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Mittwoch, 20. Mai 2020

Dienstag, 28. April 2020

Mut-Mach-Buch

 
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Schwestern und Brüder
in der Kirchengemeinde Mannheim Südwest,
Corona-Zeit ist unsichere Zeit.
Corona-Zeit ist aber auch kreative Zeit.
Eine Zeit des Glaubens – wir besinnen uns auf den Glauben, der uns trägt. Wir stärken andere Menschen in dieser Zeit und werden selbst auch gestärkt. Wir merken, dass wir als Getaufte und Gefirmte Verantwortung für unseren Glauben übernehmen können.
Wir sind nicht einsam – wir sind gemeinsam auf dem Weg – immer noch, auch wenn wir uns nicht am Sonntag zum Gottesdienst treffen können.
Wir stehen für einander ein und begleiten einander.
In der Schweiz gibt es dazu eine wunderbare Idee.
In St. Gallen wurden die Menschen dazu aufgerufen, ein Kapitel der Bibel auszuwählen und es in ihrer Handschrift abzuschreiben – so wie es die Mönche in früher in den Klöstern getan haben.
Viele Menschen empfinden diese Corona-Zeit als Zeit der Isolation, der Untätigkeit und der Ungewissheit. Deshalb fand die Idee in St. Gallen sofort großen Anklang.
Wir – Sandra Nitsche und Sabine Hansen – möchten die Idee in einer etwas abgewandelten Form aufgreifen und ein „Mut-Mach-Buch“ in der Kirchengemeinde entstehen lassen.
Wir laden Sie/Euch ein, an diesem Buch mitzuschreiben.
 
Wie soll das aussehen:
·        Wählen Sie/Wählt Ihre/Eure Lieblingsstelle in der Bibel aus, oder eine Stelle, die besonders Mut und Hoffnung für Sie/Euch ausdrückt oder auch eine Stelle, die frag-würdig ist und Schwierigkeiten bereitet
·        Es kann anstatt einer Bibelstelle auch ein Gebet oder ein Spruch gewählt werden, der diesen Mut und diese Hoffnung ausdrückt.
·        Schreiben Sie/Schreibt diese Stelle in Ihrer/Eurer eigenen Handschrift auf ein DinA4 Blatt (wenn möglich ohne Lochung)
·        Diese Seite kann auch noch bunt, mit Formen und Farben gestaltet werden. Auch die Schrift kann sehr kreativ sein.
·        Dieses gestaltete Blatt kann gerne mit Namen oder mit Namenskürzel versehen werden.
 
Wir freuen uns, wenn viele mitmachen.
 
Dieses Buch kann uns stärken – auch wenn „die Zeiten“ wieder sicherer sind. Es wird eine neue Zeit sein mit anderen Herausforderungen als vor Beginn der Corona-Krise.
 
Aber auch diese neue Zeit werden wir annehmen und bestehen – gestärkt in unserem Glauben.
Dazu soll auch dieses Buch dann eine Hilfe sein.
Wer mitmacht, bitte einfach das beschriebene Blatt in die Briefkästen der Pfarrämter einwerfen oder postalisch an uns schicken.
Wir werden diese Mutmach-Schätze sammeln und in einer gesammelten Form in unseren Kirchen auslegen.
Bleiben Sie gesund.
Bleibt gesund!
Liebe Grüße
Sandra Nitsche, Gemeindereferentin
Sabine Hansen, Pastoralreferentin
Hier die Adressen: 
 

 
Kath. Pfarramt St. Jakobus
Sandra Nitsche, Gemeindereferentin
Rheingoldstr. 3, 68199 Mannheim
 
Kath. Pfarramt Maria Hilf
Sabine Hansen, Pastoralreferentin
August-Bebel-Str. 49, 68199 Mannheim

 
 
 
 

Sonntag, 26. April 2020

3. Sonntag in der Osterzeit

Im 21. Kapitel des Johannesevangeliums wird die Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen mit der Erzählung vom reichen Fischfang verbunden.

