Donnerstag, 3. Dezember 2020

 Adventsbesinnung: Donnerstag in der 1. Adventswoche - 3. Dezember - Hl. Franz Xaver

Die Kirche feiert heute den Gedenktag eines der bedeutendsten Missionare: des Heiligen Franz Xaver.
Francisco Javier, einer der Mitbegründer des Jesuitenordens zusammen mit Ignatius von Loyola, ging als rastloser Missionar nach Indien und Japan, beim Versuch, auch in China das Evangelium zu verkündigen, starb er am 3. Dezember 1552 in der Nähe der Stadt Kanton.

Seine Berichte lösten eine Welle der Begeisterung für die Mission aus; im Grunde wurde die katholische Kirche erst in seiner Zeit zur 'Weltkirche' mit Gemeinden in den verschiedensten Regionen.

Im Tagesgebet der Messe beten wir:

Gott, du Heil aller Menschen,

du hast durch das Wirken
des heiligen Franz Xaver
vielen Völkern den Weg zu dir gewiesen.
Wecke in deinen Gläubigen
den Sinn für die missionarische Arbeit
und schenke ihnen Eifer
für die Ausbreitung des Glaubens,
damit die Kirche überall auf der Welt erstarke und wachse.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.


Der Tag des Heiligen Franz Xaver kann uns stärken in der Freude, zu einer weltweiten Gemeinschaft zu gehören. Es ist wunderbar, dass wir uns an jedem Tag gewiss sein können, dass Menschen in allen Kontinenten, in unzähligen Städten und Dörfern, gemeinsam mit uns das Vater Unser beten, die Sakramente empfangen, den Glauben der Kirche bekennen und eine große, weltweite Familie bilden. 'Mission' ist aber nicht nur ein Auftrag für große Gestalten wie Franz Xaver: der Auftrag Jesu gilt uns allen, jedem in seinen besonderen Lebensverhältnissen:

„Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Matthäusevangelium, 28, 19f)

M. Wetzel


Mittwoch, 2. Dezember 2020

 

Adventsbesinnung: Mittwoch in der 1. Adventswoche - 2. Dezember


6 Der Herr der Heerscharen wird auf diesem Berg / für alle Völker ein Festmahl geben

mit den feinsten Speisen, / ein Gelage mit erlesenen Weinen,

mit den feinsten, fetten Speisen, / mit erlesenen, reinen Weinen.

7 Er verschlingt auf diesem Berg die Hülle, die alle Völker verhüllt, / und die Decke, die alle Nationen bedeckt.

8 Er hat den Tod für immer verschlungen / und Gott, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen

und die Schande seines Volkes entfernt er von der ganzen Erde, / denn der Herr hat gesprochen.

9 An jenem Tag wird man sagen: / Siehe, das ist unser Gott,

auf ihn haben wir gehofft, / dass er uns rettet.

Das ist der Herr, auf ihn haben wir gehofft. / Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat.

10 Denn die Hand des Herrn ruht auf diesem Berg. / Moab aber wird an seiner Stätte zerstampft, / wie Stroh in der Jauche zerstampft wird. (Jesaja 25, 6-10a)

Die heutige Lesung ist geprägt von einem besonders eindrucksvollen Bild aus dem Propheten Jesaja: das messianische Festmahl, das Gott auf dem Zionsberg für alle Völker geben wird.


Zum neutestamentlichen Gebrauch dieses Bildes hier ein Zitat aus einem Bibellexikon:


Im Neuen Testament ist das Thema des messianischen Festmahls in der Tradition des Evangeliums besonders prominent. Jesu Vorkehrungen für die Hungrigen in seinen Speisewundern (Mt 14,13-21 = Markus 6,32-44 = Lukas 9,10-17 = Johannes 6,1-15; Mt 15,32-39 = Markus 8,1-10; Johannes 2,1-11) werden durch das Thema der Seligpreisungen parallelisiert: "Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr werdet satt werden" (Lukas 6,21 [= Mt 5,6). In einem der Lieblingsbilder der Gleichnisse wird das Reich Gottes mit einem großen Festmahl verglichen (Mt 22,1-10 = Lk 14,16-24). In der Tat werden die Themen freudiges Mahl, Gericht, Pilgerfahrt der Völker und Gegenwart des Messias in der frühen Tradition auf wunderbare Weise zusammengeführt: "Der Menschensohn kam zum Essen und Trinken, und sie sagen: 'Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder'" (Mt 11,19 = Lk 7,34). Dieses Thema wird dann von den Evangelienschreibern, insbesondere von Lukas, mit zahlreichen Hinweisen auf die Tischgemeinschaft mit Jesus aufgegriffen (Mt 9,10-13 = Markus 2,15-17 = Lukas 5,29-32).

Das Thema der Pilgerfahrt der Völker zu Tisch wird zum Appell für die entstehende Heidenkirche und wird in Verbindung mit dem Thema der göttlichen Umkehrung so interpretiert, dass sie den Platz Israels am Tisch einnehmen werden: "Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen, während die Söhne des Reiches in die äußere Finsternis geworfen werden; dort werden die Menschen weinen und mit den Zähnen knirschen" (Mt 8,11-12 [= Lk 13,28-29]; vgl. Lk 16,19-31; 14,16-24 [= Mt 22,1-10]; 22,28-30; Jeremia 1958: 59-63).

Das messianische Festmahl wird manchmal als Hochzeitsmahl dargestellt. Dieses Thema ist in der biblischen Literatur besonders prominent als Symbol für die Beziehung Gottes zum Volk Israel (Hos 2,1-23; Jes 54,4-8; Hes 16,7-8) oder, im NT, als Symbol für die Beziehung zwischen Christus und der Kirche (Joh 3,29; 2 Kor 11,2; Eph 5,23-32). Das Hochzeitsmahl als Spiegelbild des heiligen Hochzeitsthemas findet sich im Hohelied (2,4; 5,1), aber wichtiger für das apokalyptische Denken ist Jes 54,5-55,5, wo das Thema einer göttlichen Hochzeit (54,5) mit einem freudigen Fest verbunden wird, das sich durch eine Fülle von Speisen (55,1-2), die Rechtfertigung der Gerechten (54,6-17) und die Pilgerfahrt der Völker (55,5) auszeichnet. Dieses Thema wird dann im NT aufgegriffen, wo es zu einem herausragenden Bild für die Freuden des Reiches Gottes in der Tradition des Evangeliums wird, besonders in den Gleichnissen (Mt 9,15 = Markus 2,19-20 = Lukas 5,34-35; Mt 22,1-14; 25,1-13; Lk 14,7-11; vgl. Joh 3,29) und das Wunder zu Kana (Johannes 2,1-11). In der Offenbarung ist es das Hauptmotiv für das messianische Festmahl (19:7-9; 21:2, 9; 22:17).

aus: SMITH, DENNIS E.: Messianic Banquet, FREEDMAN, D. N. (ed.). The Anchor Yale Bible Dictionary, 4.
(übersetzt mit DeepL)

Wir können den Vorgeschmack auf dieses messianische Festmahl überall in unserem Leben wiederfinden: in Mahlzeiten mit Freunden und Verwandten, in einem festlichen Essen an Weihnachten, im heiligen Festmahl der Eucharistie.


