Samstag, 27. Februar 2021

"Du stellst meine Füße auf weiten Raum" - Gedanken zur 2. Fastenwoche

 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Ps 31,9)

Seit Aschermittwoch hängt in Maria Hilf und in St. Jakobus das neue Misereror Hungertuch aus. In allen drei Kirchen finden Si Informations- und Gebetsmaterial dazu .

Ich möchte versuchen, Ihnen das doch eher ungewöhnliche und auf den ersten Blick frag-würdige Hungertuch der chilenischen Künstlerin Lilian Moreno Sanchez näher zu bringen.
Die Künstlerin hat es zu Beginn der Pandemie 2020 gemalt.
Schauen Sie es an, was sehen wir auf den ersten Blick: feine und etwas dickere verschlungene Linien,  goldene Blütenblätter. Auf alle Fälle ein farblich minimalistisches Bild. Und was wir nicht sehen: das Original ist auf Bettwäsche gemalt – aus einem Krankenhaus und einem bayerischen Frauenkloster.
Was erkennen wir auf dem Bild?
Die Künstlerin zeichnet in den schwarzen Linien ein Röntgenbild eines Fußes, der mehrfach gebrochen ist, auf die Leinwand.
Der Fuß gehört zu einem Menschen, der in Chile für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit demonstriert hat. Die Polizeigewalt hat ihn schwer verletzt. Das Bild hat zweifelsohne biografische Hintergründe, denn die Künstlerin hat diese Gewalt der Diktatur in Chile erlebt.

Was sagt es uns hier in Mannheim?
Misereror schreibt in der Interpretation dazu: „Die schwarzen Linien des Röntgenbildes, die verwendeten Materialien Zeichen-Kohle, Staub und Leinöl, die karge Bildsprache verweisen auf das Sterben Christi und das Leiden der Menschen; dagegen stehen Gold und Blumen für Hoffnung und Liebe.“
Das Röntgenbild vermittelt uns Schmerz und Krankheit. Die goldenen Blumen zeigen uns in allem Leid aber auch die Kraft eines neu erblühenden, geheilten Lebens. Und wenn wir genau auf die Linien schauen, spüren wir  auch ein Gefühl der Leichtigkeit, wie wenn wir frei schweben würden. Das Leben geht weiter – auch mit verwundeten Füßen.
Das Leben ist so verletzlich.
Das spüren wir auch in dieser Zeit der Pandemie. Wir spüren Verletzlichkeit in unserm sozialen, kulturellen und auch religiösen Leben. Wir haben das Gefühl alles bricht  - alles bricht zusammen. Soziale Kontakte, Zusammenhalt, gemeindliches Leben vor Ort.
Wir fragen uns, wie geht es weiter? Wir wollen unser altes Leben zurück. Gibt es ein Leben nach Corona?
Wir spüren alle, dass unser Leben anders sein wird.
Wir wissen nicht was diese neue Zeit uns bringen wird, wir unser Leben aussehen wird.
„Die Kraft des Wandels“ hat Lilian Moreno Sanchez ihr Bild noch untertitelt.
Unser Leben wandelt sich. Statt darüber zu jammern, sollten wir kraftvoll neue Möglichkeiten suchen und leben.
Diese Zeit des Abstandes, des Verzichten und Fastens, der Erkenntnis, dass eben nicht alles machbar ist, der Sorgen um die Existenz ist sicher schlimm und bedrohlich. Sie wird aber in Hoffnungslosigkeit nicht besser.
Sie wird besser im Vertrauen auf das was uns trägt.
So wie die Künstlerin in ihr Bild goldene Blumen als Zeichen der Heilung eingearbeitet hat. Sie will uns darauf aufmerksam machen, woher Heil und Heilung kommt: von Jesus Christus.
In Psalm 31 wird uns das hoffnungsvoll vor Augen geführt.
„Er beschreibt, was im Glauben alles möglich ist. Das Bild des Fußes lässt uns an Aufbruch, Bewegung und Wandel denken; das Bild des weiten Raumes lässt uns aufatmen, wenn die Füße schwach werden“ schreibt Misereor dazu.
Der Psalm kennt Erfahrungen von Krankheit, Einsamkeit und Verzweiflung. Immer schon haben Menschen in solchen Zeiten Zuflucht bei Gott gesucht: „aus der Enge der Angst blickten sie hinaus ins Weite und schöpften Kraft für einen Neubeginn.“

Auch für uns geht es  darum nicht in der Verletzlichkeit, in der Sorge zu verharren, sondern als Christinnen und Christen vertrauensvoll auf Jesus Christus zu bauen und darum wissen, dass unsere Verletzlichkeit und Angst  Heilung erfahren kann.

Ich erinnere mich an meine Krankenzeit vor 6 Jahren.
Damals wurde ich von den den existentiellen Fragen eines jedes Menschen in Krisensituationen herausgefordert: wie komme ich durch diese dunkle Zeit, wie kann ich weiterleben.
Auch in meinen Glauben wurde ich herausgefordert. Tragen die Zusagen unseres Glaubens, die ich in vielen seelsorgerlichen Gesprächen anderen Menschen zugesagt habe? Diese Krisenzeit wurde auch eine Anfrage an meinen persönlichen Glaubens. Und ich kann sagen: die Zusagen, sie haben getragen.
Gott ist an deiner Seite, er geht mit dir deinen Weg – ich durfte es erfahren.
In dieser Zeit ist mir das Wort des Mannheimer Jesuitenpaters Alfred Delp in die Hände gefallen: „Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.
Er hat diesen Gedanken mit gefesselten Händen und zum Tod verurteilt geschrieben. Er formuliert damit die feste Überzeugung: Gott geht mit uns.
Ich vertraue auch in dieser Pandemiezeit darauf, dass Gott diese Zeit begleitet.
Dass er uns neue Ideen schenkt, diese Zeit zu bestehen.
Dass uns neu bewusst wird, was wichtig in unserem Leben, in unserem Glauben ist. Und das kann auch Wandel und Veränderung sein.

Lassen Sie uns mutig sein, lassen Sie uns ausdauernd und beharrlich sein, lassen Sie uns solidarisch sein mit denen, die sich schwer tun in dieser Zeit, und lassen Sie uns diesen weiten Raum beschreiten, in den uns Gott immer wieder mit seiner befreienden Botschaft der Liebe, der Gerechtigkeit, der Freiheit stellt
Lassen Sie uns die Kraft des Wandels leben.

