gestorben und auferstanden ist. Die Worte des heiligen Thomas von Aquin sind erhellend, wenn er sagt, dass "das Leben des Menschen in der Zuneigung besteht, die ihn hauptsächlich erhält und in der er die größte Befriedigung findet" (Summa Theologiae, II-II, q. 179, a. 1 co.).

Die kindliche Beziehung zum ewigen Vater, die in den von Christus erreichten und veränderten Menschen gegenwärtig wird, gibt dem Ich Beständigkeit, befreit es von Angst und öffnet es mit einer positiven Einstellung zur Welt. Sie erzeugt einen Willen zum Guten: "Jede authentische Erfahrung von Wahrheit und Schönheit strebt nach ihrer eigenen Ausdehnung, und jeder Mensch, der eine tiefe Befreiung erfährt, erwirbt eine größere Sensibilität für die Bedürfnisse der anderen. Indem es mitgeteilt wird, schlägt das Gute Wurzeln und entwickelt sich" (Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium, 9).

Es ist diese Erfahrung, die Mut zur Hoffnung macht: "Die Begegnung mit Christus, sich von seiner Liebe ergreifen und leiten zu lassen, weitet den Horizont der Existenz, gibt ihr eine feste Hoffnung, die nicht enttäuscht. Der Glaube ist keine Zuflucht für Menschen ohne Mut, sondern eine Erweiterung des Lebens. Sie lässt uns eine große Berufung entdecken, die Berufung zur Liebe, und versichert uns, dass diese Liebe verlässlich ist, dass es sich lohnt, sich ihr hinzugeben, weil ihr Fundament in der Treue Gottes zu finden ist, die stärker ist als alle unsere Schwächen" (Id., Enc. Lumen fidei, 53).

Betrachten wir die Figur des Petrus: Die Apostelgeschichte berichtet von seinen Worten, nachdem ihm strengstens verboten worden war, weiterhin im Namen Jesu zu sprechen: "Ob es in den Augen Gottes richtig ist, euch zu gehorchen und nicht Gott, das müsst ihr selbst beurteilen; wir können nicht schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben" (4,19-20). Woher nimmt "dieser Feigling, der den Herrn verleugnet hat", seinen Mut? Was geschah im Herzen dieses Mannes? Die Gabe des Heiligen Geistes" (Franziskus, Predigt bei der Messe im St. Martha's House, 18. April 2020).

Der tiefe Grund für den Mut des Christen ist Christus. Es ist der auferstandene Herr, der unsere Sicherheit ist, der uns auch in den Stürmen des Lebens tiefen Frieden erfahren lässt. Der Heilige Vater hofft, dass die Organisatoren und Gäste während der Woche des Treffens ein lebendiges Zeugnis geben und sich die Aufgabe zu eigen machen, die im programmatischen Dokument seines Pontifikats genannt wird: "Viele [...] suchen Gott im Geheimen, bewegt von der Sehnsucht nach seinem Antlitz, auch in Ländern mit alter christlicher Tradition. [Die Christen haben die Pflicht, ihn zu verkünden, ohne jemanden auszuschließen, nicht als jemanden, der eine neue Verpflichtung auferlegt, sondern als jemanden, der eine Freude teilt, einen schönen Horizont aufzeigt, ein begehrenswertes Festmahl anbietet" (Evangelii gaudium, 14).

Die Freude am Evangelium weckt die Kühnheit, neue Wege zu gehen: "Man muss den Mut haben, neue Zeichen, neue Symbole, ein neues Fleisch zu finden, [...], das für andere besonders attraktiv ist" (ebd., 167). Dies ist der Beitrag, den der Heilige Vater von der Versammlung für den Neubeginn erwartet, in dem Bewusstsein, dass "die Sicherheit des Glaubens uns auf den Weg bringt und das Zeugnis und den Dialog mit allen ermöglicht". (Enzyklika Lumen fidei, 34), niemanden ausgeschlossen, denn der Horizont des Glaubens an Christus ist die ganze Welt.

Indem er Ihnen, liebe Exzellenz, diese Botschaft anvertraut, bittet Papst Franziskus um Ihr Gedenken im Gebet und segnet Sie und die Leiter, Freiwilligen und Teilnehmer des Treffens 2021 aus tiefstem Herzen.