Bild: Wolfgang Cibura  In: Pfarrbriefservice.de

M. Wetzel

Sonntag, 5. April 2020

Palmsonntag - Beginn der Heiligen Woche

Bild: Christine Limmer
In: Pfarrbriefservice.de

Hier finden Sie einen Impuls zum Palmsonntag.

Und die Kurzpredigt von Pfr. Wetzel zum Evangelium von Einzug in Jesu in Jerusalem: hier als mp3-Audio Datei

Unser Kirchenmusiker, Herr Wolfgang Schubardt, hat das Palmsonntagslied: "Singt dem König Freudenpsalmen" für Sie aufgenommen: hier die Audio-Datei; und auch als Video.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Palmsonntag!

M. Wetzel

Samstag, 4. April 2020

Impuls zum Samstag in der 5. Fastenwoche

Bild: Hans Heindl
In: Pfarrbriefservice.de

Die Gottesdienstkongregation in Rom hat ein Messformular für eine Messe "In der Zeit der Pandemie" veröffentlicht, dass ich heute bei der nichtöffentlichen Messfeier verwenden werde. 
Das Tagesgebet dieser Messe lautet: 

Allmächtiger und ewiger Gott,
du bist unsere Zuflucht in jeder Gefahr;
an dich wenden wir uns in unserem Schmerz
und bitten dich voll Vertrauen:
Hab Erbarmen mit unserer Not.
Gewähre den Verstorbenen die ewige Ruhe,
tröste die Trauernden,
heile die Kranken.
Schenke den Sterbenden den Frieden,
den Pflegenden Stärke,
den Verantwortungsträgern Weisheit
und ermutige alle, sich einander in Liebe zuzuwenden,
damit wir gemeinsam deinem heiligen Namen die Ehre erweisen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,
unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

M. Wetzel

Mittwoch, 1. April 2020

Impuls zum Mittwoch in der 5. Fastenwoche


Der Antwortgesang in der heutigen Messe ist ein Loblied aus dem Buch Daniel (Kapitel 3):

53      Gepriesen bist du im Tempel deiner heiligen Herrlichkeit.
           Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
54      Gepriesen bist du, der in die Tiefen schaut und auf Kerubim thront.
          Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
55      Gepriesen bist du auf dem Thron deiner Herrschaft.
          Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
56      Gepriesen bist du am Gewölbe des Himmels.
          Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Ein Loblied auf Gott, geht uns das in mitten in der Corona-Krise über die Lippen, in einer Zeit, in der Menschen krank werden, sterben, verängstigt sind? Ja, gerade auch in dieser Zeit! Gott braucht unsere Loblieder nicht - für uns Menschen ist es dringend notwendig, dass wir die Augen aufmachen für alle seine Geschenke und für die Geschichte, die er schon lange mit uns hat. Gott zu loben und zu preisen: das heißt, mit offenen Sinnen zu leben, das ganze Bild der Wirklichkeit zu sehen und in den Ängsten der Gegenwart nicht unterzugehen.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen

M. Wetzel

Montag, 30. März 2020

Impuls zum Montag in der 5. Fastenwoche

Der Antwortpsalm der Messe vom Montag der 5. Fastenwoche ist Psalm 23:

231 Ein Psalm Davids.
Der HERR ist mein Hirt, *
nichts wird mir fehlen.

2 Er lässt mich lagern auf grünen Auen *
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

3 Meine Lebenskraft bringt er zurück. /
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, *
getreu seinem Namen.

4 Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, *
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir, *
dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.

5 Du deckst mir den Tisch *
vor den Augen meiner Feinde.
Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, *
übervoll ist mein Becher.

6 Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang /
und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN *
für lange Zeiten.