In den Kirchen liegt zum Hungertuch einiges an Material aus – auch ein DinA 4 Bild des Hungertuchs. Bedienen Sie sich gerne!

Sabine Hansen, Pastoralreferentin

Das MISEREOR-Hungertuch 2021 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ von Lilian Moreno Sánchez © MISEREOR

Quelle: https://www.misereor.de/mitmachen/fastenaktion/hungertuch

Freitag, 26. Februar 2021

 26.2.2021


Die Vatikanischen Museen und Radio Vatikan laden ein zum virtuellen Museumsbesuch in Corona-Zeiten: Heute wird eine russische Ikone aus dem 15./16. Jhd. zur Taufe Jesu vorgestellt.

M. Wetzel

Mittwoch, 24. Februar 2021

 24. Februar - Fest des Hl. Apostels Matthias


Matthias wurde in den Apostelkreis nachgewählt nach dem Ausscheiden des Judas Iskariot. (siehe Apostelgeschichte 1, 15 ff)
Als einziger der Apostel fand er seine Ruhestätte nördlich der Alpen - in der Abtei St. Matthias in Trier.


Sarkophag mit den Gebeinen des Apostels Matthias, Trier, St. Matthias
Foto: 
Helge Klaus Rieder


M. Wetzel

Montag, 22. Februar 2021

 Kurzpredigt 22.2.2021



M. Wetzel

 22. Februar - Fest "Kathedra Petri"


Am 22. Februar 2006 erklärte Papst Benedikt XVI. in einer Ansprache während der Generalaudienz die Bedeutung des Festes 'Kathedra Petri':

"Die lateinische Liturgie feiert heute das Fest Kathedra Petri. Es handelt sich dabei um eine sehr alte, seit dem 4. Jahrhundert in Rom bezeugte Tradition, mit der Gott für die Sendung, die dem Apostel Petrus und seinen Nachfolgern anvertraut wurde, gedankt wird. Die »Kathedra« ist in der ursprünglichen Wortbedeutung der feste Sitz des Bischofs, der in der Hauptkirche einer Diözese aufgestellt ist, die deshalb »Kathedrale« heißt; sie ist außerdem das Symbol der Autorität des Bischofs und insbesondere seines »Lehramtes«, das heißt der Lehre des Evangeliums, die er als Nachfolger der Apostel bewahren und an die christliche Gemeinde weitergeben soll. Wenn der Bischof die ihm anvertraute Teilkirche in Besitz nimmt, trägt er Mitra und Hirtenstab und nimmt auf der Kathedra Platz. Von diesem Sitz aus wird er als Lehrer und Hirt den Weg der Gläubigen in Glaube, Liebe und Hoffnung leiten.

Was war also die »Kathedra« des hl. Petrus? Er, der von Christus als »Fels« ausgewählt worden war, um darauf die Kirche zu bauen (vgl. Mt 16,18), begann seinen Dienst in Jerusalem, nach der Himmelfahrt Jesu und nach Pfingsten. Der erste »Sitz« der Kirche war der Abendmahlssaal, und wahrscheinlich war in jenem Saal, wo auch Maria, die Mutter Jesu, mit den Jüngern zusammen betete, für Simon Petrus ein besonderer Platz vorgesehen. Danach wurde Antiochien zum Sitz des Petrus, die am Fluß Orontes in Syrien, heute in der Türkei, gelegene Stadt und damals nach Rom und Alexandrien in Ägypten die drittgrößte Metropole des Römischen Reiches. Von dieser Stadt, die von Barnabas und Paulus evangelisiert worden war und wo »man die Jünger zum erstenmal Christen nannte« (Apg 11,26), wo also für uns der Name Christen entstanden ist, war Petrus der erste Bischof, so daß das Römische Martyrologium vor der Kalenderreform auch ein eigenes Fest der Kathedra Petri in Antiochien vorsah. Von dort führte die Vorsehung Petrus nach Rom. Dies ist also der Weg von Jerusalem, wo die Kirche entstanden ist, nach Antiochien, dem ersten Zentrum der Kirche, die aus Heiden bestand und noch mit der von den Juden herkommenden Kirche verbunden war. Danach begab sich Petrus nach Rom, den Mittelpunkt des Reiches, Symbol des »Orbis« – die »Urbs«, die Stadt, die Ausdruck des »Orbis«, des Erdkreises, ist –, wo er seinen Weg im Dienst des Evangeliums mit dem Martyrium vollendete. Deshalb erhielt der Sitz von Rom, dem die höchste Ehre zuteil geworden war, auch die dem Petrus von Christus anvertraute Ehre, nämlich allen Teilkirchen zu dienen, für den Aufbau und die Einheit des ganzen Volkes Gottes.

Der Sitz von Rom wurde nach diesem Weg des hl. Petrus somit als Sitz des Nachfolgers Petri anerkannt, und die »Kathedra« des Bischofs von Rom repräsentierte die des Apostels, der von Christus beauftragt worden war, dessen ganze Herde zu weiden. Das bezeugen die ältesten Kirchenväter, wie zum Beispiel der hl. Irenäus, Bischof von Lyon, aber aus Kleinasien stammend, der in seinem Traktat Adversus haereses [Gegen die Häresien] die Kirche von Rom als »größte und älteste, bei allen bekannte…, in Rom gegründet und aufgebaut von den zwei glorreichsten Aposteln Petrus und Paulus«, beschreibt. Und er fügt hinzu: »Mit dieser Kirche muß wegen ihres besonderen Vorranges notwendig jede Kirche übereinstimmen, das heißt die Gläubigen von überall« (III, 3, 2–3). Wenig später äußert sich Tertullian so: »Wie gesegnet ist doch diese Kirche von Rom! Es waren die Apostel selbst, die ihr mit ihrem Blut die ganze Lehre weitergegeben haben« (De praescriptione haereticorum, 36). Die Kathedra des Bischofs von Rom verkörpert also nicht nur dessen Dienst an der römischen Gemeinde, sondern seinen Leitungsauftrag für das ganze Volk Gottes.