Auch ich spreche meine besten Wünsche für den Erfolg der Veranstaltung aus und nutze die Gelegenheit, um mit einem Gefühl vornehmer Ehrerbietung zu bestätigen

Eure Hochwürdigste Exzellenz
Hochwürden
 Pietro Card. Parolin
Staatssekretär

(gepostet von M. Wetzel; übersetzt mit DeepL)

Mittwoch, 18. August 2021

 Mittwoch der 20. Woche im Jahreskreis


Die Lesung vom Tag:


6 Da versammelten sich alle Bürger von Sichem und Bet-Millo, zogen zu der Terebinthe, die bei Sichem steht, und machten Abimelech zum König. 

7 Als man das Jotam meldete, stellte er sich auf den Gipfel des Berges Garizim und rief ihnen mit erhobener Stimme zu: 
Hört auf mich, ihr Bürger von Sichem, / damit Gott auf euch hört! 
8 Einst gingen die Bäume hin, / um sich einen König zu salben, / und sie sagten zum Ölbaum: / Sei du unser König! 
9 Der Ölbaum sagte zu ihnen: / Habe ich etwa schon mein Fett aufgegeben, / das Götter und Menschen an mir ehren, / und werde hingehen, um über den Bäumen zu schwanken? 
10 Da sagten die Bäume zum Feigenbaum: / Geh du hin, sei unser König! 
11 Der Feigenbaum sagte zu ihnen: / Habe ich etwa schon meine Süßigkeit / und meine guten Früchte aufgegeben / und werde hingehen, um über den Bäumen zu schwanken? 
12 Da sagten die Bäume zum Weinstock: / Geh du hin, sei unser König! 
13 Der Weinstock sagte zu ihnen: / Habe ich etwa schon meinen Most aufgegeben, / der Götter und Menschen erfreut, / und werde hingehen, um über den Bäumen zu schwanken? 
14 Da sagten alle Bäume zum Dornenstrauch: / Geh du hin, sei unser König! 
15 Der Dornenstrauch sagte zu den Bäumen: / Wenn ihr mich wirklich zu eurem König salben wollt, / kommt, bergt euch in meinem Schatten! / Wenn aber nicht, dann soll vom Dornenstrauch Feuer ausgehen / und die Zedern des Libanon fressen. 
(Richter 6, 6-15)


M. Wetzel

Dienstag, 17. August 2021

 Dienstag der 20. Woche im Jahreskreis


Die Lesung vom Tag:


11 Der Engel des HERRN kam und setzte sich unter die Eiche bei Ofra, die dem Abiësriter Joasch gehörte. Sein Sohn Gideon war gerade dabei, in der Kelter Weizen zu dreschen, um ihn vor Midian in Sicherheit zu bringen. 12 Da erschien ihm der Engel des HERRN und sagte zu ihm: Der HERR sei mit dir, starker Held. 13 Doch Gideon sagte zu ihm: Mit Verlaub, mein Herr, ist der HERR wirklich mit uns? Warum hat uns dann all das getroffen? Wo sind alle seine wunderbaren Taten, von denen uns unsere Väter erzählt haben? Sie sagten doch: Hat uns der HERR nicht aus Ägypten heraufgeführt? Jetzt aber hat uns der HERR aufgegeben und uns in die Hand Midians gegeben. 14 Da wandte sich der HERR ihm zu und sagte: Geh in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians! Sende ich dich nicht hiermit? 15 Er entgegnete ihm: Mit Verlaub, Herr, womit könnte ich Israel retten? Sieh doch, meine Tausendschaft ist die schwächste in Manasse und ich bin der Jüngste im Haus meines Vaters. 16 Der HERR sagte zu ihm: Ich werde ganz gewiss mit dir sein und du wirst Midian schlagen, als wäre es nur ein Mann. 17 Gideon erwiderte ihm: Wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, dann gib mir ein Zeichen dafür, dass du selbst es bist, der mit mir redet. 18 Entfern dich doch nicht von hier, bis ich zu dir komme, meine Gabe herausbringe und sie vor dir hinlege! Er sagte: Ich werde bleiben, bis du zurückkommst. 
19 Gideon ging hinein und bereitete ein Ziegenböckchen zu sowie ungesäuerte Brote von einem Efa Mehl. Er legte das Fleisch in einen Korb, tat die Brühe in einen Topf, brachte beides zu ihm hinaus unter die Eiche und legte es vor. 20 Da sagte der Engel Gottes zu ihm: Nimm das Fleisch und die Brote und leg sie auf den Felsen da, die Brühe aber gieß aus! Gideon tat es. 21 Der Engel des HERRN streckte die Spitze des Stabes aus, den er in der Hand hatte, und berührte das Fleisch und die Brote. Da stieg Feuer von dem Felsblock auf und verzehrte das Fleisch und die Brote. Der Engel des HERRN aber war Gideons Augen entschwunden. 22 Als nun Gideon sah, dass es der Engel des HERRN gewesen war, sagte er: Ach, Herr und GOTT, ich habe den Engel des HERRN von Angesicht zu Angesicht gesehen. 23 Der HERR erwiderte ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben. 24 Gideon errichtete an jener Stelle einen Altar für den HERRN und nannte ihn: Der HERR ist Friede. Der Altar steht bis zum heutigen Tag in Ofra der Abiësriter. 
(Richter 6, 11-24)