Im Gotteslob findet sich ein schönes Psalmenlied (GL 421), das den Psalm 23 frei übersetzt. Der Text beruht auf einem Gedicht, das Caspar Ulenberg 1581 geschrieben hat. Ulenbergs Leben spiegelt die aufgewühlten konfessionellen Verhältnisse des 16. Jahrhundert wieder: er stammte aus einer evangelischen Handwerkerfamilie und studierte Theologie in Wittenberg. Seine Familie schickte ihn nach Köln, damit er seinen Cousin, der katholisch geworden war, zur evangelischen Kirche zurückhole. Das gelang ihm auch - aber bei dieser Reise fand Ulenberg selbst eine Beziehung zur katholischen Kirche und konvertierte 1571. Er wurde Priester und später Rektor der Universität Köln. In Erinnerung ist er aber vor allem durch seine Psalmen-Nachdichtungen geblieben.
Ich freue mich darauf, dieses Lied im Gottesdienst mit Ihnen zu singen, wenn wir wieder gemeinsam in unseren Kirchen feiern können!

Mein Hirt ist Gott der Herr, er will mich immer weiden,
darum ich nimmermehr kann Not und Mangel leiden.
Er wird auf grüner Au, so wie ich ihm vertrau, mir Rast und Nahrung geben
und wird mich immerdar an Wassern still und klar erfrischen und beleben.

Er wird die Seele mein mit seiner Kraft erquicken,
wird durch den Namen sein auf rechte Bahn mich schicken.
Und wenn aus blinder Wahl ich auch im finstern Tal weitab mich sollt verlieren,
so fürcht ich dennoch nicht; ich weiß mit Zuversicht, du Herr, du wirst mich führen.

Du wirst zur rechten Zeit den Hirtenstab erheben, 
der allzeit ist bereit, dem Herzen Trost zu geben.
Dazu ist wunderbar ein Tisch mir immerdar von dir, o Herr, bereitet,
der mir die Kräfte schenkt, wann mich der Feind bedrängt, und mich zum Siege leitet.

Du hast mein Haupt getränkt, gesalbt mit Freudenöle,
den Kelch mir eingeschenkt, hoch voll zur Lust der Seele.
Herr, deine Gütigkeit wird durch des Lebens Zeit mich immer treu begleiten,
dass ich im Hause dein fest möge wohnhaft sein zu ewiglichen Zeiten.

hier finden Sie auf youtube eine Orgelimprovisation zu diesem Lied: https://www.youtube.com/watch?v=lnVOsUDRzTA
und hier die erste Strophe gesungen: https://www.youtube.com/watch?v=of2y3o6Hpk4

(gepostet von M. Wetzel)


Freitag, 27. März 2020

Impuls zum Freitag in der Vierten Fastenwoche

Das Tagesgebet der heutigen Messe lautet:


Barmherziger Gott,
du kennst unsere Schwachheit und unsere Not.
Doch je hinfälliger wir sind,
umso mächtiger ist deine Hilfe.
Gib, dass wir das Geschenk dieser Gnadenzeit
freudig und dankbar annehmen
und dein Wirken in unserem Leben bezeugen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geister mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Ganz typisch für die Struktur der liturgischen Gebete ist, dass zuerst eine Aussage über Gott gemacht wird: er ist barmherzig, er kennt unsere Not, seine Hilfe ist mächtig. 
Erst dann kommt die Bitte: Gib, dass wir das Geschenk dieser Gnadenzeit freudig und dankbar annehmen. Mit 'Gnadenzeit' ist hier natürlich allgemein die Fastenzeit gemeint als Zeit der Versöhnung und der bewussten Vorbereitung auf Ostern. In der gegenwärtigen Situation lädt das zum Nachdenken ein: gibt es Aspekte dieser Krise, die sich als 'Gnadenzeit' verstehen lassen? Wer unmittelbar von Krankheit bedroht ist oder in schweren Ängsten gefangen ist, wird das kaum so sehen können. Aber für viele von uns kann es auch eine Zeit sein, in der man über sein Leben nachdenken kann, Unwichtiges von Wichtigem unterscheiden lernt, Menschen schätzen lernt, an denen man sonst achtlos vorbeigegangen ist - vielleicht auch beten lernt. 