Die »Kathedra« Petri feiern, wie wir es heute tun, bedeutet daher, ihr eine starke geistliche Bedeutung zuzuschreiben und darin ein bevorzugtes Zeichen der Liebe Gottes zu erkennen, des guten und ewigen Hirten, der seine ganze Kirche zusammenführen und auf dem Weg des Heils leiten will. Unter den vielen Zeugnissen der Kirchenväter möchte ich gern jenes des hl. Hieronymus wiedergeben, das einem seiner Briefe an den Bischof von Rom entnommen und besonders interessant ist, weil es ausdrücklich auf die »Kathedra« Petri Bezug nimmt und sie als sicheren Ankerplatz der Wahrheit und des Friedens darstellt. Hieronymus schreibt: »Ich habe beschlossen, bei der Kathedra Petri anzufragen, dort, wo jener Glaube ist, den der Mund eines Apostels gerühmt hat; ich komme jetzt, um an jenem Ort Nahrung für meine Seele zu erbitten, wo ich einst das Kleid Christi erhalten habe. Ich folge keinem anderen Primat als dem Christi; deshalb setze ich mich mit deiner Heiligkeit in Verbindung, das heißt mit der Kathedra Petri. Ich weiß, daß auf diesem Fels die Kirche gebaut ist« (Briefe I,15,1–2)."


(gepostet von M. Wetzel)

Sonntag, 21. Februar 2021

 1. Fastensonntag


Das Evangelium vom 1. Fastensonntag gibt uns den kurzen Bericht des Markusevangeliums über die Versuchung Jesu:


12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste. 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. 

14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes 15 und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium! (Markus 1, 12-15)

Die seltsame Bemerkung, dass Jesus 'bei den wilden Tieren' war, versucht die folgende Auslegung zu deuten:

Die Wüste als Ort der Prüfung und der Befreiung liefert einen Anhaltspunkt für das Verständnis des merkwürdigsten Elements des Versuchungsberichts von Markus, seinen Hinweis darauf, dass Jesus "bei den wilden Tieren" war. Es gibt keine genaue Parallele zu dieser Aussage in der Bibel. Ein Versuch, ihre Bedeutung zu erklären, beruft sich auf Adams Benennung der Tiere in Eden (Gen 2,19), auf den neuen Bund (Hos 2,18-19) und vor allem auf die Verwandlung der feindlichen Schöpfung in ein friedfertiges Reich (Jes 11,6-9; Hiob 5,22-23). Nach dieser Deutung erinnern die wilden Tiere an ein Bild der Erlösung und der neuen Schöpfung, in der die einst feindlichen Tiere befriedet und Christus, ihrem Herrn, unterworfen werden. 
Dies ist jedoch keine völlig zufriedenstellende Interpretation. Keine der oben zitierten alttestamentlichen Stellen kommt dem Wortlaut oder dem Gedanken von V. 13 nahe genug, um einen überzeugenden Hintergrund oder eine Parallele zu bilden. Ebenso folgt die Erwähnung der Tiere unmittelbar auf die Erwähnung des Satans, des Versuchers und Widersachers, was auf ein Bündnis der Tiere mit Satan schließen lässt. 

All diese Einwände werden entschärft, wenn wir die Tiere als Symbole für "den Schrecken und die Gefahr" der weiten, gespenstischen und ungezähmten judäischen Wildnis sehen. Ich bin geneigt, in der Erwähnung der wilden Tiere einen ganz bestimmten Berührungspunkt mit den römischen Lesern des Markus zu sehen. Tacitus sprach von Neros Grausamkeit gegenüber den Christen in den sechziger Jahren des ersten Jahrhunderts mit diesen Worten: "Sie wurden mit den Häuten wilder Tiere bedeckt und von Hunden zerrissen" (Ann. 15.44).40 Angesichts der Verwüstung der Christen durch wilde Tiere während Neros Herrschaft ist es nicht schwer, sich vorzustellen, dass Markus die ungewöhnliche Formulierung "mit den wilden Tieren" einfügte, um seine römischen Leser daran zu erinnern, dass auch Christus den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen wurde, und wie die Engel ihm dienten, so werden sie auch den römischen Lesern dienen, die dem Martyrium entgegengehen. 

Obwohl Gott Jesus in die Prüfung in der Wüste führt - wie er die römischen Leser des Markus führt -, lässt Gott weder Jesus noch sie darin im Stich. Der Weg des Gottessohnes hat den Segen des Vaters, und selbst in seinen Prüfungen durch den Erzfeind wird Jesus von den himmlischen Begleitern des Vaters gestützt. (übersetzt mit DeepL)

aus: EDWARDS, JAMES R.: The Gospel according to Mark, The Pillar New Testament Commentary. Grand Rapids, MI; Leicester, England : Eerdmans; Apollos, 2002

M. Wetzel

Freitag, 19. Februar 2021

 Freitag nach Aschermittwoch


Museen und Ausstellungen sind zur Zeit nicht zugänglich - aber die Werke der christlichen Kunst bieten eine wesentliche Möglichkeit der Auseinandersetzung mit den zentralen Inhalten unseres Glaubens.
'Radio Vatikan' bietet eine Ausstellung im Internet an: ein Meisterwerk aus den Vatikanischen Museen, der Bilderzyklus "Die Werke der Barmherzigkeit" von Olivuccio di Ciccarello, gemalt 1404.

M. Wetzel

Donnerstag, 18. Februar 2021

 Donnerstag nach Aschermittwoch

Im 'Guardian' fand ich diese beeindruckende Photoserie über Aschermittwoch in verschiedenen Ländern.


M. Wetzel

Mittwoch, 17. Februar 2021

Aschermittwoch


Hier finden Sie einen Gruß zum Beginn der Fastenzeit.

Die 40 Tage der Österlichen Bußzeit haben einen mehrfachen geistlichen Sinn:
  •  Das Aschekreuz am Beginn dieser Zeit mahnt zur Besinnung auf die Vergänglichkeit: 
    "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst"
  •  Die Einladung zu den klassischen 'Werken der Buße' - Fasten, Gebet und Almosen - weist darauf hin, dass eine Anstrengung erforderlich ist, die in unsere eingespielten Gewohnheiten eingreift und Platz für Neues schafft
  •  Das Ziel des österlichen Weg ist das Osterfest, insbesondere die feierliche Erneuerung des Taufversprechens in der Osternacht. 

Papst Franziskus hat eine Botschaft für die Fastenzeit geschrieben:


BOTSCHAFT VON PAPST FRANZISKUS
 ZUR FASTENZEIT 2021

 

»Siehe, wir gehen nach Jerusalem hinauf« (Mt 20,18)
Fastenzeit – Zeit der Erneuerung von Glaube, Hoffnung und Liebe

 

Liebe Brüder und Schwestern,

als Jesus seinen Jüngern sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung ankündigt, um den Willen des Vaters zu erfüllen, da enthüllt er ihnen zugleich den tieferen Sinn seiner Sendung und ruft sie, an dieser Sendung zum Heil der Welt teilzunehmen.