M. Wetzel


Dienstag, 1. Dezember 2020

 

Adventsbesinnung: Dienstag in der 1. Adventswoche - 1. Dezember


Die Tageslesung vom Dienstag in der ersten Adventswoche stammt aus dem 11. Kapitel im Buch des Propheten Jesaja:

1 Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, / ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.

2 Der Geist des Herrn ruht auf ihm: / der Geist der Weisheit und der Einsicht,

der Geist des Rates und der Stärke, / der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.

3 Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des Herrn. / Er richtet nicht nach dem Augenschein / und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht,

4 sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit / und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist.

Er schlägt das Land / mit dem Stock seines Mundes

und tötet den Frevler / mit dem Hauch seiner Lippen.

5 Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften / und die Treue der Gürtel um seine Lenden.

6 Der Wolf findet Schutz beim Lamm, / der Panther liegt beim Böcklein.

Kalb und Löwe weiden zusammen, / ein kleiner Junge leitet sie.

7 Kuh und Bärin nähren sich zusammen, / ihre Jungen liegen beieinander. / Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.

8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter / und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus.

9 Man tut nichts Böses / und begeht kein Verbrechen / auf meinem ganzen heiligen Berg;

denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, / so wie die Wasser das Meer bedecken.

10 An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, / der dasteht als Feldzeichen für die Völker;

die Nationen werden nach ihm fragen / und seine Ruhe wird herrlich sein. (Jes 11, 1-16)


Lesungen aus Jesaja prägen die Adventszeit, und ganz besonders diese. Sie stellt zwei Bilder vor Augen: der neue Zweig, der aus dem abgestorbenen Baumstumpf wächst, verweist in der Zeit des Jesaja auf den Niedergang des Königtums in Jerusalem (Isai, der Vater des Königs David, steht für diese Dynastie), zugleich aber auf neue Hoffnung. Vielleicht hat der Prophet damit zunächst eine naheliegende Hoffnung gemeint: einen neuen König, der es besser machen soll als seine Vorgänger. Aber das zweite Bild: der umfassende, paradiesische Friede, in der Natur wie unter den Völkern, geht weit über das hinaus, was irgendein irdischer Herrscher bewirken könnte. Hier kommt die messianische Hoffnung Israels, die Hoffnung auf einen göttlichen Erlöser, in den Blick.


Dieser Text könnte uns heute anleiten, darüber nachzudenken, wie sich im eigenen Leben die kleinen, naheliegenden Hoffnungen und die großen, umfassenden Träume zueinander verhalten. Unmittelbare Erwartungen, Hoffnungen für das Nächstliegende sind leicht benannt: Gesundheit, Erfolg im Beruf, Harmonie in der Familie und vieles Andere. Ist das schon alles? Trauen wir uns noch, darüber hinaus zu hoffen, Großes zu erwarten? Umfassender Friede, Gerechtigkeit für alle Völker, Überwindung von Leid und Tod – das scheinen für Viele weltfremde Utopien zu sein. Als Christen bekennen wir uns dazu, dass diese großen Hoffnungen nicht sinnlos sind, dass sie nicht vergessen werden, dass sie im Auftreten Jesu einen konkreten Ort gefunden haben.


M. Wetzel


Montag, 30. November 2020

 

Adventsbesinnung: Montag, 30. November,

Fest des Apostels Andreas

Das Evangelium von heute passt gut zum Anfang der Adventszeit und zum Fest des Apostels Andreas, das die Kirche am 30. November feiert:

18 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. 19 Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. 20 Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. 21 Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie 22 und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus nach. (Mat 4, 18-22)

Andreas gehört also zu den ersten Jüngern Jesu; nach dem Johannesevangelium war er sogar der Erste, der von Jesus gerufen wurde und der dann seinen Bruder Simon auch zu Jesus führte. Das Fest des Apostels Andreas hat auch eine ökumenische Bedeutung: es wird gemeinsam von orthodoxen und katholischen Christen am 30.11. gefeiert; Andreas hat (als Patron von Konstantinopel) für die orthodoxen Kirchen eine ähnliche Bedeutung wie Petrus für die römisch-katholische Kirche.

Zu Beginn des Advents lädt der Blick auf die ersten Jüngerberufungen ein, sich persönlich zu fragen: wie steht es mit meiner eigenen Geschichte mit Jesus? Höre ich seine Stimme, seine gute Einladung? Bin ich bereit, mit ihm einen Weg zu gehen? Kann ich vielleicht sogar andere zu dieser Weggemeinschaft einladen?


Allmächtiger Gott,

du hast deiner Kirche

den heiligen Apostel Andreas

als Boten des Glaubens und als Hirten gegeben.

Erhöre unser Gebet

und gib, dass auch die Kirche unserer Tage

die Macht seiner Fürsprache erfahre.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.


Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Beginn der ersten Adventswoche.

M. Wetzel


Sonntag, 29. November 2020

 

Das Markusevangelium - Infos und Erklärungen 2


Warum eigentlich vier Evangelien?

Ist es nicht merkwürdig, dass die frühe Kirche uns gleich vier Berichte über Jesus überliefert hat – die vier Evangelien nach Matthäus, Markus und Johannes? Wäre es der Klarheit und Eindeutigkeit der Glaubensverkündigung nicht zugute gekommen, wenn es nur eine Erzählung über die Taten und Worte Jesu geben würde? Immerhin gibt es ja eine ganze Reihe von Unterschieden und kleinen Abweichungen zwischen den vier Evangelien. Und gerade im Blick auf das Markusevangelium stellt sich die Frage: Wozu braucht es dieses Evangelium? Der größte Teil des Stoffes aus dem Markusevangelium findet sich auch bei Matthäus und Lukas. Und dann gibt es ja noch eine ganze Reihe anderer Evangelienschriften aus der Zeit der frühen Christenheit – das Thomasevangelium, ein Evangelium, das besonders Geschichten vom jungen Jesus berichtet und einige andere. Warum wurden sie nicht ins Neue Testament aufgenommen?

Ich denke, die Christen im ersten Jahrhundert haben heftig über diese Fragen gestritten. Und ich bin froh, dass sie sich entscheiden haben, uns gerade diese vier Evangelien zu überliefern, die wir heute in der Bibel finden. Sie sagen uns damit: es gibt viele Wege, zu Jesus zu finden und von ihm zu erzählen. Es geht nicht um den Buchstaben eines Buches, sondern um die lebendige, faszinierende Gestalt des Jesus von Nazareth. Es kommt nicht darauf an, dass seine Worte und Taten von allen mit dem gleichen Wortlaut erzählt werden, sondern darauf, dass sein Geist uns erfüllt, dass er lebendig bei uns ist. Es ist allerdings keine beliebige Geschichte, die man willkürlich ändern und ausgestalten könnte. Die vier Evangelien geben uns verlässlich den Glauben und die Überlieferung der ersten Christen wieder. 