M. Wetzel

Donnerstag, 26. März 2020

Misereor veröffentlicht eine Meditation von Pierre Stutz zur gegenwärtigen Lage:


Zu-Grunde gehen als Hoffnungskraft 


Unser gemeinsames Wohnen im Schöpfungshaus
ist zerbrechlich und frag-würdig geworden 
wir sind auf uns selbst zurückgeworfen 
schonungslos konfrontiert mit der Härte des Lebens 

In der Achterbahn der Gefühle 
wechseln sich Angst und Vertrauen ab 
dunkle Gedanken wollen uns isolieren 
in der Panik vor dem Zugrunde gehen 

Der erfahrene Wegbegleiter aus Nazareth 
bestärkt uns in seiner Trotzdem-Hoffnung 
unserem Dasein endlich auf den Grund zu gehen 
weil die Würde allen Lebens uns verbindet 

Verletzlich und aufgehoben im goldenen Lebenskreis 
buchstabieren wir das Leben neu 
bleiben nicht fixiert auf unsere Einschränkungen 
sondern ent-wickeln eine beherzte Solidarität 

Grund-legend in unserem Zusammensein 
ist eine neue Wirtschaftsordnung 
die Menschen nicht in die Flucht treibt 
die Ökologie und Ökonomie nicht mehr trennt 

Äußerlich wird unser Zusammensein heruntergefahren 
innerlich kann es durch unseren Bewusstseinswandel 
eine längst not-wendende Lebensqualität fördern 
in der Dankbarkeit und Mitgefühl wachsen können 

Manchmal feiern wir ganz unerwartet 
sogar mitten in der Krise ein Fest der Auferstehung 
Ängste und Verlorenheit werden aufgeweicht 
und ein Vertrauen in die Liebe ist da 

© Pierre Stutz www.pierrestutz.ch


Impuls zum Donnerstag in der Vierten Fastenwoche

Pater Alfred Delp S.J. schrieb in einem seiner Abschiedsbriefe aus dem Gefängnis:

Es ist alles in Gottes guter Hand.
Und diese Hand muss man verehren
und ihr die Treue halten,
auch wenn sie einmal hart zufasst.
Der Herrgott hat die Sache
absolut in seine Hand genommen.
In seine Freiheit und Güte
sei alles gestellt und gegeben.
Auf jeden Fall muss ich mich innerlich
gehörig loslassen und mich hergeben.
Es ist Zeit der Aussaat, nicht der Ernte.
Gott sät. Um das eine will ich mich mühen:
wenigstens als fruchtbares Saatkorn in die Erde zu fallen.
Und in des Herrgotts Hand.
Ich verlasse mich ganz auf den Herrn.

Das ist eigentlich kein Gebet, aber so etwas wie eine Anleitung, in welcher Haltung man beten könnte. Ich denke, in der gegenwärtigen Situation versuchen viele Menschen zu beten- und werden vielleicht auch feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Aber man kann sich darum bemühen und darin üben. Beten ist auf der einen Seite so selbstverständlich und natürlich wie das Ein- und Ausatmen, und doch auch etwas, was man lernen muss. Christliches Gebet ist immer Gebet in der Gemeinschaft mit Jesus. 

M. Wetzel

Mittwoch, 25. März 2020


25. März Hochfest der Verkündigung des Herrn


Annunciation ystuj
«Annunciation Ustyuzhskoe (from Ustyuzh)». Novgorod icon fom Tretyakov Gallery (Russia).

Neun Monate vor dem Weihnachtsfest feiern wir die Menschwerdung des göttlichen Wortes: die Verkündigung an Maria.