Auf dem Weg der Fastenzeit, der uns zur Feier der österlichen Geheimnisse führt, denken wir an den, der sich »erniedrigte [und] gehorsam [war] bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz« (Phil 2,8). In dieser Zeit der Umkehr erneuern wir unseren Glauben, schöpfen wir vom „lebendigen Wasser“ der Hoffnung und empfangen mit offenem Herzen die Liebe Gottes, die uns zu Brüdern und Schwestern in Christus werden lässt. In der Osternacht werden wir unser Taufversprechen erneuern, um durch das Wirken des Heiligen Geistes als neue Menschen wiedergeboren zu werden. Wie das gesamte christliche Leben wird schon der Weg der Fastenzeit gänzlich vom Licht der Auferstehung erhellt, das die Gesinnung, die Haltung und die Entscheidungen dessen beseelt, der Christus nachfolgen will.

Fasten, Gebet und Almosen sind, nach Jesu Verkündigung (vgl. Mt 6,1-18), sowohl Bedingung als auch Ausdruck unserer Umkehr. Der Weg der Armut und des Verzichts (das Fasten), der liebevolle Blick und die Wohltaten für den verletzten Mitmenschen (das Almosen) und das kindliche Gespräch mit dem Vater (das Gebet) erlauben uns, einen ehrlichen Glauben, eine lebendige Hoffnung und eine tätige Liebe zu verwirklichen.

1. Der Glaube ruft uns auf, die Wahrheit anzunehmen und ihre Zeugen zu werden vor Gott und unseren Brüdern und Schwestern

Die in Christus offenbar gewordene Wahrheit anzunehmen und zu leben heißt in dieser Fastenzeit vor allem, sich vom Wort Gottes ansprechen zu lassen, das uns von Generation zu Generation von der Kirche überliefert wird. Diese Wahrheit ist nicht ein Gedankengebäude, das nur wenigen erlesenen klugen oder vornehmen Köpfen zugänglich wäre. Sie ist eine Botschaft, die wir dank eines verständigen Herzens empfangen und begreifen können, das offen ist für die Größe Gottes, der uns liebt, noch bevor wir darum wissen. Diese Wahrheit ist Christus selbst, der unser Menschsein ganz und gar angenommen hat und so zum Weg geworden ist, der zur Fülle des Lebens führt. Dieser Weg ist anspruchsvoll, aber offen für alle.

Das Fasten als Erfahrung des Verzichtes führt alle, die sich in der Einfachheit des Herzens darum mühen, zur Wiederentdeckung der Gaben Gottes und zum Verständnis unserer Wirklichkeit als Geschöpfe nach seinem Bild und Gleichnis, die in ihm Vollendung finden. Wer fastet und sich freiwillig auf die Erfahrung der Armut einlässt, wird arm mit den Armen und „sammelt“ somit einen Schatz an empfangener und geteilter Liebe. So verstanden und praktiziert hilft das Fasten, Gott und den Nächsten zu lieben, da, wie der heilige Thomas von Aquin lehrt, die Liebe eine Bewegung der Aufmerksamkeit für den anderen ist, die ihn als eines Wesens mit sich selbst betrachtet (vgl. Enzyklika Fratelli tutti, 93).

Die Fastenzeit dient dazu, den Glauben zu vertiefen beziehungsweise Gott in unser Leben einzulassen und ihm zu erlauben, bei uns „Wohnung zu nehmen“ (vgl. Joh 14,23). Fasten heißt unser Dasein von allem befreien, was es belastet, auch von der Übersättigung durch – wahre oder falsche – Informationen und durch Konsumartikel, um so die Türen unseres Herzens für den zu öffnen, der ganz arm, aber zugleich »voll Gnade und Wahrheit« (Joh 1,14) zu uns kommt – für den Sohn Gottes, des Erlösers.

2. Die Hoffnung als „lebendiges Wasser“, das uns fähig macht, unseren Weg weiterzugehen

Die Samariterin, die Jesus am Brunnen bittet, ihm zu trinken zu geben, versteht nicht, als er ihr sagt, er könne ihr »lebendiges Wasser« (Joh 4,10) geben. Zunächst denkt sie natürlich an normales Wasser, Jesus aber meint den Heiligen Geist, den er im Ostergeheimnis in Überfülle schenken wird und der uns die Hoffnung eingießt, die nicht enttäuscht. Bereits bei der Ankündigung seines Leidens und Todes zeigt Jesus diese Hoffnung an, wenn er sagt: »Und am dritten Tag wird er auferweckt werden« (Mt 20,19). Jesus spricht zu uns von der Zukunft, die uns die Barmherzigkeit des Vaters weit aufgetan hat. Mit ihm und dank ihm hoffen heißt glauben, dass die Geschichte nicht einfach mit unseren Fehlern, unseren Gewalttätigkeiten und Ungerechtigkeiten und mit der Sünde, welche die Liebe kreuzigt, zu Ende geht. Es bedeutet, aus seinem offenen Herzen die Vergebung des Vaters zu schöpfen.

In der gegenwärtigen sorgenreichen Situation, in der alles zerbrechlich und unsicher erscheint, könnte es als Provokation wirken, von Hoffnung zu sprechen. Die Fastenzeit ist dazu da, um zu hoffen, um von neuem den Blick auf die Geduld Gottes zu richten. Er hört nicht auf, für seine Schöpfung zu sorgen, während wir sie allzu oft schlecht behandelt haben (vgl. Enzyklika Laudato siʼ, 32-33; 43-44). Es ist eine Hoffnung auf Versöhnung, zu der uns der heilige Paulus eindringlich ermahnt: »Lasst euch mit Gott versöhnen!« (2 Kor 5,20) Durch den Empfang der Vergebung im Bußsakrament, das im Zentrum unseres Weges der Umkehr steht, können wir unsererseits Vergebung weitergeben: Weil wir selbst Vergebung empfangen haben, können auch wir vergeben, wenn wir zum aufmerksamen Dialog fähig sind und dem Verwundeten hilfreich zur Seite stehen. Die Vergebung Gottes, auch mittels unserer Worte und Gesten, erlaubt uns, Ostern im Geist der Geschwisterlichkeit zu leben.