Es ist richtig, dass wir fast jeden Vers aus dem Markusevangelium – oft in etwas anderer Formulierung – auch im Matthäusevangelium finden, und den größten Teil auch bei Lukas. Trotzdem hat es einen guten Sinn, dass uns das Markusevangelium als eigene Schrift überliefert ist. Es hat seine ganz eigene Sicht auf Jesus und seine Jünger und es ist nach nahezu übereinstimmender Ansicht der heutigen Bibelwissenschaftler das früheste Evangelium.


Die Beschäftigung mit einem Buch der Bibel soll nie nur in vergangene Zeiten blicken. Das Markusevangelium macht uns Mut, die eigne, ganz persönliche Geschichte mit Jesus zu entdecken.


M. Wetzel


Adventsbesinnung: Sonntag, 29. November, 1. Advent

Im neuen Kirchjahr werden wir am Sonntag in der Regel Abschnitte aus dem Markusevangelium hören. Am 1. Advent ist es der Schluss des 13. Kapitels, des ‚apokalyptischen‘ Kapitels bei Markus.

In jener Zeit, sprach Jesus zu seinen Jüngern:
33Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
34Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
35Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
36Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
37Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam! (Mk 13, 33-37)

Im Judentum der Zeit Jesu und der letzten 150 Jahre zuvor gab es eine reich entwickelte apokalyptische Literatur. Dabei ging es immer wieder um die ‚letzten Dinge‘: um das Gericht Gottes, und um die Katastrophen, die diesen großen Tag des Herrn einleiten sollten. Es fällt auf, dass diese apokalyptische Redeweise typisch für die Armen, die Entrechteten war: sie mussten erleben, dass die Mächtigen über sie hinweggingen, dass ihre Nöte keine Beachtung fanden, dass sie ihre Hoffnung allein auf ein wunderbares Eingreifen Gottes setzen konnten.

Diese Hoffnung Israels nimmt Jesus auf. Bei ihm geht es nicht um eine Spekulation über das Datum oder die Umstände des Weltendes, sondern darum, dass die ‚apokalyptische Situation‘ das Leben der Jüngerinnen und Jünger insgesamt prägen soll: sie sollen nicht auf die Pläne der Reichen und Mächtigen vertrauen, sondern den Schrei der Armen hören, sollen wach und aufmerksam leben, immer bereit, dem Herrn zu begegnen. Die nüchterne Bereitschaft, heute das Notwendige zu erkennen, heute so zu leben, als ob morgen Jesus wiederkommt, prägt die christliche Ethik. 

Dazu ein Zitat aus einem Bibelkommentar:

Christliche Lehrer und Prediger sind oft erschrocken über Markus 13 und andere apokalyptische Passagen aus dem Neuen Testament. Das ist deshalb so, weil die Begriffe und Bilder sehr fremd erscheinen und weil diese Texte im Laufe der Jahrhunderte von "falschen Messias und falschen Propheten" missbraucht wurden, um Menschen zu manipulieren und sie sogar zu destruktiven Handlungen zu bewegen. Dennoch spielt Markus 13, wie diese Interpretation zu zeigen versucht hat, eine wichtige Rolle in der christlichen Theologie und im christlichen Leben und sollte ernst genommen werden.

Der erste Schritt zum Abbau von Vorurteilen gegenüber der Apokalyptik besteht darin, ihre literarischen Konventionen zu würdigen, insbesondere ihre Wiederverwendung von Bildern und Mythen aus dem Alten Testament im neuen Kontext der zukünftigen Entfaltung von Gottes Plan. Der nächste Schritt besteht darin, die historischen Umstände zu würdigen, unter denen die jüdischen und christlichen Apokalypsen als "Literatur der Enteigneten" verfasst wurden. Der dritte Schritt besteht darin, zu versuchen, die bleibende theologische Bedeutung zu erfassen, die ein apokalyptischer Text wie Markus 13 haben könnte.

Markus 13 wendet sich mit den Konventionen der Apokalyptik an Christen, die um des Namens Jesu willen gelitten haben und noch mehr erwarten können. Diese Menschen stellten im römischen Reich eine winzige Minderheit dar und setzten ihre Hoffnung auf Rechtfertigung notwendigerweise auf Gott. In der apokalyptischen Vision fanden sie einen Grund für Jesu Leiden und ihr eigenes ("es ist notwendig") sowie die Verheißung, dass ihr Leiden bald in Herrlichkeit enden würde (so wie sie glaubten, dass das Leiden Jesu es tat). Die Sprache der jüdischen Apokalyptik - das Reich Gottes, Messias und Menschensohn, Auferstehung, das jüngste Gericht - lieferte viele ihrer wichtigsten theologischen Ideen. Die Überzeugung, dass die Welt verwandelt werden würde und dass sie mit dem auferstandenen Jesus in Herrlichkeit herrschen würden, gab ihnen einen Horizont der Hoffnung, vor dem sie ihre gegenwärtigen Leiden deuten konnten, und das Beharren auf ständiger Wachsamkeit half ihnen, Bedeutung und ethische Ausrichtung ihres Handelns in der Gegenwart zu finden.

 

Aus: DONAHUE, JOHN R. ; HARRINGTON, DANIEL J. ; HARRINGTON, D. J. (ed.): The Gospel of Mark, Sacra Pagina Series. vol. 2. Collegeville, MN : The Liturgical Press, 2002


 

 

 

 

 

Im Tagesgebet der Messe beten wir:

Herr, unser Gott, alles steht in deiner Macht;
du schenkst das Wollen und das Vollbringen.
Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen
und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten,
damit wir den Platz zu seiner Rechten erhalten,
wenn er wiederkommt in Herrlichkeit.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit!

Pfarrer Martin Wetzel


Samstag, 28. November 2020

Das Markusevangelium - Infos und Erklärungen 1


Ein bisschen Statistik:
Das Markusevangelium ist das kürzeste der 4 Evangelien. Es umfasst 673 Verse in 16 Kapiteln: insgesamt 11.286 Wörter im griechischen Text. Das längste Evangelium ist das Lukasevangelium (19.446 Wörter)
Das häufigste Substantiv bei Markus ist der Name "Jesus": er kommt 82mal vor. Das häufigste Verb ist "légo"(deutsch: sagen, reden): es kommt 204mal vor.

Die Kürze des Markusevangeliums lädt dazu ein, diese Schrift des Neuen Testaments nicht nur 'häppchenweise' in den Sonntagsevangelien zu hören, sondern es einmal am Stück zu lesen. Dadurch wird der Zusammenhang der einzelnen Teile besser bewusst.