M. Wetzel

Montag, 16. August 2021

 Montag der 20. Woche im Jahreskreis


Die Lesung vom Tag: 

11 Die Israeliten taten, was in den Augen des HERRN böse ist, und dienten den Baalen. 12 Sie verließen den HERRN, den Gott ihrer Väter, der sie aus Ägypten herausgeführt hatte, und liefen anderen Göttern nach, Göttern der Völker, die rings um sie her wohnten. Sie warfen sich vor ihnen nieder und reizten den HERRN zum Zorn. 13 Als sie den HERRN verließen und dem Baal und den Astarten dienten, 14 entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel. Er gab sie in die Hand von Plünderern, die sie ausplünderten, und gab sie der Hand ihrer Feinde ringsum preis, sodass sie ihren Feinden keinen Widerstand mehr leisten konnten. 15 Sooft sie auch in den Krieg zogen, war die Hand des HERRN gegen sie zum Unheil, wie der HERR gesagt und ihnen geschworen hatte. So gerieten sie in große Not. 16 Der HERR aber setzte Richter ein und die retteten sie aus der Hand derer, die sie ausplünderten. 17 Doch sie gehorchten auch ihren Richtern nicht, sondern hurten anderen Göttern hinterher und warfen sich vor ihnen nieder. Rasch wichen sie von dem Weg ab, den ihre Väter, den Geboten des HERRN gehorsam, gegangen waren. Sie jedoch handelten nicht so. 18 Wenn aber der HERR bei ihnen Richter einsetzte, dann war der HERR mit dem Richter und rettete die Israeliten aus der Hand ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der HERR hatte Mitleid mit ihnen, wenn sie über ihre Feinde und Unterdrücker klagten. 19 Sobald aber der Richter gestorben war, wurden sie rückfällig und trieben es noch schlimmer als ihre Väter, liefen anderen Göttern nach, dienten ihnen und warfen sich vor ihnen nieder. Sie ließen nicht ab von ihrem bösen Treiben und von ihrem störrischen Verhalten.
(Richter 2, 11-19)


M. Wetzel

Montag, 9. August 2021

 Fest der Hl. Märtyrin Theresia Benedicta vom Kreuz
- Edith Stein - Schutzpatronin Europas


Die Lesung vom Fest:

(k) Auch die Königin Ester wurde von Todesangst ergriffen und suchte Zuflucht beim Herrn. Sie legte ihre prächtigen Gewänder ab und zog die Kleider der Notzeit und Trauer an. Statt der kostbaren Salben tat sie Asche und Staub auf ihr Haupt, vernachlässigte ihren Körper, und wo sie sonst ihren prunkvollen Schmuck trug, hingen jetzt ihre Haare in Strähnen herab. Und sie betete zum Herrn, dem Gott Israels: 
(l) Mein Herr, unser König, du bist der Alleinzige. Hilf mir! Denn ich bin hier einzig und allein und habe keinen Helfer außer dir; die Gefahr steht greifbar vor mir. (m) Von Kindheit an habe ich in meiner Familie und meinem Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt, wie du es versprochen hattest.*
(r) Denk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle Mächte! (s) Leg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte in den Mund und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind hasst und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet! (t) Uns aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand außer dir, o Herr! 
(Ester 4,17k–m.r–t)

Das Evangelium vom Fest:

 19 Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.* 20 Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.† 21 Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.* 23 Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. 24 Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
(Johannes 4, 19-24)


M. Wetzel

Sonntag, 8. August 2021

 

19. Sonntag im Jahreskreis


Die 1. Lesung des heutigen Sonntags zeigt uns den Propheten Elija an einem Tiefpunkt:

Elija ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter. 5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! 6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin. 7 Doch der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich. 8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb. 
( 1 Könige 19, 4-8)

Diese Lesung greift ein Thema auf, das für jeden Menschen aktuell werden kann: Wie gehen wir um mit Niederlagen, mit Enttäuschungen, mit dem Gefühl der Aussichtslosigkeit? 