In der Fastenzeit wollen wir mehr darauf bedacht sein, »Worte der Ermutigung zu sagen, die wieder Kraft geben, die aufbauen, die trösten und die anspornen, statt Worte, die demütigen, die traurig machen, die ärgern, die herabwürdigen« (Enzyklika Fratelli tutti, 223). Um Hoffnung zu vermitteln reicht es manchmal schon, »ein freundlicher Mensch« zu sein, »der seine Ängste und Bedürfnisse beiseitelässt, um aufmerksam zu sein, ein Lächeln zu schenken, ein Wort der Ermutigung zu sagen, einen Raum des Zuhörens inmitten von so viel Gleichgültigkeit zu ermöglichen« (ebd., 224).

In der Sammlung und im stillen Gebet wird uns die Hoffnung als Inspiration und inneres Licht geschenkt, das die Herausforderungen und Entscheidungen auf dem Weg unserer Sendung erhellt. Deshalb ist es so wichtig, sich im Gebet zu sammeln (vgl. Mt 6,6) und im Verborgenen dem liebevollen Vater zu begegnen.

Die Fastenzeit voll Hoffnung leben heißt spüren, dass wir in Christus Zeugen einer neuen Zeit sind, in der Gott „alles neu macht“ (vgl. Offb 21,1-6). Es bedeutet, die Hoffnung Christi zu empfangen, der sein Leben am Kreuz hingibt und den Gott am dritten Tag auferweckt, und zugleich »stets bereit« zu sein, »jedem Rede und Antwort zu stehen, der von [uns] Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die [uns] erfüllt« (1 Petr 3,15).

3. Die auf den Spuren Christi in Aufmerksamkeit und Mitgefühl gegenüber jedem Menschen gelebte Liebe ist der höchste Ausdruck unseres Glaubens und unserer Hoffnung

Die Liebe freut sich, wenn sie den anderen wachsen sieht. Daher leidet sie, wenn der andere in Bedrängnis ist: einsam, krank, obdachlos, verachtet, bedürftig … Die Liebe ist der Impuls des Herzens, der uns aus uns selbst herausgehen und ein Band der Teilhabe und Gemeinschaft entstehen lässt.

»Ausgehend von der sozialen Liebe ist es möglich, zu einer Zivilisation der Liebe voranzuschreiten, zu der wir uns alle berufen fühlen können. Die Liebe kann mit ihrer universalen Dynamik eine neue Welt aufbauen, weil sie nicht ein unfruchtbares Gefühl ist, sondern vielmehr das beste Mittel, um wirksame Entwicklungsmöglichkeiten für alle zu finden« (Enzyklika Fratelli tutti, 183).

Die Liebe ist ein Geschenk, das unserem Leben Sinn verleiht und dank dessen wir den Bedürftigen als Teil unserer eigenen Familie, als Freund, als Bruder oder Schwester betrachten. Das Wenige, das man in Liebe teilt, wird niemals aufgebraucht, sondern wird zu Vorräten des Lebens und des Glücks. So geschah es mit dem Mehl und dem Öl der Witwe von Sarepta, die dem Propheten Elija ein kleines Gebäck anbot (vgl. 1 Kön 17,7-16), oder bei der wunderbaren Brotvermehrung, als Jesus die Brote segnete, brach und den Jüngern zum Austeilen an die Menge gab (vgl. Mk 6,30-44). Genauso geschieht es mit unserem – großen oder kleinen – Almosen, wenn es nur mit Freude und Schlichtheit gegeben wird.

Eine Fastenzeit der Liebe leben heißt sich um den kümmern, der aufgrund der Covid-19-Pandemie eine Situation des Leidens, der Verlassenheit oder Angst durchmacht. Angesichts großer Ungewissheit bezüglich der Zukunft denken wir an das Wort, das Gott an seinen Knecht richtet: »Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst!« (Jes 43,1), während wir durch unsere Liebe ein Wort des Vertrauens anbieten und den anderen spüren lassen: Gott liebt dich wie einen Sohn und eine Tochter.

»Nur mit einem durch die Liebe geweiteten Blick, der die Würde des anderen wahrnimmt, können die Armen in ihrer unfassbaren Würde erkannt und mit ihrem eigenen Stil und ihrer Kultur geschätzt werden und so wirklich in die Gesellschaft integriert werden« (Enzyklika Fratelli tutti, 187).

Liebe Brüder und Schwestern, jede Etappe unseres Lebensweges ist eine Zeit des Glaubens, Hoffens und Liebens. Dieser Aufruf, die Fastenzeit als einen Weg der Umkehr, des Gebets und des Teilens unserer Güter zu leben, soll uns helfen, in unserem gemeinschaftlichen wie persönlichen Erinnern den Glauben, der vom lebendigen Christus kommt, die Hoffnung, die vom Hauch des Heiligen Geist beseelt wird, und die Liebe, deren unerschöpfliche Quelle das barmherzige Herz des Vaters ist, zu erneuern.

Maria, die Mutter des Erlösers, treu zugegen am Fuß des Kreuzes und im Herzen der Kirche, stehe uns mit ihrer fürsorglichen Gegenwart bei, und der Segen des Auferstandenen geleite uns auf dem Weg zum österlichen Licht.

Rom, St. Johannes im Lateran, am 11. November 2020, Gedenktag des heiligen Martin von Tours.

 

Franziskus


(gepostet von M. Wetzel)

Samstag, 13. Februar 2021

Ab Aschermittwoch geht es im Blog weiter: 

jede Woche gestaltet ein Mitglied des Seelsorgeteams einen geistlichen Impuls

Dienstag, 29. Dezember 2020

 29. Dezember - Fünfter Tag der Weihnachtsoktav - Gedenktag des Hl. Bischofs und Märtyrers Thomas Becket


Heute vor 850 Jahren, am 29. Dezember 1170, wurde Thomas Becket, Erzbischof von Canterbury, in seiner Kathedrale ermordet. Damit fand sein Konflikt mit dem englischen König einen tragischen Höhepunkt. Thomas Becket war zunächst ein enger Freund des Königs, als Bischof legte er jedoch jeden weltlichen Prunk ab und setzte sich mit Nachdruck für die Ehre Gottes und die Rechte der Kirche ein.

Allmächtiger Gott,

du hast dem heiligen Thomas Becket

Starkmut und Tapferkeit geschenkt,

so dass er sein Leben

für Recht und Gerechtigkeit hingab.