M. Wetzel

 Es geht weiter im Blog...

Im Advent werden Sie hier an jedem Tag eine kurze Besinnung finden.

Außerdem werde ich im Blog Infos und Erklärungen zum Markus-Evangelium posten, das uns im neuen Kirchenjahr in den Sonntagsevangelien begleiten wird.

M. Wetzel

Sonntag, 27. September 2020

 26. Sonntag im Jahreskreis



Impuls zum 26. Sonntag im Jahreskreis


Das Evangelium vom heutigen Sonntag ist aus dem 21. Kapitel des Matthäusevangeliums:

In jener Zeit
sprach Jesus zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes:
28Was meint ihr?
Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg!
29Er antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging hinaus.
30Da wandte er sich an den zweiten und sagte zu ihm dasselbe.
Dieser antwortete: Ja, Herr – und ging nicht hin.
31Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?
Sie antworteten: Der erste.
Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. 32Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Weg der Gerechtigkeit und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt.
Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt. (Mat 21, 28-32)

Im 21. Kapitel des Matthäusevangeliums hat sich der Konflikt Jesu mit den ‚Hohepriestern und Ältesten‘, also mit den führenden Kreisen in Jerusalem, bereits sehr zugespitzt. Zuvor wurde der feierliche Einzug Jesu in Jerusalem berichtet, bei dem er vom Volk als der erwartete Messias begrüßt wird, und die Tempelreinigung, mit der er gegen die Veräußerlichung des Tempelkultes Stellung bezieht. Im heutigen Evangelium greift Jesus die Hohepriester und Ältesten besonders heftig an:  „Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“ Jesus verlangt von seinen Zuhörern, auf dem „Weg der Gerechtigkeit“ konkrete Schritte zu gehen – bloßes Reden genügt nicht. Dies wird bei ihm jedoch nicht zu einer Leistungsethik, die schnell zur Selbstgerechtigkeit führen könnte, sondern zur Aufforderung, die Früchte der Umkehr überall mit Freude anzunehmen, auch bei den ‚Zöllnern und Dirnen‘. 

Im Tagesgebet der Sonntagsmesse beten wir:

Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen.
Darum nimm uns in Gnaden auf,
wenn uns auch Schuld belastet.
Gib, dass wir unseren Lauf vollenden
und zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Pfarrer Martin Wetzel

Sonntag, 20. September 2020

 25. Sonntag im Jahreskreis

Hier finden Sie die Predigt aus der Vorabendmesse in der St. Josefskirche.


Impuls zum 25. Sonntag im Jahreskreis


Am heutigen Sonntag hören wir aus dem Matthäusevangelium das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg:

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:

1Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen hinausging,

um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. 2Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denár für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.

3Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sah andere auf dem Markt stehen, die keine Arbeit hatten.

4Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist.

5Und sie gingen.

Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder hinaus und machte es ebenso.

6Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging, traf er wieder einige, die dort standen.

Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig? 7Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!8Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter:

Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten!

9Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denár.

10Als dann die Ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten einen Denár.

11Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn 12und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt.

Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.

13Da erwiderte er einem von ihnen: Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denár mit mir vereinbart? 14Nimm dein Geld und geh!

Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.

15Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will?

Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?

16So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte. (Mat 20, 1-f)

Das Gleichnis nimmt eine Erfahrung aus, die jeder von uns kennt: bei Gott scheint es nicht immer gerecht zuzugehen. Der eine hat mühelos Glück und Erfolg in seinem Leben, ein anderer, der sich vielleicht mehr Mühe gegeben hat und alles richtig machen wollte, wird vom Unglück verfolgt. Das Handeln Jesu, der sich den Sündern, den Zöllnern zuwendet, verschärft dies noch: haben diejenigen, die immer fromm und gerecht waren, nicht Grund, sich zu beklagen? Das Gleichnis warnt davor, auf dieses Verhalten Jesu mit Neid zu reagieren: Böse zu sein, weil Gott gut ist. Aber Jesus belässt es nicht bei einem moralischen Appell: sei nicht neidisch! – er bietet auch eine Therapie gegen den Neid an: Weil wir Gottes überreiche Güte durch Jesus erfahren, weil jeder den vollen Lohn bekommt, der sich von ihm anwerben lässt, haben wir es nicht mehr nötig, neidisch und kleinlich gegeneinander zu sein. 


Im Tagesgebet der heutigen Messe beten wir:

Heiliger Gott, du hast uns das Gebot der Liebe

zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen

als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.

Gib uns die Kraft,

dieses Gebot treu zu befolgen,

damit wir das ewige Leben erlangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.


Bitte beachten Sie: am kommenden Sonntag ist in der Maria Hilf Kirche keine Heilige Messe, sondern wir laden am 27.9. ein zum Ökumenischen Gottesdienst um 11.00 Uhr auf dem 48-er Platz.

In der St. Josefskirche ist am 27.9. der 11-Uhr-Gottesdienst eine Erstkommunionfeier, zu der keine Anmeldung möglich ist. 


Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute kommende Woche,


Pfarrer Martin Wetzel


Sonntag, 13. September 2020

 24. Sonntag im Jahreskreis

Hier finden Sie die Predigt aus der Vorabendmesse in der Maria Hilf Kirche. 


Impuls zum 24. Sonntag im Jahreskreis


Im Sonntagsevangelium hören wir heute das Ende der ‚Gemeinderede‘ Jesu im Matthäusevangelium:


In jener Zeit

21 trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben,

wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?

22 Jesus sagte zu ihm:

Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal.


23 Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen. 24 Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.

25 Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.

26 Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.

27 Der Herr des Knechtes hatte Mitleid, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

28 Als nun der Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denáre schuldig war.

Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du schuldig bist!

29 Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.

30 Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe.

31 Als die Mitknechte das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.

32 Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast.

33 Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?

34 Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.

35 Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt. (Mat 18, 21-35)


Das, was der Knecht im Gleichnis mit seinem Mitknecht macht, der ihm nur eine geringe Summe schuldig ist, ist eigentlich nichts Besonderes: so geht es eben zu in unserer Welt: Schulden müssen zurückgezahlt werden, jeder sucht seinen Vorteil, wenn es ums Geld geht, hört die Freundschaft auf. 

Aber das Verhalten des Königs im Gleichnis – der natürlich für Gott steht – hat eine ganz andere Welt begründet: eine Welt, in der es Vergebung, Erlass von Schuld in unbegreiflichem Maß gibt. Eine Welt, die nicht mehr vom gegenseitigen Aufrechnen von Schuld und Versagen geprägt ist, sondern von großzügig schenkender Liebe. Der Knecht im Gleichnis war in diese Welt schon hineingezogen, der König hatte ihm seine gewaltigen, unbezahlbaren Schulden erlassen. Er scheitert daran, in dieser neuen Wirklichkeit zu leben und im gleichen Geist mit seinen Mitmenschen umzugehen. Die Mahnung, die der Evangelist uns geben will, ist klar: Wir sind als Jüngerinnen und Jünger bereits in die neue Wirklichkeit Gottes hineingenommen. Jeder von uns hat unbegreifliche, überströmende Liebe und Vergebung von Gott empfangen. Die Konsequenz muss sein, diese Liebe und Vergebung auch einander weiterzugeben, zumal in den Kleinigkeiten des Alltags. Wenn wir daran scheitern, wenn wir die neue Wirklichkeit Gottes verlassen, wenn wir untereinander hartherzig bleiben, verspielen wir auch für uns Gottes Barmherzigkeit und Liebe.