Eine der ältesten Darstellungen (5. Jahrhundert) der Verkündigungsszene findet sich in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom:
Annunciation on the triumphal arch of santa maria maggiore in rome
Maria sitzt hoheitsvoll wie auf einem Thron. Sie erscheint hier als Verkörperung des Gottesvolkes, bereit, das lebendige Wort Gottes willkommen zu heißen.

Im Tagesgebet des Festes heißt es:



Gott, du bist groß und unbegreiflich.

Nach deinem Willen ist dein ewiges Wort
im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden.
Gläubig bekennen wir,
dass unser Erlöser wahrer Gott und wahrer Mensch ist.
Mache uns würdig,
Anteil zu erhalten an seinem göttlichen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen

Papst Franziskus hat die Christen weltweit aufgerufen, am heutigen Tag um 12.00 Uhr das Vater Unser zu beten.

(gepostet von M. Wetzel)

Dienstag, 24. März 2020

24. März: Gedenktag des Heiligen Bischofs und Märtyrers Oskar Arnulfo Romero

Erzbischof Oscar Romero (1917-1980) geriet durch sein Eintreten für soziale Gerechtigkeit und politische Reformen in Opposition zur damaligen Militärdiktatur in El Salvador. Am 24. März 1980 wurde er während einer Messe am Altar durch die staatlich gelenkten 'Todesschwadronen' erschossen. Papst Franziskus sprach Romero im Mai 2015 selig. Am 14. Oktober 2018 wurde er vom Papst heiliggesprochen.
Romero ging einen weiten Weg vom angepassten Kleriker über die Wahrnehmung der Nöte der Campesinos und der Repression des Staates bis zum klaren Eintreten für die Armen. Er wurde zum glaubwürdigen Anwalt für die Menschenrechte. Wenige Wochen vor seinem gewaltsamen Tod sagte er:
 „Weil sie sich für die wirklich Ausgebeuteten und Unterdrückten entschieden hat, lebt die Kirche im Bereich des Politischen, und sie verwirklicht sich als Kirche auch im Bereich des Politischen. Das kann nicht anders sein, wenn sie sich wie Jesus an die Armen wendet“.

Der Antwortgesang von der Messe am Dienstag in der vierten Fastenwoche ist aus Psalm 46 genommen:



Psalm 46:2–3, 5–6, 8–9
2 Gott ist uns Zuflucht und Stärke, 
als mächtig erfahren, als Helfer in allen Nöten. 
3 Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, 
wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres; 

5 Eines Stromes Arme erfreuen die Gottesstadt, 
des Höchsten heilige Wohnung. 
6 Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken. 
Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht. 

8 Mit uns ist der HERR der Heerscharen, 
  der Gott Jakobs ist unsre Burg. 
9 Kommt und schaut die Taten des HERRN, 
der Schauder erregt auf der Erde. 

Allmächtiger Gott, du hast deinen Diener Óscar Romero dazu berufen, eine Stimme für die stimmlosen Armen zu sein und sein Leben als Samen der Freiheit und als Zeichen der Hoffnung zu geben: Gib, dass wir, inspiriert von seinem Opfer und dem Beispiel der Märtyrer von El Salvador, ohne Furcht Zeugnis ablegen können für dein Wort, das bleibt, dein Wort, das Leben ist, für Jesus Christus, unseren Herrn, dem mit dir und dem Heiligen Geist jetzt und in Ewigkeit Lob und Ehre gebührt. Amen.


(gepostet von M. Wetzel)


Montag, 23. März 2020

Impuls zum Montag in der Vierten Fastenwoche

Das Buch des Propheten Jesaja entwickelte sich über einen längeren Zeitraum; die ursprünglichen Worte des Propheten wurden immer wieder weitergedacht, fortgeschrieben und auf neue Zeitumstände hin gedeutet. Der Abschnitt aus dem 65. Kapitel, die Lesung des heutigen Tages, gehört wohl zu den späteren Texten dieser Entwicklung: Israel ist aus dem Exil heimgekehrt, der Tempel ist wiederaufgebaut, aber die Verhältnisse sind in vieler Hinsicht unbefriedigend. In dieser Situation dachten gläubige Menschen nach: Was können wir eigentlich von Gott erwarten? Was ist unsere größte Hoffnung? Wie sollte unsere Welt eigentlich aussehen?