In einem Bibelkommentar zu dieser Stelle heißt es: 

Aus welchen Gründen auch immer - Müdigkeit, mangelnder Glaube oder ein Gefühl der Resignation angesichts der Aussicht, niemals Frieden zu haben - flieht Elija. 
 In der Tat könnte die Tatsache, dass er seinen Diener in Beerscheba, dem südlichsten Punkt Judas, entlässt und dann eine Tagesreise weiter geht, darauf hindeuten, dass er seinen Dienst ganz aufgegeben hat. Elias Flucht in 19:1-3 verändert das Gesicht der Geschichte. A. Hauser erklärt:

  In drei kurzen Versen hat der Schreiber den Fluss der Geschichte völlig verändert. Der Sieg scheint sich in eine Niederlage zu verwandeln, der tapfere Prophet in einen kauernden Flüchtling, und der Sieg über den Tod und Baal in eine Gelegenheit für den Tod, sich durch Isebels Schwur, Elia das Leben zu nehmen, wieder durchzusetzen.

Wie wird sich der Herr nun als Gott erweisen? Diese Frage bleibt das Hauptthema der Geschichte.
Nach "einer Tagesreise in die Wüste" sagt ein erschöpfter Elia, er wolle sterben, was ironischerweise das Gegenteil von dem ist, was er mit seiner Flucht in die Wüste zum Ausdruck gebracht hat. Nun beginnt Gott, seinen Glauben zu erneuern, indem er ihn auf wundersame Weise speist. Mit anderen Worten, der Herr kümmert sich um ihn wie in der Vergangenheit. Zweimal speist ihn ein Engel und gibt ihm dadurch die Kraft, zum "Horeb, dem Berg Gottes", zu reisen. Elia weiß, dass Gott in Israel, in Phönizien und in der Wüste existiert. Er weiß, dass Gott sich am Horeb offenbart hat, dem Berg der Berufung des Mose und der Übergabe des Bundes (vgl. 3. Mose 3-4; 20-24). Hier auf einem anderen Berg wird Elia für sich entscheiden, ob der Herr Gott ist.
aus: HOUSE, PAUL R.: 1, 2 Kings, The New American Commentary. vol. 8. Nashville : Broadman & Holman Publishers, 1995 (übersetzt mit DeepL)

Ich wünsche Ihnen an diesem Sonntag, dass Sie wie Elija den Weg finden von Müdigkeit und Resignation zu einer neuen eigenen Entscheidung für Gott. Er selbst wird Sie dabei stärken!

M. Wetzel

Donnerstag, 5. August 2021

 Donnerstag der 18. Woche im Jahreskreis


Lesung vom Tag:


1 Im ersten Monat kam die ganze Gemeinde der Israeliten in die Wüste Zin und das Volk ließ sich in Kadesch nieder. Dort starb Mirjam und wurde auch dort begraben. 
2 Da die Gemeinde kein Wasser hatte, rotteten sie sich gegen Mose und Aaron zusammen. 3 Das Volk haderte mit Mose; sie sagten: Wären wir doch umgekommen, als unsere Brüder vor dem HERRN umkamen. 4 Warum habt ihr das Volk des HERRN in diese Wüste geführt? Nur damit wir hier zusammen mit unserem Vieh sterben? 5 Wozu habt ihr uns aus Ägypten hierher geführt? Nur um uns an diesen elenden Ort zu bringen, eine Gegend ohne Korn und Feigen, ohne Wein und Granatäpfel? Nicht einmal Trinkwasser gibt es. 6 Mose und Aaron verließen die Versammlung, gingen zum Eingang des Offenbarungszeltes und warfen sich auf ihr Gesicht nieder. Da erschien ihnen die Herrlichkeit des HERRN. 
7 Der HERR sprach zu Mose: 8 Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron! Sagt vor ihren Augen zu dem Felsen, er solle sein Wasser spenden! Auf diese Weise wirst du für sie Wasser aus dem Felsen fließen lassen und der Gemeinde und ihrem Vieh zu trinken geben. 9 Mose holte den Stab von seinem Platz vor dem HERRN, wie der HERR ihm geboten hatte. 10 Mose und Aaron riefen die Versammlung vor dem Felsen zusammen und Mose sagte zu ihnen: Hört, ihr Meuterer, können wir euch wohl aus diesem Felsen Wasser fließen lassen? 11 Dann hob er seine Hand hoch und schlug mit seinem Stab zweimal auf den Felsen. Da kam Wasser heraus, viel Wasser, und die Gemeinde und ihr Vieh konnten trinken. 
12 Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron: Weil ihr mir nicht geglaubt habt, um mich vor den Augen der Israeliten zu heiligen, darum werdet ihr diese Versammlung nicht in das Land hineinführen, das ich ihnen gegeben habe. 13 Das ist das Wasser von Meriba, Streit, weil die Israeliten mit dem HERRN gestritten haben und er sich als der Heilige erwiesen hat. 
(Numeri 20, 1-13)