Im Tagesgebet der Messe beten wir:


Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge, sieh gnädig auf uns.

Gib, dass wir dir mit ganzem Herzen dienen

und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen. 


Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!


Pfarrer Martin Wetzel


Sonntag, 6. September 2020

 23. Sonntag im Jahreskreis - Weltkirchlicher Tag der Gebetes und der Solidarität mit den Leidtragenden der Corona-Pandemie


Hier finden Sie die Predigt aus der Vorabendmesse in der St. Josefs Kirche.


Impuls zum 23. Sonntag im Jahreskreis


Im heutigen Evangelium lesen wir:


In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

15Wenn dein Bruder gegen dich sündigt,

dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht!

Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.

16Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei mit dir,

damit die ganze Sache durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen

entschieden werde.

17Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde!

Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht,

dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

18Amen, ich sage euch:

Alles, was ihr auf Erden binden werdet,

das wird auch im Himmel gebunden sein,

und alles, was ihr auf Erden lösen werdet,

das wird auch im Himmel gelöst sein.

19Weiter sage ich euch:

Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten,

werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.

20Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,

da bin ich mitten unter ihnen. (Mat 18, 15-20)


Wir wissen es alle: das Doppelgebot der Gottes- und der Nächstenliebe steht im Zentrum der Verkündigung Jesu. Aber manchmal fragen wir uns etwas ratlos: genügt das schon zur Lösung aller Probleme? Brauchen wir Menschen nicht handfestere Regeln und Gesetze? Aber wir würden Jesus missverstehen, wenn wir das Gebot der Liebe nur als eine allgemein gehaltene Aufforderung zur Sympathie ohne reale Konsequenzen verstehen würden. Das heutige Evangelium zeigt, dass Jesus das Liebesgebot in ganz konkreter, handfester Weise versteht: Im Konfliktfall den Anderen nicht bloßstellen, sondern zuerst unter vier Augen, dann mit wenigen anderen versuchen, die Sache zu klären: das heißt für Jesus: den Nächsten lieben. Am Ende, falls jede Einsicht fehlt, muss aber auch die Gemeinschaft vor dem Einzelnen geschützt werden, uns sei es durch dessen Ausschluss. 


Diesen Sonntag haben die Deutschen Bischöfe zu einem „Weltkirchlichen Sonntag des Gebets und der Solidarität mit den Leidtragenden“ angesichts der Corona-Pandemie ausgerufen. 


Wir beten

für alle Erkrankten – erbarme dich; 

für alle im Gesundheitswesen – erbarme dich; 

für alle, die Versorgung, Betreuung und Sicherheit gewährleisten – erbarme dich; 

für die Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft – erbarme dich; 

für alle, die Angst haben und verunsichert sind – erbarme dich; 

für die Alten und Kranken – erbarme dich; 

für die Kinder – erbarme dich; 

für die, die wirtschaftlich gefährdet sind – erbarme dich; 

für alle Menschen weltweit und für Solidarität miteinander – erbarme dich; 

für die Verstorbenen und Trauernden – erbarme dich. 

Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria, aller Seligen und Heiligen bitten wir um deine Hilfe. Wende uns dein Antlitz zu und sei uns gnädig. 

Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.


Wir bitten Sie auch um Ihre Spende für die Hilfe in den Ländern, die von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind

Für die Aktion ist ein Sonderkonto für Spenden eingerichtet (Verband der Diözesen Deutschlands, Stichwort: Corona-Kollekte 2020, IBAN DE53 4006 0265 0003 8383 03, GENODEM1DKM, Darlehnskasse Münster). Mit dem Erlös fördert die Kirche in Deutschland die Arbeit ihrer weltkirchlichen Werke und der Orden, die in der internationalen Corona-Hilfe aktiv sind.:


Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!


Pfarrer Martin Wetzel


Sonntag, 23. August 2020

 21. Sonntag im Jahreskreis




Impuls zum 21. Sonntag im Jahreskreis


Im Evangelium vom heutigen Sonntag hören wir das Bekenntnis des Petrus zu Jesus als dem Messias, dem Sohn des lebendigen Gottes, und das Verheißungswort Jesu an Petrus:

In jener Zeit,
13 als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam,
fragte er seine Jünger und sprach:
Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer,
andere für Elíja, wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten.
15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
16 Simon Petrus antwortete und sprach:
Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!
17 Jesus antwortete und sagte zu ihm:
Selig bist du, Simon Barjóna;
denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart,
sondern mein Vater im Himmel.
18 Ich aber sage dir:
Du bist Petrus – der Fels –
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben;
was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein,
und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.
20 Dann befahl er den Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei. (Mat 16, 13-20)

Wir erfahren hier das Entscheidende über Jesus, über die Kirche, und über Petrus. Damit sind wir an einer zentralen Stelle des Matthäusevangeliums angelangt. Der Glaube wird hier ganz konkret: Nicht irgendeine der großen Prophetengestalten des Alten Bundes wiederholt sich in Jesus, sondern Simon Petrus bekennt sich dazu, dass er in diesem Menschen, der vor ihm steht, den Messias, den Sohn des lebendigen Gottes erkennt. Die große Hoffnung Israels hat nun ein Gesicht bekommen, Gott selber wird erkennbar im Blick auf Jesus von Nazareth. Jesus antwortet dem Petrus mit einer genauso konkreten Aussage: nicht in irgendeiner beliebigen Form wird seine Botschaft weitergegeben werden, sondern die neue Versammlung des Gottesvolkes – seine Kirche – wird ein konkretes Fundament haben: Petrus. Dieser Kirche wird Dauerhaftigkeit zugesagt: Die ‚Pforten der Unterwelt‘ – also die Macht des Todes – sollen sie nicht überwältigen. 
Die Auslegung der Verheißung an Petrus ist bis heute auch ein Streitpunkt zwischen den Konfessionen. Die katholische Kirche sieht hier nicht nur die persönliche Rolle des Simon Petrus angesprochen, sondern das Petrusamt, den Petrusdienst, die an die Nachfolger des Petrus weitergegeben werden bis zu unserem derzeitigen Papst. Natürlich lagen die späteren kirchengeschichtlichen Entwicklungen noch außerhalb des Horizonts des Evangelisten Matthäus. Aber der Sinn der Worte Jesu geht doch deutlich in die Richtung, dass er seine Lehre, seine Vollmacht hier in die Hände des Petrus legt – und bestimmt nicht will, dass seine Kirche nach dem Tod des Petrus ohne Führung, ohne Fundament, ohne einen Garanten der Einheit bleibt. Dieses Evangelium erinnert uns daran, dass die Nachfolge Jesu nicht im Allgemeinen und Abstrakten bleiben kann. Sie muss sich auf die konkreten Menschen, die Brüder und Schwestern an unserer Seite, einlassen. Sie steht in der konkreten Gemeinschaft mit der weltweiten Kirche und wird nicht von einer Idee oder einem Prinzip zusammengehalten, sondern von einer konkreten Person, die in der Vollmacht Jesu handelt: vom Nachfolger des Petrus, dem Bischof von Rom. 