Jesaja 65, 17-21

17 Ja, siehe, ich erschaffe einen neuen Himmel / und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das Frühere denken, / es kommt niemand mehr in den Sinn. 18 Vielmehr jubelt und jauchzt ohne Ende / über das, was ich erschaffe! Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zum Jauchzen / und sein Volk zum Jubel. 19 Ich werde über Jerusalem jubeln / und frohlocken über mein Volk. Nicht mehr hört man dort lautes Weinen / und Klagegeschrei. 20 Es wird dort keinen Säugling mehr geben, / der nur wenige Tage lebt, und keinen Greis, / der seine Tage nicht erfüllt; wer als Hundertjähriger stirbt, / gilt als junger Mann, / und wer die hundert Jahre verfehlt, / gilt als verflucht. 21 Sie werden Häuser bauen / und selbst darin wohnen, / sie werden Weinberge pflanzen und selbst deren Früchte genießen. 

Das Jerusalem, das sich der Prophet vorstellt, ist eindeutig nicht die Stadt, in der er lebt. Es wird Teil der neuen Welt sein, die Gott in Kürze ins Leben rufen wird. Der Prophet kam zu dem Schluss, dass diese Welt nicht der Ort des endgültigen Triumphes der Gerechtigkeit Gottes sein wird. Gott wird eine neue Welt und natürlich auch ein neues Jerusalem schaffen. Dies ist der erste Schritt in Richtung auf das "neue Jerusalem, das vom Himmel herabkommt" (Offb 21,1-3). Das neue Jerusalem, das der Prophet erwartet, wird eine Freude und Wonne sein, nicht die schwache und verlassene Stadt dieser Welt.
Für den Propheten ist Jerusalem zu einem Symbol der neuen Welt geworden, die Gott ins Leben rufen wird. Es ist eine Welt, in der es keine Kindersterblichkeit geben wird. Die Menschen werden bis ins hohe Alter leben. Sie werden sich an ihren Häusern und Weinbergen erfreuen und ihre Kinder werden in ein ehrenvolles Erwachsenenalter hineinwachsen. Gott wird ihre Gebete erhören, bevor sie sie fertig gemacht haben. Kurz gesagt, dieser Abschnitt beschreibt eine vollkommene Welt, in der "der Wolf und das Lamm gemeinsam weiden" (65:25), die Art von Welt, die sich der lyrische Text von Jesaja 11:6-9 vorstellt. Die utopischen Visionen der Kapitel 11 und 65 sind aus den Enttäuschungen entstanden, die die Menschen in Jerusalem in sehr schwierigen Zeiten ihres Lebens erlebt haben. Die Enttäuschung der Jerusalemer Gemeinde machte es möglich, dass Texte wie 2. Petrus 3,13 die Vision des Propheten von "einem neuen Himmel und einer neuen Erde" (65,17, siehe auch Jes 66,22) in der Weise neu interpretieren, dass sie mit der Wiederkunft Jesu anbricht.

aus: HOPPE, LESLIE J. ; DURKEN, D. (ed.): Isaiah, The New Collegeville Bible Commentary. vol. 13. Collegeville, MN : Liturgical Press, 2012

übersetzt mit www.DeepL.com/Translator

(gepostet von M. Wetzel)


Sonntag, 22. März 2020

Morgengebet von Dietrich Bonhoeffer


Die kleinen Einschränkungen, die wir im Interesse der Gesundheit aller zur Zeit beachten müssen, sind in keiner Weise vergleichbar mit dem, was Menschen wie Dietrich Bonhoeffer im Gefängnis mitmachen mussten. Sein Morgengebet aus den 'Gebeten für Gefangene' kann jedoch Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenslagen ansprechen:


Morgengebet
Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen
hilf mir beten und meine Gedanken sammeln;
ich kann es nicht allein
In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht
ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe
ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld
ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt [den] rechten Weg
für mich.
Vater im Himmel,
Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht
Lob und Dank sei dir für den neuen Tag
Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue
in meinem vergangenen Leben.
Du hast mir viel Gutes erwiesen,
laß mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen.
Du wirst mir nicht mehr auferlegen, als ich tragen kann.
Du läßt deinen Kindern alle Dinge zum besten dienen.
Herr Jesus Christus,
du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich.
Du kennst alle Not der Menschen,
du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht
du vergißt mich nicht und suchst mich,
du willst, daß ich dich erkenne und mich zu dir kehre
Herr, ich höre deinen Ruf und folge.
Hilf mir!
Heiliger Geist,
gib mir den Glauben,
der mich vor Verzweiflung und Laster rettet
Gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen,
die allen Haß und alle Bitterkeit vertilgt,
gib mir die Hoffnung,
die mich befreit von Furcht und Verzagtheit.
Lehre mich Jesus Christus erkennen und seinen Willen tun.
Dreieiniger Gott,
mein Schöpfer und mein Heiland,
dir gehört dieser Tag. Meine Zeit steht in deinen Händen.
Heiliger, barmherziger Gott
mein Schöpfer und mein Heiland
mein Richter und mein Erretter
du kennst mich und alle meine Wege und Tun.
Du haßt und strafst das Böse in dieser und in jener Welt
ohne Ansehen der Person,
du vergibst Sünden,
dem der dich aufrichtig darum bittet
und du liebst das Gute und lohnst es
auf dieser Erde mit getrostem Gewissen
und in der künftigen Welt mit der Krone der Gerechtigkeit.
Vor dir denke ich an all die Meinen,
an die Mitgefangenen und an alle
die in diesem Haus ihren schweren Dienst tun.
Herr erbarme dich
Schenk mir die Freiheit wieder
und laß mich derzeit so leben,
wie ich es vor [dir] und vor den Menschen verantworten kann.
Herr, was dieser Tag auch bringt – dein Name sei gelobt.


(gepostet von M. Wetzel)

Samstag, 21. März 2020

Impuls zum Tag


Ich wünsche Ihnen einen schönen, gelassenen Samstag! Bleiben Sie, wenn möglich, zu hause.



Die Lesung vom Samstag in der dritten Fastenwoche ist aus dem Propheten Hosea im 6. Kapitel, sie mündet in einen Satz, der von Jesus im Neuen Testament aufgenommen wird:


ERSTE LESUNG
Hos 6, 1-6
Liebe will ich, nicht Schlachtopfer
Lesung aus dem Buch Hosea
1Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat Wunden gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird auch verbinden.
2Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet er uns wieder auf, und wir leben vor seinem Angesicht.
3Lasst uns streben nach Erkenntnis, nach der Erkenntnis des Herrn. Er kommt so sicher wie das Morgenrot; er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.
4Was soll ich tun mit dir, Efraim? Was soll ich tun mit dir, Juda? Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht.
5Darum schlage ich drein durch die Propheten, ich töte sie durch die Worte meines Mundes. Dann leuchtet mein Recht auf wie das Licht.
6Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.



Eine kurze Exegese zu dieser Bibelstelle finden Sie hier: https://drive.google.com/file/d/1eht16SDbKZMFAcB8vLdbD-iy4hSmBixN/view?usp=sharing

Guter Gott,
schenke uns die Gaben deines Heiligen Geistes,
damit wir erkennen, was heute nötig ist.
Lass uns die Sorgen und Ängste der Menschen in unserer Umgebung wahrnehmen, gib du uns Mut und Zuversicht und die Bereitschaft, alle Einschränkungen in Gelassenheit anzunehmen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


M. Wetzel


 Christi Himmelfahrt Predigt und Orgelspiel aus der Vorabendmesse M. Wetzel