Gib auch uns die Bereitschaft,

unser Leben in dieser Welt

um Christi willen zu verlieren,

damit wir es wieder finden im Himmel.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.


M. Wetzel

Montag, 28. Dezember 2020

 Fest der Heiligen Unschuldigen Kinder - 28. Dezember



13 Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, siehe, da erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. 14 Da stand Josef auf und floh in der Nacht mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. 15 Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. 


16 Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er sandte aus und ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. 17 Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: 

18 Ein Geschrei war in Rama zu hören, / lautes Weinen und Klagen: / Rahel weinte um ihre Kinder / und wollte sich nicht trösten lassen, / denn sie waren nicht mehr. (Matthäus 2, 13-18)


In einer Auslegung zu diesem Evangelium wird die Parallele zwischen der Jesus-Geschichte und der Erzählung von der Gefährdung des jungen Mose betont:

"Die ersten Kapitel des Buches Exodus erzählen von der Geburt und Jugend des Mose. Für die Auslegung der Kindheitserzählung des Matthäus sind die folgenden Punkte am wichtigsten. Pharao, der grausame König der Ägypter, ordnet an, dass Mose und alle männlichen Kinder der Hebräer getötet werden sollen (1. Mose 1,16.22). Aber Mose wird auf wunderbare Weise durch das Eingreifen der Tochter des Pharao gerettet (2. Mose 2,1-10). Aus Angst, für die Tötung eines Ägypters bestraft zu werden, flieht der junge Mann Mose vor dem Pharao in das Land Midian (2. Mose 2,15). Nach dem Tod des Pharaos (2. Mose 2,23) weist der Herr Mose an, aus Midian nach Ägypten zurückzukehren, "denn alle Männer, die dir nach dem Leben trachteten, sind tot" (2. Mose 4,19).

Es gibt also Parallelen zwischen den Geschichten von Mose und Jesus: das Todesurteil des bösen Königs, die Flucht, um dem Urteil zu entgehen, das Abschlachten von unschuldigen Kindern und die Rückkehr nach dem Tod des bösen Königs. Natürlich gibt es einige offensichtliche Unterschiede. Der Pharao ist der König der Ägypter, während Herodes behauptet, der König der Juden zu sein. Mose flieht aus Ägypten nach Midian, während Jesus aus Judäa nach Ägypten flieht. Die Geschichte von Mose umfasst seine Geburt und sein Leben als junger Mann, während Jesus in Matthäus 2 durchgehend ein Säugling bleibt. Die ersten beiden Unterschiede könnten bewusste Kontraste zu Mose sein, die die Aufmerksamkeit auf die schlechte Führung in Judäa zur Zeit Jesu lenken sollen und auf die Vorstellung von Jerusalem als dem Ort, an dem Jesus abgelehnt wird. Wir können davon ausgehen, dass Matthäus' Leser Anklänge an die Mose-Geschichte in Matthäus 2 gehört haben."
aus: HARRINGTON, DANIEL J. ; HARRINGTON, D. J. (ed.): The Gospel of Matthew, Sacra Pagina Series. vol. 1. Collegeville, MN : Liturgical Press, 2007 (übersetzt mit DeepL)


M. Wetzel

Sonntag, 27. Dezember 2020

 Fest der Heiligen Familie -
Sonntag, 27. Dezember


22 Als sich für sie die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, 23 wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. 24 Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. 25 Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. 26 Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. 27 Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, 28 nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: 

29 Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, / wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. 

30 Denn meine Augen haben das Heil gesehen, / 31 das du vor allen Völkern bereitet hast, 

32 ein Licht, das die Heiden erleuchtet, / und Herrlichkeit für dein Volk Israel. 

33 Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. 34 Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – 35 und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden. 36 Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; 37 nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. 38 Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. 39 Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. 40 Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade ruhte auf ihm. (Lukas 2, 22-40)


Herr, unser Gott,

in der Heiligen Familie

hast du uns ein leuchtendes Vorbild geschenkt.

Gib unseren Familien die Gnade,

dass auch sie in Frömmigkeit und Eintracht leben

und einander in der Liebe verbunden bleiben.

Führe uns alle

zur ewigen Gemeinschaft in deinem Vaterhaus.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.


Krippe aus der St. Josefskirche

M. Wetzel

Samstag, 26. Dezember 2020

 26. Dezember - Hl. Stephanus


Allmächtiger Gott,
wir ehren am heutigen Fest
den ersten Märtyrer deiner Kirche.
Gib, dass auch wir unsere Feinde lieben
und so das Beispiel
des heiligen Stephanus nachahmen,
der sterbend für seine Verfolger gebetet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes 
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
Tagesgebet vom Fest des Heiligen Stephanus

Am Fest des Heiligen Stephanus, der sterbend für sein Verfolger gebetet hat, denkt die Kirche besonders an alle verfolgten und bedrängten Christen. 

Die Geschichte vom Tod des Stephanus ist nicht nur eine traurige Geschichte von Hass und Mord, sondern zuletzt auch eine Hoffnungsgeschichte: als einer der Verantwortlichen für die Steinigung des Stephanus wird Saulus genannt: später sollte er nach seiner Bekehrung der große Verkündiger des Glaubens unter den Heidenvölkern werden. Auch für die Gegenwart gilt, dass nicht der Hass der Verfolger das letzte Wort hat, sondern Gottes überraschende Möglichkeiten über alles hinausgehen, was wir für wahrscheinlich halten.

M. Wetzel




Freitag, 25. Dezember 2020

 Weihnachten - Hochfest der Geburt des Herrn



1 Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. 4 In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. 

6 Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. 7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. 8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. 9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. 10 Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. 

14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. 15 Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. 16 Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. 18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht. (Johannes 1, 1-18)


Allmächtiger Gott,
du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen
und noch wunderbarer wiederhergestellt.
Lass uns teilhaben an der Gottheit deines Sohnes,
der unsere Menschennatur angenommen hat.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern des Blogs ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest, Gelassenheit und Zuversicht und das Vertrauen auf die wunderbare Gegenwart Gottes in Jesus Christus.

M. Wetzel

Donnerstag, 24. Dezember 2020

 24. Dezember


Herr Jesus Christus,

komm bald und säume nicht.

Richte uns auf durch deine tröstliche Ankunft,

denn wir hoffen auf deine Güte.