Im Tagesgebet der Messe beten wir:

Gott, unser Herr, du verbindest alle, die an dich glauben,
zum gemeinsamen Streben.
Gib, dass wir lieben, was du befiehlst,
und ersehnen, was du uns verheißen hast,
damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens
unsere Herzen dort verankert seien,
wo die wahren Freuden sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen. 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Pfarrer  Martin Wetzel

Sonntag, 16. August 2020

 20. Sonntag im Jahreskreis


Hier finden Sie die Predigt vom 15. August zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel.


Impuls zum 20. Sonntag im Jahreskreis


Das Evangelium vom heutigen Sonntag erzählt von dem Wunder, das Jesus auf Bitten einer heidnischen Frau wirkt:

In jener Zeit 21 zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.

22Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm

und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids!

Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.

23Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Schick sie fort,

denn sie schreit hinter uns her!

24Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.

25Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!

26Er erwiderte:

Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen.

27Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen,

die vom Tisch ihrer Herren fallen.

28Darauf antwortete ihr Jesus:

Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an

war ihre Tochter geheilt. (Mat 15, 21-28)

Am Ende sagt Jesus: „Frau, dein Glaube ist groß.“ Das steht in betontem Gegensatz zum „Kleinglauben“, der öfters den Jüngern bescheinigt wird. Dieses Evangelium kann uns einladen, darüber nachzudenken, wie wir dieses Wort ‚Glaube‘ verstehen können. Im Zusammenhang der Begegnung Jesu mit der heidnischen Frau bedeutet ‚Glaube‘ offensichtlich ganz und gar nicht ein passives Geschehenlassen oder nur eine stille Ergebung in Gottes Willen. Die heidnische Frau lässt sich nicht abweisen: sie argumentiert, ja sie streitet mit Jesus. Und Jesus weist dies keineswegs als unpassend oder ungehörig ab. Man gewinnt den Eindruck, dass er geradezu froh darüber ist, dass sie ihm ein Argument an die Hand gibt, das es ihm erlaubt, ihrer Tochter doch zu helfen. 

Für uns kann das bedeuten: ‚Glaube‘ kann auch in unserem Leben viele Formen annehmen. Dazu gehört auch die leidenschaftliche Auseinandersetzung mit Gott, der Ärger und das Unverständnis, das wir vor ihm ausbreiten. Gott weist unsere Argumente nicht zurück. Am Ende erweist sich seine Liebe und Barmherzigkeit immer als größer, als wir für möglich gehalten haben. 


Das Tagesgebet der heutigen Messe lautet:


Barmherziger Gott, was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat,

das hast du denen bereitet, die dich lieben.

Gib uns ein Herz,

das dich in allem und über alles liebt,

damit wir

den Reichtum deiner Verheißungen erlangen,

der alles übersteigt, was wir ersehnen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, 

der in der Einheit des Heiligen Geistes 

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.


 Ich wünsche Ihnen einen frohen, gesegneten Sonntag!


Pfarrer Martin Wetzel


Sonntag, 9. August 2020

 19. Sonntag im Jahreskreis

Impuls zum 19. Sonntag im Jahreskreis


Auch an diesem Sonntag hören wir im Evangelium von einer Wundertat Jesu:

22 Gleich darauf drängte Jesus die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. 23 Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. 24 Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind.
25 In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See.
26 Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. 27 Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
28 Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme!
29 Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. 30 Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich!
31 Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
32 Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind.
33 Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du. (Mat 14, 22-33)

Die Begegnung der Jünger mit Jesus mitten auf dem See findet sich ähnlich auch im Markusevangelium und im Johannesevangelium. Nur bei Matthäus lesen wir aber die Episode von Petrus, der Jesus zunächst auf dem Wasser entgegengeht und dann, als er Angst bekommt, unterzugehen droht und von Jesus gerettet wird. Es ist ganz typisch für den Evangelisten Matthäus, dass die Jünger Jesu nicht wie bei Markus einfach als unverständig und noch ohne Glauben gekennzeichnet werden. Vielmehr werden die Jünger im Matthäusevangelium immer wieder ‚kleingläubig‘ genannt – das ist nicht nur eine abwertender Ausdruck, sondern auch die Anerkennung, dass da schon ein Anfang des Glaubens gemacht ist, dass die Jünger auf dem Weg sind, Jesus richtig kennenzulernen und zu verstehen. Für diesen Lernprozess der Jünger steht hier Petrus stellvertretend: Wir können uns in ihm wiedererkennen – sowohl in der Freude über die Begegnung mit Jesus und im raschen Vertrauen auf ihn, wie auch im ängstlichen Starren auf die eigenen begrenzten Möglichkeiten. Der Ruf des Petrus: ‚Herr, rette mich!‘ ist der Ruf jedes Jüngers und jeder Jüngerin Jesu: Unser Glaube ist nicht ein fester Besitzt, sondern ein immer neues auf-Jesus-Zugehen, ein immer neues Einüben des Vertrauens zu ihn, ein immer neues Ergreifen seiner rettenden Hand.


Im Tagesgebet der Messe lesen wir:

Allmächtiger Gott, wir dürfen dich Vater nennen,
denn du hast uns an Kindes statt angenommen
und uns den Geist deines Sohnes gesandt.
Gib, dass wir in diesem Geist wachsen
und einst das verheißene Erbe empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen, gesegneten Sonntag!

Pfarrer Martin Wetzel

Sonntag, 2. August 2020

18. Sonntag im Jahreskreis



Impuls zum 18. Sonntag im Jahreskreis


Das Wunder der Brotvermehrung, von dem wir im Evangelium vom heutigen Sonntag hören, hat eine besondere Stellung im Neuen Testament: als einziges Wunder Jesu wird es von allen vier Evangelisten berichtet. Und es ist eingebunden in eine Fülle von Mahl-Erzählungen, die offenbar ganz typisch für Jesus waren. Am Ende wird er alles, was er seiner Gemeinde hinterlassen wird, im Letzten Abendmahl zusammenfassen. 