M. Wetzel

Dienstag, 3. August 2021

 Dienstag der 18. Woche im Jahreskreis


Lesung vom Tag: 


1 Als sie in Hazerot waren, redeten Mirjam und Aaron gegen Mose wegen der kuschitischen Frau, die er sich genommen hatte. Er hatte sich nämlich eine Kuschiterin zur Frau genommen. 2 Sie sagten: Hat der HERR etwa nur durch Mose gesprochen? Hat er nicht auch durch uns gesprochen? Das hörte der HERR. 3 Mose aber war ein sehr demütiger Mann, demütiger als alle Menschen auf der Erde. 4 Da sprach der HERR plötzlich zu Mose, Aaron und Mirjam: Geht ihr drei hinaus zum Offenbarungszelt! Da gingen die drei hinaus. 5 Der HERR kam in der Wolkensäule herab, blieb am Zelteingang stehen und rief Aaron und Mirjam. Beide traten vor 6 und der HERR sprach: Hört meine Worte! Wenn es bei euch einen Propheten gibt, so gebe ich mich ihm in einer Vision als der HERR zu erkennen, im Traum rede ich mit ihm. 7 Anders bei meinem Knecht Mose. Mein ganzes Haus ist ihm anvertraut. 8 Von Mund zu Mund rede ich mit ihm, in einer Vision, nicht in Rätseln. Die Gestalt des HERRN darf er sehen. Warum habt ihr euch nicht gefürchtet, gegen meinen Knecht, gegen Mose, zu reden? 9 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen sie und er ging weg. 
10 Als die Wolke vom Zelt gewichen war, siehe, da war Mirjam weiß wie Schnee vor Aussatz. Aaron wandte sich Mirjam zu und siehe, sie war aussätzig. 11 Da sagte Aaron zu Mose: Mein Herr, ich bitte dich, lege uns die Sünde nicht zur Last, mit der wir töricht gehandelt haben und mit der wir uns versündigt haben! 12 Mirjam soll nicht wie eine Totgeburt sein, halb verwest, wenn sie den Schoß der Mutter verlässt. 13 Da schrie Mose zum HERRN: O Gott, heile sie doch! 
(Numeri 12, 1-13)


M. Wetzel

Sonntag, 1. August 2021

 18. Sonntag im Jahreskreis  -  1. August


An diesem Sonntag ist als Antwortpsalm ein Abschnitt aus Psalm 78 vorgesehen:


3 Was wir hörten und erfuhren, 
was uns die Väter erzählten, 
4 das wollen wir ihren Kindern nicht verbergen, 
sondern dem kommenden Geschlecht erzählen: 
die ruhmreichen Taten des HERRN und seine Stärke, 
die Wunder, die er getan hat. 

23 Da gebot er den Wolken droben 
und öffnete die Tore des Himmels. 
24 Er ließ Manna auf sie regnen als Speise, 
er gab ihnen Korn vom Himmel. 
25 Jeder aß vom Brot der Starken; 
er sandte Nahrung, sie zu sättigen. 

54 Er brachte sie in sein heiliges Gebiet, 
zum Berg, den seine Rechte erworben hat. 
(Psalm 78:3–4, 23–25, 54)

Dieser Psalm schlägt eine Brücke von der Erzählung über die Speisung der Israeliten mit dem Manna bei ihrer Wanderung durch die Wüste zum Evangelium, bei dem Jesus sich offenbart: "Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben." (Joh 6, 34) Die Themen von der wunderbaren Rettung des Volkes, von der Bundestreue Gottes und vom Zielpunkt dieser Geschichte: Dem Ort der Gegenwart Gottes auf dem Zionsberg, werden miteinander verwoben. 
Der Psalm lädt ein, nachzudenken: Was gibt mir Kraft in meinem Leben? Was stärkt mich, wenn ich durch 'Wüsten' wandere? Was sind meine Ziele? 
Am Anfang des Antwortpsalms steht die Aufforderung: Redet darüber! Die Wunder Gottes sollen nicht vergessen werden und verborgen bleiben. Sie müssen erzählt, weitergegeben werden. 

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht Ihnen

M. Wetzel


 Christi Himmelfahrt Predigt und Orgelspiel aus der Vorabendmesse M. Wetzel