Der du in der Einheit des Heiligen Geistes

mit Gott dem Vater

lebst und herrschst in alle Ewigkeit.


Tagesgebet der Messe am Vormittag des 24. Dezember



M. Wetzel

Mittwoch, 23. Dezember 2020

 Adventsbesinnung: 23. Dezember


Der Antwortpsalm aus der Liturgie vom 23. Dezember:

4 Zeige mir, HERR, deine Wege, 
lehre mich deine Pfade! 
5 Führe mich in deiner Treue und lehre mich; 
denn du bist der Gott meines Heils. 
Auf dich hoffe ich den ganzen Tag. 

8 Der HERR ist gut und redlich, 
darum weist er Sünder auf den rechten Weg. 
9 Die Armen leitet er nach seinem Recht, 
die Armen lehrt er seinen Weg. 

10 Alle Pfade des HERRN sind Huld und Treue 
denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse wahren. 

14 Der Rat des HERRN steht denen offen, die ihn fürchten, 
und sein Bund, um ihnen Erkenntnis zu schenken. (Psalm 25:4–5ab, 8–9, 10, 14)

aus einer Auslegung zu diesem Psalm:

"Die erste Bitte ist die um Unterweisung in den allgemeinen Willen Gottes: Man beachte den Plural, um deine Wege ... deine Pfade zu kennen (4). Das ist frei von Eigeninteresse, das Bitten um besondere Führung motivieren kann, und es legt das Fundament für richtige Entscheidungen, ein Fundament von "geschulten Fähigkeiten ..., das Gute vom Bösen zu unterscheiden" (Hebr 5,14). Die anderen Kennzeichen dieses Gebets sind erstens Beharrlichkeit - geduldige Wachsamkeit für "das erste Zeichen seiner Hand", wie in den Versen 5c, 15 zu sehen ist (vgl. 123,2); und schließlich, Ehrfurcht - die einfache Frömmigkeit, die Gott mit seiner Freundschaft ehrt (14). "Freundschaft" ist das hebräische Wort sôd, das sowohl "Rat" als auch "Beistand" bedeutet: sowohl der Kreis der engen Vertrauten als auch die Angelegenheiten, die mit ihnen besprochen werden (vgl. "Rat", Jer. 23,18.22; "Geheimnis", Amos 3,7). Diese ganze Herangehensweise an göttliche Führung ist persönlich und reif, im Gegensatz zu der im Grunde heidnischen Suche nach irrationalen Hinweisen und Omen (vgl. Jes. 47,13)."
aus: KIDNER, DEREK: Psalms 1–72: an introduction and commentary, Tyndale Old Testament Commentaries. vol. 15. Downers Grove, IL : InterVarsity Press, 1973 (übersetzt mit DeepL)


O-Antiphon vom 23. Dezember:


O Emmanuel -
O Emmanuel, unser König und Lehrer,
du Hoffnung und Heiland der Völker:
o komm, eile und schaffe uns Hilfe,
du unser Herr und unser Gott!

M. Wetzel

Dienstag, 22. Dezember 2020

 Adventsbesinnung: 22. Dezember


Das heutige Evangelium ist der Lobgesang Marias aus dem 1. Kapitel des Lukasevangeliums:


46 Da sagte Maria: 

Meine Seele preist die Größe des Herrn / 47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. 

48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. 

49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig. 

50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten. 

51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; 

52 er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen. 

53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen. 

54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen, 

55 das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. 

56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück. 

(Lukas 1, 46-56)

Aus einer Auslegung zu diesem Lied:

"Im Magnificat weitet sich Marias Lob für das, was Gott an ihr persönlich getan hat, auf das aus, was Gott für "alle, die ihn fürchten" in jedem Zeitalter tut, einschließlich dessen, was Gott für Israel durch die Geburt seines Messias tut. So wie Gott durch seine mächtigen Taten in der Vergangenheit "Macht in seiner rechten Hand zeigte", so nimmt er jetzt "Israel bei der Hand." Das Lied bewegt sich stufenweise von der Umkehrung von Marias Zustand von der Niedrigkeit zur Erhöhung (1,46-49), dann zu einer allgemeinen Aussage über Gottes Barmherzigkeit gegenüber denen, die ihn fürchten (1,50), dann zu einer Aufzählung seiner vergangenen und gegenwärtigen Umkehrungen (1,51-53), schließlich zu der Aussage, wie diese Barmherzigkeit jetzt Israel in Erfüllung von Gottes Verheißung an Abraham gezeigt wird (1,54-55).

Während sich das Lied nach außen bewegt, entfaltet es auch eine Dichte an Symbolik. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Maria hier zur Repräsentantin, wenn nicht gar zur Personifizierung von "Israel" gemacht wird. Die ihr erwiesene Barmherzigkeit spiegelt und veranschaulicht die dem Volk erwiesene Barmherzigkeit. Die repräsentative Symbolik Marias wird später im Kindheitsbericht (in 2,34) noch deutlicher zum Ausdruck gebracht. Wir bemerken auch, dass die Epitheta, die in dem Lied auf Gott angewandt werden, auch Attribute des Sohnes sind, den sie trägt. Gott wird "Herr" und "Retter" und "heilig" genannt. So wurde Jesus bereits "heilig" (1,34) und "Herr" (1,43) genannt und wird in Kürze auch als "Retter" bezeichnet werden (2,11). Wie beim Namen, so bei der Funktion: Gott kehrt den Status und die Wahrnehmung der Menschen um: In einer Abwärtsbewegung zerstreut er die Hochmütigen, stürzt die Mächtigen, schickt die Reichen leer aus. Aber Gott erhöht auch, in einer Aufwärtsbewegung, die Niedrigen, macht die Hungrigen satt und nimmt die Hand Israels. Genau eine solche Umkehrung kündigt Jesus in seinen Seligpreisungen und Wehklagen (6,20-26) an, und sie wird von ihm in seiner öffentlichen Wirksamkeit dargestellt." 
aus: JOHNSON, LUKE TIMOTHY ; HARRINGTON, D. J. (ed.): The Gospel of Luke, Sacra Pagina Series. vol. 3. Collegeville, MN : The Liturgical Press, 1991 (übersetzt mit DeepL)


O-Antiphon vom 22. Dezember:

O Rex gentium -
O König der Völker, ihre Erwartung und Sehnsucht; Schlussstein, der den Bau zusammenhält:
o komm und errette den Menschen, den du aus Erde gebildet!