13 Als Jesus das hörte, zog er sich allein von dort mit dem Boot in eine einsame Gegend zurück. Aber die Volksscharen hörten davon und folgten ihm zu Fuß aus den Städten nach.
14 Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen und heilte ihre Kranken. 15 Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät geworden. Schick die Leute weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen! 16 Jesus aber antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! 17 Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier.
18 Er antwortete: Bringt sie mir her!
19 Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten 20 und alle aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig gebliebenen Brotstücke ein, zwölf Körbe voll.
21 Es waren etwa fünftausend Männer, die gegessen hatten, dazu noch Frauen und Kinder. (Mat 14, 13-21)

Unmittelbar vor dem Wunder der Brotvermehrung wird im 14. Kapitel des Matthäusevangeliums von einem anderen Mahl erzählt: von dem Festmahl des Herodes, einem üppig-ausschweifenden Mahl, das am Ende zu einer Gewalttat an einem Unschuldigen führt: zur Ermordung Johannes‘ des Täufers. Diese beiden Mahlfeiern stehen in scharfem Kontrast: Herodes feiert sich selbst und seine Macht mit dem, was dem armen  und unterdrücken Volk abgepresst wurde. Jesus feiert fern von den Reichen und Mächtigen mit Menschen, die nicht mehr als ein paar Brote und Fische dabei haben. Fülle entsteht bei seinem Mahl nicht durch Raub und Gewalt, sondern durch Gottes freies Geschenk. Beim Mahl des Herodes kreisen Menschen, die keine Zukunft haben, um sich selbst – beim Mahl Jesu wird das neue Gottesvolk versammelt, so wie einst das Volk Israel sich beim Weg durch die Wüste als Bundesvolk Gottes versammeln konnte. 
Wir müssen uns fragen lassen: bei welchem Mahl bin ich zu Hause, wo feiere ich die Feste meines Lebens? Mit Herodes oder mit Jesus? Nur wenn wir uns von den Gewalt- und Unrechtsstrukturen dieser Welt distanzieren, wenn wir an der Seite der Armen das Fest mit Jesus feiern, können wir an seiner Fülle Anteil haben.


Im Tagesgebet der Messe beten wir:

Gott, unser Vater, steh deinen Dienern bei
und erweise allen, die zu dir rufen,
Tag für Tag deine Liebe.
Du bist unser Schöpfer
und der Lenker unseres Lebens.
Erneuere deine Gnade in uns, damit wir dir gefallen,
und erhalte, was du erneuert hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrsch in alle Ewigkeit. Amen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute sommerliche Zeit,

Pfarrer Martin Wetzel


Sonntag, 26. Juli 2020

17. Sonntag im Jahreskreis


hier finden Sie die Predigt aus der Vorabendmesse in der Josefskirche.


Impuls zum 17. Sonntag im Jahreskreis

Das Evangelium vom Sonntag führt uns zum Ende der Gleichnisrede Jesu im Matthäusevangelium: (Mat 13, 42-53)

44 Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker.
45 Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
46 Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie.
47 Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen. 48 Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg.
49 So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern 50 und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
51 Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja.
52 Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.
53 Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, zog er weiter.


Für die ersten Hörer des Evangeliums war wohl sehr einleuchten, was mit dem Doppelgleichnis vom Schatz im Acker und von der wertvollen Perle gemeint ist: es war für sie ein klares Risiko, Christ zu werden. Dabei konnten sie alles verlieren: ihre Familien, ihren Besitz, alle Entfaltungsmöglichkeiten in ihrem Leben. Und trotzdem gingen sie dieses Risiko ein, setzten alles auf ein Karte: weil sie den ‚Schatz im Acker‘ die wertvolle Perle, gefunden hatten: weil sie die Gemeinschaft mit Christus und seinen Brüdern und Schwestern gefunden hatten, die alles andere aufwiegt.
Uns stellen diese Gleichnisse vor die Frage: Ist mein Christsein zu sehr eine Sache der Gewohnheit, eine bloße Routine geworden? Müsste ich neu entdecken, dass es mein Herz mit Freude über ein Abenteuer erfüllen kann, wenn ich mich für Christus entscheide? Das Abenteuer der Freiheit, das Abenteuer des neuen Lebens in der Gemeinde der Jüngerinnen und Jünger.

Im Tagesgebet der Messe beten wir:
Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig.
Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg
und hilf uns,
die vergänglichen Güter so zu gebrauchen,
dass wir die ewigen nicht verlieren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen. 


Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Pfarrer Martin Wetzel

Sonntag, 19. Juli 2020

16. Sonntag im Jahreskreis



Impuls zum 16. Sonntag im Jahreskreis


Mit drei Gleichnissen spricht Jesus im heutigen Evangelium über das Himmelreich:

24 Jesus legte ihnen ein anderes Gleichnis vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25 Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg. 26 Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein.
27 Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? 28 Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
29 Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
30 Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune!
31 Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. 32 Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
33 Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war.
34 Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen, 35 damit sich erfülle, was durch den Propheten gesagt worden ist:
Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen, / ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war. 
36 Dann verließ er die Menge und ging in das Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
37 Er antwortete: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn;
38 der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches; das Unkraut sind die Kinder des Bösen;
39 der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Schnitter sind die Engel.‘
40 Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch bei dem Ende der Welt sein: 41 Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gesetzloses getan haben, 42 und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
43 Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre! (Mat 13, 24-42)

Im Laufe der Kirchengeschichte sind diese Gleichnisse oft schnell auf die Entwickelung der Kirche gedeutet worden: aus kleinsten Anfängen, den wenigen Jüngern Jesu, entstand die große, weltumspannende christliche Kirche. Eine solche Deutung fällt uns heute schwer: wir sehen die Geschichte der Kirche nicht als eine geradlinige Erfolgsgeschichte, sondern als eine Geschichte voller Brüche und Katastrophen, nicht zuletzt in unserer eigenen Zeit oft eher eine Verfallsgeschichte als eine Wachstumsgeschichte. Aber die Deutung auf die Geschichte der Kirche entspricht ja auch gar nicht dem, was in diesen Gleichnissen gesagt wird: ‚Der Acker ist die Welt‘ heißt es in der Deutung des Gleichnisses vom Unkraut unter dem Acker. Gerade dieses Gleichnis redet auch von einem schwierigen Nebeneinander von Weizen und Unkraut, von der Geduld, die nötig ist, bis Gott seine Ernte einbringen kann. Nicht triumphale Erfolgsgeschichten werden uns hier vor Augen gestellt, sondern es wird unsere Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass überall da, wo der ‚gute Samen‘ des Gotteswortes ausgesät wird, es sich um unscheinbare, kümmerliche Anfänge handelt – heute nicht weniger als vor 2000 Jahren. Aber es wird auch unser Vertrauen gestärkt, dass Gott aus diesen unscheinbaren Anfängen seine große Ernte machen kann, seinen großen Baum wachsen lassen kann.  

Im Tagesgebet der Messe vom 16. Sonntag im Jahreskreis beten wir um das, was unerlässliche Voraussetzung dafür ist, dass aus den kleinen Anfängen etwas Gutes wachsen kann: Glaube, Hoffnung und Liebe:

Herr, unser Gott, 
sieh gnädig auf alle, die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben,
in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen. 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche,

M. Wetzel

Sonntag, 12. Juli 2020

15. Sonntag im Jahreskreis



Impuls zum 15. Sonntag im Jahreskreis


1 An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. 2 Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich. Und alle Menschen standen am Ufer. 3 Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen. 
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. 4 Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es.
5 Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; 6 als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
7 Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. 8 Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
9 Wer Ohren hat, der höre!
10 Da traten die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
11 Er antwortete ihnen: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; ihnen aber ist es nicht gegeben.
12 Denn wer hat, dem wird gegeben und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
13 Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen. 14 An ihnen erfüllt sich das Prophetenwort Jesajas: Hören sollt ihr, hören und doch nicht verstehen; / sehen sollt ihr, sehen und doch nicht einsehen. 15 Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden. / Mit ihren Ohren hören sie schwer / und ihre Augen verschließen sie, / damit sie mit ihren Augen nicht sehen / und mit ihren Ohren nicht hören / und mit ihrem Herzen / nicht zur Einsicht kommen / und sich bekehren und ich sie heile.
16 Eure Augen aber sind selig, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören.
17 Denn, amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. (Mat 13, 1-17)

Das Gleichnis vom Sämann leitet die dritte große Rede Jesus im Matthäusevangelium ein: Die Gleichnisrede. Bei den Gleichnissen Jesu handelt es sich nicht nur um eine Methode, die Botschaft bildhaft und anschaulich darzustellen. Es geht um eine Notwendigkeit: die Botschaft vom anbrechenden Gottesreich kann nur so gesagt werden. Denn diese Botschaft kann nicht wie irgendeine menschliche Weisheit gelehrt und verstanden werden. Sie fordert den Hörer unmittelbar zu einer Antwort heraus. Jesus und die ersten Jünger machten die Erfahrung, dass diese Botschaft, auch wenn sie öffentlich gesagt und weithin zugänglich ist, doch eine verschlüsselte, codierte Botschaft ist, zu der Viele keinen Zugang finden. Nicht, weil Jesus nicht wollte, dass alle ihn verstehen, sondern weil wir selbst uns dem richtigen Verstehen verschließen. Aber was ist dann der richtige Code, der Schlüssel zum Verständnis der Botschaft? Gerade in der Gleichnisrede wird deutlich: der Schlüssel ist nicht irgendein verborgenes, geheimes Wissen, der Schlüssel liegt im Leben, in der Existenz der Menschen. ‚Eure Augen sind selig, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören.‘ Der Schlüssel für das Verständnis ist die Jüngerschaft, die Nachfolge Jesu. Wer mit ihm unterwegs ist, lernt zu verstehen, worum es ihm geht – wer sich nicht auf den Weg macht, kann ihn nur missverstehen. 
Das Bild von dem vierfach verschiedenen Acker, auf den der Samen fällt, hat einen mahnenden und einen tröstlichen Aspekt: mahnend, indem es uns klar macht, dass es nicht reicht, das Wort äußerlich zu hören, sich aber nicht wirklich auf den Weg Jesu zu machen. Tröstend, indem es deutlich macht, dass trotz all unserer Unzulänglichkeit das Wort Gottes am Ende reiche Ernte einbringen wird. 

Auch im Tagesgebet der Messe wird das Bild vom Weg aufgegriffen:

Gott, du bist unser Ziel,
du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit
und führst sie auf den rechten Weg zurück.
Gib allen, die sich Christen nennen, die Kraft,
zu meiden, was diesem Namen widerspricht
und zu tun, was unserem Glauben entspricht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, 
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.  

Ich wünsche Ihnen einen frohen, gesegneten Sonntag!

Pfarrer Martin Wetzel

Sonntag, 5. Juli 2020

14. Sonntag im Jahreskreis




Impuls zum 14. Sonntag im Jahreskreis


Im Evangelium vom 14. Sonntag im Jahreskreis hören wir einen Jubelruf Jesu:

25 In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.
26 Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

28 Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.
29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. 30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. (Mat 11, 25-30)
Jesus spricht mit Begeisterung, mit jubelnder Freude: er hat seinen Jüngerinnen und Jüngern etwas Großartiges anzubieten, er spricht eine wunderbare Einladung aus. Wie geht es uns damit? Kennen Sie auch den Jubel darüber, dass diese Einladung Jesu bei Ihnen angekommen ist, dass Sie zu ihm gehören dürfen, dass Sie in seiner Kirche sein dürfen? Oft schein uns der Glaube, das Christsein etwas Schwieriges, Kompliziertes oder gar Bedrückendes zu sein. In diesem Evangelium werden wir wieder auf den Kern unseres Glaubens aufmerksam gemacht: Durch Jesus finden wir ganz zu Gott, durch ihn finden wir zur Fülle und zum Ziel unseres Lebens. 

Die Stimmung der jubelnden Freude über den Messias, der den Frieden bringt, begegnet uns auch in der ersten Lesung aus dem Propheten Sacharja:

9 Juble laut, Tochter Zion! / Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. / Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, / ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin.
10 Ausmerzen werde ich die Streitwagen aus Efraim / und die Rosse aus Jerusalem, ausgemerzt wird der Kriegsbogen. / Er wird den Nationen Frieden verkünden; und seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer / und vom Strom bis an die Enden der Erde. (Sacharja 9, 9-10)

Und auch im Tagesgebet der Messe beten wir: ‚Erfülle uns mit Freude über die Erlösung‘. Da wird ganz deutlich, dass diese Freude nicht nur eine menschliche Stimmung ist, die kommen und gehen kann, sondern dass sie ein wunderbares Gottesgeschenk ist, das uns auch an schweren Tagen begleitet.

Barmherziger Gott, durch die Erniedrigung deines Sohnes
hast du die gefallene Menschheit
wieder aufgerichtet
und aus der Knechtschaft der Sünde befreit.
Erfülle uns mit Freude über die Erlösung
und führe uns zur ewigen Seligkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, 
unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie bei allem Schwerem, das unser Leben und unsere Zeit mit sich bringt, doch auch sagen können: Ich freue mich, das ich Christ sein kann! Ich freue mich, dass ich in der Taufe eine wunderbare Verbindung zu Jesus Christus aufgenommen habe und von ihm zum Vater im Himmel geführt werde. Ich freue mich, dass ich zu seiner Kirche gehören darf, das ist das Beste, was mir in meinem Leben geschenkt werden kann.

Einen frohen Sonntag wünscht Ihnen

Pfarrer Martin Wetzel


 Christi Himmelfahrt Predigt und Orgelspiel aus der Vorabendmesse M. Wetzel