M. Wetzel

Montag, 21. Dezember 2020

 Fürchtet euch nicht!


Der Ruf 'Fürchtet euch nicht!' bzw. 'Fürchte dich nicht!' taucht in den Advents- und Weihnachtsevangelien immer wieder auf. Hier finden Sie eine Übersicht über die Stellen im Neuen Testament, an denen dieser Ruf vorkommt:


Matthäus 1:20

Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. 

Matthäus 10:26

Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. 

Matthäus 10:28

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! 

Matthäus 10:31

Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. 

Matthäus 14:27

Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! 

Matthäus 17:7

Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht! 

Matthäus 28:5

Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. 

Matthäus 28:10

Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen. 

Markus 5:36

Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht! Glaube nur! 

Markus 6:50

Alle sahen ihn und erschraken. Doch er begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! 

Lukas 1:13

Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. 

Lukas 1:30

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. 

Lukas 2:10

Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: 

Lukas 5:10

ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. 

Lukas 8:50

Jesus hörte es und sagte darauf zu ihm: Fürchte dich nicht! Glaube nur, dann wird sie gerettet werden! 

Lukas 12:4

Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, danach aber nichts weiter tun können! 

Lukas 12:7

Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. 

Lukas 12:32

Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben. 

Lukas 21:9

Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. 

Johannes 6:20

Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fürchtet euch nicht! 

Johannes 12:15

Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt; er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin. 

Apostelgeschichte 18:9

Der Herr aber sagte nachts in einer Vision zu Paulus: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! 

Apostelgeschichte 27:24

und hat gesagt: Fürchte dich nicht, Paulus! Du musst vor den Kaiser treten. Und siehe, Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir fahren. 

Römerbrief 13:3

Vor den Trägern der Macht hat sich nicht die gute, sondern die böse Tat zu fürchten; willst du also ohne Furcht vor der staatlichen Gewalt leben, dann tue das Gute, sodass du ihre Anerkennung findest! 

Hebräerbrief 11:23

Aufgrund des Glaubens wurde Mose nach seiner Geburt drei Monate lang von seinen Eltern verborgen, weil sie sahen, dass es ein schönes Kind war, und weil sie sich vor dem Befehl des Königs nicht fürchteten. 

Hebräerbrief 11:27

Aufgrund des Glaubens verließ er Ägypten, ohne Furcht vor dem Zorn des Königs; er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren. 

Hebräerbrief 13:6

So dürfen wir zuversichtlich sagen: Der Herr ist mein Helfer, ich werde mich nicht fürchten. / Was kann ein Mensch mir antun? 

1 Petrus 3:6

Sara gehorchte Abraham und nannte ihn Herr. Ihre Kinder seid ihr geworden, wenn ihr recht handelt und euch vor keiner Einschüchterung fürchtet. 

1 Petrus 3:14

Aber auch wenn ihr um der Gerechtigkeit willen leidet, seid ihr seligzupreisen. Fürchtet euch nicht vor ihnen und lasst euch nicht erschrecken, 

Offenbarung 1:17

Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.


Und hier die Verteilung der Stellen in einer Grafik:



M. Wetzel




 Adventsbesinnung: 21. Dezember


Das Hohelied gehört zu den Büchern des Alten Testamentes, die nur selten in den liturgischen Lesungen vorkommen. Es enthält eine Reihe von Liebesliedern, die ganz aus der reichen Tradition orientalischer Liebes- und Hochzeitslyrik stammen. Schon in vorchristlicher Zeit begann man im Judentum, diese Lieder auf die Liebe zwischen Gott und seinem Volk zu deuten. Diese Deutung wurde im Christentum aufgenommen. Wenn ein solches Lied nun den Gottesdienst am 21. Dezember prägt, soll es die weihnachtliche Sehnsucht nach Christus in den Rahmen dieser großen Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen hineinstellen:


8 Horch! Mein Geliebter! / Sieh da, er kommt. Er springt über die Berge, / hüpft über die Hügel. 

9 Der Gazelle gleicht mein Geliebter, / dem jungen Hirsch. 

Sieh da, / er steht hinter unserer Mauer, 

er blickt durch die Fenster, / späht durch die Gitter. 

10 Mein Geliebter hebt an und spricht zu mir: / Steh auf, meine Freundin, / meine Schöne, so komm doch! 

11 Denn vorbei ist der Winter, / verrauscht der Regen. 

12 Die Blumen erscheinen im Land, / die Zeit zum Singen ist da. 

Die Stimme der Turteltaube / ist zu hören in unserem Land. 

13 Am Feigenbaum reifen die ersten Früchte, / die blühenden Reben duften. 

Steh auf, meine Freundin, / meine Schöne, so komm doch! 

14 Meine Taube in den Felsklüften, / im Versteck der Klippe, 

dein Gesicht lass mich sehen, / deine Stimme hören! 

Denn süß ist deine Stimme, / lieblich dein Gesicht. (Hoheslied 2, 8-14)

"Dieser Gesang feiert, in der freien Natur, eine Wiedergeburt der Natur und der Liebe. So wie die Fruchtbarkeit des Frühlings die Unfruchtbarkeit des Winters überwindet, triumphiert die Liebe über den Egoismus, der uns in uns selbst gefangen hält. So interpretierten die Kirchenväter den Frühling, wie er hier beschrieben wird: "Während des Winters des Götzendienstes wurde die unruhige Natur des Menschen wegen seiner Verehrung der Götzen ebenso starr wie diese [...]. Es ist logisch, dass dies geschehen musste. Diejenigen, die Gott verehren, nehmen Züge der göttlichen Natur an, während diejenigen, die sich der Anbetung nichtiger Götzen hingeben, in das verwandelt werden, was sie anbeten: Sie werden zum Stein der Götzenbilder" (Gregor von Nyssa, In Canticum Canticorum commentarius, 5)."
aus: GAVIGAN, J. ; MCCARTHY, B. ; MCGOVERN, T. (eds.): Psalms and the Song of Solomon, The Navarre Bible. Dublin; New York : Four Courts Press; Scepter Publishers, 2003 (übersetzt mit DeepL)


O-Antiphon vom 21. Dezember:

O Oriens -

O Morgenstern, Glanz des unversehrten Lichtes, der Gerechtigkeit strahlende Sonne:
o komm und erleuchte, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes!


M. Wetzel

 Christi Himmelfahrt Predigt und Orgelspiel aus der Vorabendmesse M. Wetzel